Wie in jedem Jahr kauft Familie Höppner aus Mönkebude die Tomatenpflanzen für das heimische Gewächshaus be
Wie in jedem Jahr kauft Familie Höppner aus Mönkebude die Tomatenpflanzen für das heimische Gewächshaus bei der Diakonie in Ducherow. Zum ersten Mal bekommen sie dazu die Gartentipps von Heidi Pfahl, sie ist nämlich die neue Fachberaterin in diesem Bereich. Mareike Klinkenberg
Unter den Fittichen von Heidi Pfahl bereiten die Beschäftigten des Gartenbereichs der Diakonie das Gewächshaus f&uum
Unter den Fittichen von Heidi Pfahl bereiten die Beschäftigten des Gartenbereichs der Diakonie das Gewächshaus für die Tomatenpflanzen vor. Mareike Klinkenberg
Nach den Eisheiligen kommen die Staudenpflanzen raus an die frische Luft. In diesem Gewächshaus soll dann Gurken gedeihen
Nach den Eisheiligen kommen die Staudenpflanzen raus an die frische Luft. In diesem Gewächshaus soll dann Gurken gedeihen. Mareike Klinkenberg
Kräuter, Kartoffeln, Kürbisse, Sonnenblumen und Erdbeeren wachsen je nach Saison im Freilandgarten der Ducherower Bu
Kräuter, Kartoffeln, Kürbisse, Sonnenblumen und Erdbeeren wachsen je nach Saison im Freilandgarten der Ducherower Bugenhagen-Werkstatt. Alles, was hier geerntet wird, steht im Werkstattladen zum Verkauf. Mareike Klinkenberg
Diakonie Ducherow

Neue Gartenexpertin mit einem Händchen für Pflanzen und Menschen

Mit unzähligen Garten-Tipps im Gepäck und einem herzlichen Lächeln für jeden Menschen – Heidi Pfahl ist die neue Chefin der Gärtnerei beim ev. Diakoniewerk in Ducherow.
Ducherow

Schon seit vielen Jahren kommt Familie Höppner aus Mönkebude im Frühjahr in die Gärtnerei der Diakonie in Ducherow, um hier die Gemüsepflanzen für ihr Gewächshaus zu kaufen. „Wegen der tollen Beratung”, betonen sie, aber auch, weil die Pflanzen einfach eine gute Qualität hätten.

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In diesem Jahr bekommen sie die Tipps und Tricks für das Gedeihen ihrer Tomatenpflanzen, für die Gurken und Zucchini zum ersten Mal von Heidi Pfahl, die seit Anfang April die neue verantwortliche Mitarbeiterin für den Gartenbereich der Diakonie ist.

Neue Herausforderung ohne Berührungsängste

Die 40-Jährige aus Torgelow ist gelernte Floristin, hat aber mehr als 20 Jahre lang in einem Gartenfachbetrieb gearbeitet. Weil sie aber nicht wusste, ob es dort für sie noch langfristig weitergeht, hat sie sich entschieden, neue berufliche Wege zu gehen und die Herausforderung in der Bugenhagenwerkstatt der Diakonie angenommen.

Neben der Verantwortung für den Gärtnereibetrieb ist sie hier auch die Chefin für rund 18 Beschäftigte. Bei der für sie ganze neuen Zusammenarbeit mit beeinträchtigten Menschen hätte sie keine Berührungsängste gehabt, meint Pfahl. Die Kollegen würden merken, wenn man ihnen offen und auf Augenhöhe begegnet, sagt sie.

Erfogreiche Kennenlernphase

Auch Diakonie-Vorsteher Kai Becker freut sich darüber, dass die Kennenlernphase zwischen den Mitarbeitern und Heidi Pfahl so gut gelaufen ist: „Menschen mit Behinderung sind häufig sehr sensibel, wenn es um Veränderungen geht und äußerst feinfühlig. Aber in diesem Fall war ja Frau Vahl die Neue und unsere Mitarbeiter diejenigen, die sich auskennen, weil sie teilweise schon seit 20 Jahren bei uns arbeiten”, berichtet Becker.

In den nächsten drei Jahren wird Heidi Pfahl neben ihrer Arbeit in der Gärtnerei berufsbegleitend noch eine sonderpädagogische Ausbildung absolvieren, um nicht nur zwischenmenschlich, sondern auch fachlich auf der sicheren Seite im Umgang mit ihrem besonderen Kollegium zu sein.

Newsletter und Bestellungen per E-Mail

Eine weitere Stelle in der Gärtnerei wird übrigens in der nächsten Zeit frei, kündigt Pastor Becker an. Für die Unterstützung von Frau Pfahl wird jemand mit Erfahrung als Gärtner oder aus verwandten Berufen gesucht. In diesem Fall wird keine pädagogische Qualifizierung nötig oder vorausgesetzt, denn das Aufgabengebiet bezieht sich hauptsächlich auf Arbeiten im Gärtnereibetrieb und im Werkstatt-Laden.

Für alle diejenigen, die dort gern einkaufen, gibt es außerdem eine weitere Neuerung, verrät Kai Becker. Über alle Pflanzen, Gemüse, Kräuter und alles, was die Gärtnerei so verkauft, können sich die Kunden jetzt regelmäßig über einen Online-Newsletter informieren.

„Wer etwas bestellen will, kann dies dann auch direkt per E-Mail tun und seine Ware dann ganz unkompliziert am Folgetag abholen”, erklärt Becker. Unter [email protected] könne man sich für den Newsletter eintragen.

Spaß am Fachsimpeln mit den Kunden

Das persönliche Gespräch und die unerlässlichen Pflanzentipps von Heidi Pfahl gibt es aber natürlich weiterhin nur direkt vor Ort. Die Höppners aus Mönkebude beispielsweise hat die Gartenexpertin ganz genau über den richtigen Boden und die richtige Düngung ihrer noch jungen Tomatenpflanzen aufgeklärt.

So müsse Pferdemist mindestens drei Jahre abgelegen sein, weil er sonst zu scharf ist. Rinderdung sollte nur vom Bauern des Vertrauens kommen, weil er häufig Reste von Antibiotika enthält. Auch die Hinterlassenschaften aus dem Taubenschlag hält Heidi Pfahl für eher ungeeignet. Sie setzt dagegen auf Hornspäne als natürlichen Langzeitdünger.

Ob und wie ihre Ratschläge ankommen, erfährt sie mit Sicherheit beim nächsten Besuch ihrer Kunden, weiß Heidi Pfahl aus ihrer langen Erfahrung mit den Hobbygärtnern und Pflanzenfreunden der Region. Sie freue sich über jeden Austausch und lernt immer selbst noch ein bisschen dazu, verrät sie lächelnd.

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