Betriebshof

Anderthalb Millionen Euro für neue Halle in Anklam

Der Betriebshof in Anklam soll 2019 eine neue Halle bekommen. Anderthalb Millionen Euro werden dafür veranschlagt. Doch kostet so eine Halle wirklich so viel?
Karsten Riemer Karsten Riemer
Die Betriebshofhalle in Anklam ist baufällig. Auch ein beheizter Werkstattbereich für die Mitarbeiter wird dringend benötigt.
Die Betriebshofhalle in Anklam ist baufällig. Auch ein beheizter Werkstattbereich für die Mitarbeiter wird dringend benötigt. Karsten Riemer
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Anklam.

Die Halle auf Anklams Betriebshof in der Wördeländer Straße wirkt auf den ersten Blick überfüllt: Holz stapelt sich unter dem Vordach, daneben ein Schild mit einem alten Straßenplan der Hansestadt. Der gesamte Bau ist in die Jahre gekommen. Vor allem am Dach des Gebäudes hat der Zahn der Zeit deutlich genagt.

„Eine vorgesehene Sanierung der Halle, hier insbesondere eine dringende Sanierung des Daches, wurde seit Längerem aufgeschoben“, erklärt die Leiterin des städtischen Bauamts, Sylvia Thurow. Mit dem Haushaltsplan 2019 soll das Problem jetzt angegangen werden.

Beheizte Werkstatt fehlt

Dafür greift die Hansestadt Anklam richtig tief ins Portemonnaie: Anderthalb Millionen Euro sollen für den Betriebshof ausgegeben werden. Die Entscheidung für die Investition fiel nach einer Ortsbegehung mit Bürgermeister Michael Galander (IfA).

„Es wurde entschieden, dass die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter sowie die Unterbringung der Technik grundsätzlich verbessert werden müssen“, so Bauamtsleiterin Thurow. Denn nicht nur das Dach der Halle ist ein Problem. Es fehlt außerdem an einer beheizten Werkstatt für die Mitarbeiter.

Neue Zufahrt ist auch notwendig

Doch kostet das wirklich anderthalb Millionen Euro? Die Investitionssumme bezieht sich nicht ausschließlich auf den Neubau der Betriebshofhalle, wie Sylvia Thurow ausführt. Nur ein Drittel der Gesamtsumme ist für die reinen Baukosten angesetzt.

„Die Kosten umfassen außerdem den Rückbau der alten Halle und weiterer Anbauten, die Befestigung der Hoffläche sowie die Herstellung einer neuen Zufahrt“, zählt sie auf. Eine neue Zufahrt ist notwendig, da die aktuell genutzte Auffahrt nicht auf städtischem Grundstück liegt. Auch Planungs- und Gutachterkosten sind in der Investitionssumme bereits enthalten.

Da die Betriebshofhalle momentan noch genutzt wird, stellt sich zudem die Frage nach dem Platz für die neue Halle. „Der Standort der Halle ist noch nicht endgültig entschieden“, so Thurow. Vorgesehen sei derzeit die Freifläche des Betriebshofs. Mit gutem Grund: Ziel sei es, die Abbrucharbeiten erst zu beginnen, wenn der Umzug in eine neue Halle abgeschlossen ist, erklärt die Bauamtsleiterin.

Etat noch nicht genehmigt

Ob die Pläne allerdings so umgesetzt werden können, entscheidet nicht zuletzt die untere Rechtsaufsichtsbehörde. Bevor der Haushalt 2019 für die Stadt Anklam nicht genehmigt ist, muss der Betriebshof sich auch weiterhin mit dem baufälligen Gebäude begnügen.