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Karniner Brücke

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Neue Hoffnung für Bahnstrecke über Karnin

Über die Karniner Brücke sind bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Züge gerollt.
Über die Karniner Brücke sind bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Züge gerollt.
Jens Büttner

Die Usedomer Eisenbahnfreunde geben nicht auf. Mit einem Aktionsplan zur Wieder-belebung der Bahnstrecke sind sie ins neue Jahr gestartet. Zudem gibt es offenbar einen Investor für das Millionen-Projekt.

Die Usedomer Eisenbahnfreunde nehmen einen neuen Anlauf für die Wiederbelebung der Bahnstrecke zwischen Ducherow und Swinemünde. Im Rahmen eines Aktionsplanes will der Verein unter anderem am 24. Januar zu einer Protestfahrt nach Schwerin aufbrechen, um vor dem Landtag auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Denn nachdem die Strecke aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen wurde, weil es sich dabei aus Berliner Sicht um ein regionales Projekt handele, sei nun das Land in der Verantwortung, sagt Günther Jikeli, der Vorsitzende der Usedomer Eisenbahnfreunde.

Dabei stimme ihn nicht nur zuversichtlich, dass es im aktuellen Koalitionsvertrag der Landesregierung wörtlich heißt: „Die veränderten Mobilitätsgewohnheiten der Menschen, aber auch die verkehrlichen Rahmenbedingungen auf Usedom erfordern die Wiederherstellung der Bahnlinie Ducherow – Swinemünde/Heringsdorf über Karnin (,Karniner Brücke‘).“

Investor will bauen

Zudem gebe es einen Investor, der die rund 40 Kilometer lange Strecke von Ducherow nach Swinemünde samt Schienen und neuer Brücke bauen und quasi „schlüsselfertig“ übergeben könnte. Über den möchte Günther Jikeli zwar noch nicht zu viel verraten, aber er sei „sehr optimistisch“, dass das Projekt auf einem guten Weg ist, auch wenn die Verhandlungen nicht ganz einfach seien, da mit EU, Bund, Land, Deutscher Bahn und der polnischen Seite immerhin fünf Partner berücksichtigt werden müssten.

Die seit Jahren geforderte Südanbindung der Insel Usedom hätte aus Sicht des Vereinsvorsitzenden gleich mehrere Vorteile. Zum einen wären Arbeitsplätze auf der Insel für potenzielle Arbeitnehmer aus der Anklamer Region so besser erreichbar. Und zum anderen wäre die Anreise per Bahn für Usedom-Urlauber eine echte Alternative zum Auto.

95 Millionen Euro für Bahnstrecke inklusive Brücke

Wobei auch die zu erwartenden Auswirkungen des Swinetunnels vor allem in Form zusätzlichen Schwerlastverkehrs über die B110 zu berücksichtigen seien. Außerdem fordert Jikeli, dass die Region bei der Anbindung an den Schienenverkehr nicht benachteiligt wird, während andere Urlaubsregionen in dieser Hinsicht gestärkt werden. Das vor allem vor dem Hintergrund des Engagements der Landesregierung für die Darßbahn.

Nach aktuellen Schätzungen würde die gesamte Bahnstrecke inklusive Brücke etwa 95 Millionen Euro kosten. Finanziert werden könnte das Projekt nach Ansicht des Vereinsvorsitzenden bis zu 85 Prozent aus Mitteln der Europäischen Union. Ein Wiederaufbau der historischen Karniner Eisenbahnbrücke ist nicht vorgesehen. Zwar solle die Zugstrecke auf der alten Trasse bleiben, die noch immer nicht entwidmet sei, der Peenestrom aber mit einer gänzlich neuen Brücke gequert werden, erklärte Jikeli bereits im vergangenen Jahr. Diese könne durch die alte Hubbrücke führen und im Bereich der Fahrrinne ein klappbares Element enthalten, damit auch der Schiffsverkehr weiter fließen kann.