Die Herzspezialisten Dr. Maximilian Vondran (links) und Dr. Maik Kubeile mit Patient Wolfgang Jäkel.
Die Herzspezialisten Dr. Maximilian Vondran (links) und Dr. Maik Kubeile mit Patient Wolfgang Jäkel. ZVG/Klinikum Karlsburg
Dr. Alexander Kaminski ist Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie im Klinikum Karlsburg.
Dr. Alexander Kaminski ist Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie im Klinikum Karlsburg. Frank Hormann
So sieht das Spezialgerät für die Neochord-Methode aus.
So sieht das Spezialgerät für die Neochord-Methode aus. ZVG/Klinikum Karlsburg
Gesundheit

Neue Methode für Herzoperationen im Klinikum Karlsburg

Das Verfahren ist schonend für die Patienten und braucht wesentlich weniger Zeit als herkömmliche Operationen an der Herzklappe, heißt es von den Spezialisten.
Karlsburg

Im Klinikum Karlsburg wurde jetzt ein neues OP-Verfahren erfolgreich eingeführt: die sogenannte Neochord-Methode. Erstmals im Nordosten wurde ein Patient bei normal schlagendem Herzen an der Mitralklappe ohne Herz-Lungen-Maschine operiert.

Es genügte ein kleiner Schnitt von sieben Zentimetern unterhalb der linken Brust, um ein Spezialgerät über die Herzspitze einzuführen und die filigranen Segel der Mitralklappe zu reparieren, heißt es in einer Mitteilung des Klinkums.

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Nebenwirkungen minimiert

Die Mitralklappe, die das Blut aus den Lungen kommend in den Körper weiterleitet, hat bei einer Insuffizienz ihre Funktion als Ventil verloren. Die Klappe ist undicht und das Blut staut sich zurück in die Lunge. Das führt zu Atemnot, enormen Leistungsabfall und Herzrhythmusstörungen.

„Mit Neochord haben wir bei speziellen Formen der Mitralklappen-Insuffizienz ein Verfahren, das für Patienten sehr schonend ist. Der Brustkorb wird nicht aufgesägt und die Herz-Lungen-Maschine kommt nicht zum Einsatz, was Nebenwirkungen bei Operationen enorm minimiert“, erklärte Dr. Alexander Kaminski, Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie im Klinikum Karlsburg. Das Verfahren eigne sich besonders bei einer Mitralklappen-Undichtigkeit infolge eines teilweisen Segelabrisses.

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Bilder von einer Sonde in der Speiseröhre

Dr. Kaminski operierte die Mitralklappe gemeinsam mit seinem Kompetenzteam, zu dem die Karlsburger Herzchirurgen Dr. Maximilian Vondran und Dr. Maik Kubeile gehören.

Der Eingriff habe nur 90 Minuten gedauert, deutlich weniger Zeit als bei herkömmlichen Operationen an dieser Herzklappe. „Möglich ist das Verfahren nur durch die Live-Bilder, betonte der Chefarzt. Dazu werde eine Sonde durch die Speiseröhre geführt, die die Aufnahmen für die Operateure liefert.

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Erfahrener Spezialist gibt Erfahrungen weiter

Mit am OP-Tisch stand in Karlsburg auch der Münchner Herzchirurg Dr. Ferdinand Vogt, der sich durch das Neochord-Verfahren im Süden Deutschlands einen Namen gemacht hat. Als erfahrener Spezialist, der die Methode im Artemed Klinikum München-Süd anwendet, gab er seine Erfahrungen in Karlsburg weiter.

Inzwischen habe das Karlsburger Team zwei Patienten mit der Neochord-Methode erfolgreich behandelt, heißt es aus dem Klinikum. Eine Woche nach seiner Herzoperation sei der Neustrelitzer Wolfgang Jäkel (62) nahezu unbeschwert den Krankenhausflur im Klinikum Karlsburg entlang gelaufen.

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