Am Mittwoch fand in Anklam in dieser Woche das erste „Einzelhändler-Frühstück” statt.
Am Mittwoch fand in Anklam in dieser Woche das erste „Einzelhändler-Frühstück” statt. Anne-Marie Maaß
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Wie kann Anklam als Shopping-Standort attraktiver werden?

Zum ersten gemeinsamen Frühstück der Anklamer Einzelhändler kamen viele Themen auf dem Tisch. Wie kann Anklam als Shopping-Standort noch attraktiver werden?
Anklam

Zum ersten Mal kam in dieser Woche im Hansekeller des Anklamer Hofes eine ganz besondere Frühstücksrunde zusammen. City-Managerin Angelika Berger hatte Einzelhändler der Stadt Anklam zusammengeholt, um bei Rührei, Brötchen und Kaffee neue Pläne zu schmieden, aber auch Verbesserungen für den Einzelhandel in der Stadt zu besprechen.

Zu tun gibt es da noch so einiges, wie sich nach kurzer Einführung zeigte. Auf den Tisch kamen dabei auch die anstehende Adventszeit und der Weihnachtseinkauf. Bisher habe sich gezeigt, dass die Anklamer die Geschäfte in ihrer Heimatstadt dafür nicht wirklich öfter als sonst frequentieren, sondern wohl eher die größeren Städte im Umland aufsuchen, wenn nicht gleich der Onlinehandel vorgezogen wird.

Auch verlängerte Öffnungszeiten an den Wochenenden hätten da bislang nicht den entscheidenden Durchschlag gebracht. „Ich habe am Samstag fast alles ausprobiert”, berichtet etwa Modeladeninhaberin Antje Dünow. Gleichzeitig sieht sie aber auch, dass sich die Lage an den Wochenenden zumindest während der Tourismussaison bereits verändert hat.

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Während viele Anklamer nur bis zwölf Uhr mittags zum Shoppen vor die Tür gehen, kämen Touristen eher am frühen Nachmittag in die Stadt und auch ihren Laden. Mitunter seien die Stunden am Samstag dann sogar die umsatzstärkste Zeit der Woche, sagt sie. Eine Erfahrung, die teils auch Cathleen Eggert bestätigen kann.

Fachfrau Angelika Berger führt das Einkaufsverhalten auch auf Lerneffekte speziell bei den Anklamern zurück, die mitunter erst durchbrochen werden müssen. Für Gäste und Einheimische regt sie an, noch einmal über weitgehend einheitliche Kernöffnungszeiten in der Innenstadt nachzudenken. Das würde zum einen die Werbung für Anklam als Shoppingstadt erleichtern, gleichzeitig den Kunden vor Ort einen besseren Service bieten, argumentiert sie.

Ein Versuchszeitraum soll dafür nun die Adventszeit in Anklam sein. Während am ersten und dritten Adventssamstag die teilnehmenden Läden von 10 bis 14 Uhr öffnen wollen, will Berger für den zweiten Advent sogar ein weihnachtliches Genussfestival organisieren, das von 10 bis 17 Uhr Leben in die Innenstadt bringen und dann auch den Ladeninhabern mehr Chance auf ein gutes Weihnachtsgeschäft bieten soll.

Knappe Parkplätze

Doch die Frage nach den Öffnungszeiten ist nicht das einzige Thema, das beim Frühstück besprochen wurde. So beklagen die Händler nach wie vor die knappe Parkplatzsituation in der Innenstadt und auch gerade in der Tourismussaison könnte aus ihrer Sicht noch mit mehr kulturellen Angeboten Gäste zum Verweilen auf den Marktplatz locken, wünscht sich etwa Gastronom Kazem Heidari.

Am Rand der Innenstadt ist eher vorherrschend, dass die Touristen die Angebote erst einmal finden. Eine bessere Beschilderung oder auch eine eigene Shopping-Stadtkarte für Anklam könnten da helfen, so die Händler. Zusammengenommen haben die teilnehmenden Unternehmer das erste Frühstück in offener Runde durchaus begrüßt. Für Angelika Berger landeten zudem auch ausreichend neue Arbeitsaufträge auf der Liste der Citymanagerin, die sie nun angehen will.

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