Hickhack geht weiter

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Neue Schwimmhalle? Ja, aber nur fiktiv

Bürokratische Gedenken- und Rechenspiele verhindern weiter, dass die Anklamer Schwimmhalle saniert wird. 
Bürokratische Gedenken- und Rechenspiele verhindern weiter, dass die Anklamer Schwimmhalle saniert wird.
NK-Archiv

Und schon wieder ein politischer Haken beim Thema Schwimmhalle. Nun räumt das Land ein, dass die Stadt Anklam einen Neubau prüfen soll. Doch im Rathaus kommt man (mal wieder) nicht hinterher.

Die angedachte Sanierung der Anklamer Schwimmhalle beschäftigt erneut die Landespolitik. Und mal wieder wird deutlich: Es hapert an der Kommunikation. Für mehr als vier Millionen Euro sollte endlich grundsaniert werden. Finanzielle Unterstützung wurde schon 2016 in Aussicht gestellt.

Zuletzt gab es Streit um Prüfauflagen, sodass sich gar die Frage stellte, wer in der Angelegenheit noch die Wahrheit sagt. Aus der Antwort der Landesregierung auf eine erneute Anfrage des Landtagsabgeordneten Dr. Matthias Manthei (BMV) wird nun deutlich, dass in Schwerin zumindest nicht immer mit offenen Karten gespielt wurde.

Anklams Bürgermeister Michael Galander (IfA) hatte Ende 2017 erklärt, die Stadt müsse zunächst prüfen, ob die Sanierung verglichen mit einem Neubau eigentlich wirtschaftlich sei. Diese Bedingung habe das Landesförderinstitut gestellt. Die Landesregierung wiederum hatte das bestritten. „Mir hat man mitgeteilt, dass solche Erwägungen nicht einmal bekannt seien“, so Manthei Ende Dezember.

Wer ist schuld an der MIsere?

Doch nun räumt man in Schwerin mit spitzer Feder ein: Neubau-Überlegungen gibt es doch. Denn im Herbst vergangenen Jahres habe das Landesförderinstitut explizit gefordert, dass Energiebilanz, Abschreibungen und Betriebskosten mit einem „fiktiven Neubau“ verglichen werden sollen. Dazu solle die Stadt einen unabhängigen Gutachter einbeziehen.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU), aus dessen Ressort ein Teil der Fördermittel kommen sollen, hatte dagegen kürzlich vor Neubau-Gedanken gewarnt. Die angedachten Zuschüsse seien ausschließlich für eine Sanierung, die Debatte um einen Neubau halte er deshalb gar „für gefährlich“, so Caffier.

Manthei jedenfalls sieht die Schuld für die Misere beim Bürgermeister. Die beiden gelten nicht gerade als politische Freunde. „Seit Anfang Oktober hat das Land den Ball wieder an die Stadt zurückgespielt. Ich fordere den Bürgermeister auf, unverzüglich die Anforderungen des Landesförderinstituts zu erfüllen. Nur dann besteht die Chance, dass die Sanierung irgendwann beginnt“, wettert Manthei.