An der Moorwanderung im geplanten Naturschutzgebiet haben etwa 30 Interessierte und Fachleute teilgenommen. Foto: ZVG
An der Moorwanderung im geplanten Naturschutzgebiet haben etwa 30 Interessierte und Fachleute teilgenommen. ZVG
Moorwanderung

Neues Naturschutzgebiet löst immer noch Befürchtungen aus

Die Ortsgruppe von Bündnis90/Die Grünen hatte kürzlich in Jamitzow zu einer Moorwanderung eingeladen, um mit Anwohnern, Fachkundigen und Landwirten ins Gespräch zu kommen.
Jamitzow

Noch im Sommer des vergangenen Jahres hatte der Kreisverband der CDU die geplanten Ausweisung des 7000 Hektar großen Naturschutzgebietes „Peenetal von Anklam bis Peenestrom und Haff“ zum Wahlkampfthema gemacht und zu einer Bürgerversammlung nach Jamitzow eingeladen. Wohl wissend, dass es auf Grund der bisherigen Erfahrungen mit solchen Projekten in der Region einige Befürchtungen gibt.

Erst würde der Park absaufen, dann das Schloss

So sprach unter anderem Till Richter, der Betreiber des Museums für internationale Kunst in Buggenhagen, von einer „feuchten Enteignung”, falls im Rahmen einer Wiedervernässung der Wasserstand steigen würde. In diesem Fall würde erst der Park „absaufen” und dann das Schloss , das das Museum beherbergt. Auch Landwirte äußerten ihre Bedenken, dass ihnen durch die Ausweisung des Naturschutzgebietes Flächen verloren gehen würden, die sie nicht mehr oder zumindest nicht mehr wie bisher bewirtschaften könnten. Auch fast ein halbes Jahr später sind die Ängste und Sorgen offenbar immer noch nicht verschwunden. So wurde bei einer Moorwanderung, zu der jetzt die Ortsgruppe Usedom/Peene von Bündnis90/Die Grünen eingeladen hatte, unter anderem die Befürchtung geäußert, dass die Flächen ähnlich wie in Klotzow wiedervernässt würden und dies Einfluss auf die Siedlungsbebauung hätte, heißt es von den Organisatoren.

Mehr zum Thema: Einwohner befürchten Enteignung

Eine Wiedervernässung der Flächen sei nicht geplant und würde in jedem Fall die Zustimmung der Landeigentümer benötigen, habe allerdings Karsten Parakenings von der Unteren Naturschutzbehörde klargestellt. Und Jens Kulbe vom Zweckverband Peenetal/Peenehaffmoor habe ergänzt, dass schon viel damit gewonnen wäre, den Ist-Zustand zu erhalten. Insgesamt seien der Einladung rund 30 Menschen gefolgt, um einen Teil des Naturschutzgebietes zu erkunden, welches in naher Zukunft ausgewiesen werden soll, heißt es von der Ortsgruppe von Bündnis90/Grünen. Als Fachkundige seien weiterhin Dr. Almut Mrotzek und Dr. John Couwenberg von der Universität Greifswald dabei gewesen, die über die grundsätzlichen Funktionen von Mooren und Folgen der langjährigen Entwässerung berichteten. So stamme etwa ein Drittel der klimaschädlichen Treibhausgase in Mecklenburg-Vorpommern aus entwässerten Mooren. Darum sei es für den Klimaschutz so wichtig, diesen Prozess zu stoppen. Dabei sei es unabdingbar, den dort wirtschaftenden Landwirten eine klimaschonende Wirtschaftsweise auf den Moorstandorten als Perspektive zu bieten, habe Almut Mrotzek bei der Moorwanderung erklärt.

Bauer berichten von Kompensationen

Die ortsansässigen Landwirte Georg Voss und sein Sohn Rene Voss seien ebenfalls als Teilnehmer anwesend gewesen und hätten über ihre Erfahrungen auf dem Moorstandort berichten. Derzeit werde auf ihren Flächen eine Kompensationsmaßnahme umgesetzt, die zum Ziel hat, den Abbau des Moorkörpers zu stoppen. Das Ziel der Veranstaltung, Anwohner, Behörden, Fachkundige und Landwirte miteinander ins Gespräch zu bringen, wurde nach Einschätzung der Ortsgruppe von Bündnis90/Die Grünen erreicht. Die Diskussionen seien konstruktiv, informativ und respektvoll gewesen. Weitere Termine von Veranstaltungen zum Thema Moore in MV seien auf der Homepage des Kreisverbandes von Bündnis90/Die Grünen zu finden. www.gruene-vorpommern-greifswald.de

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