Auch das enge Baufeld macht es den Arbeitern im Diebsteig nicht immer leicht.
Auch das enge Baufeld macht es den Arbeitern im Diebsteig nicht immer leicht. Anne-Marie Maaß
Ohne Grundwasserabsenkung geht hier nichts.
Ohne Grundwasserabsenkung geht hier nichts. Anne-Marie Maaß
Dauerbaustelle

Noch kein Bauende im Anklamer Diebsteig in Sicht

Kleine Straße, große Probleme. Auf Schwierigkeiten bei der Planung folgten hohes Grundwasser, schwieriger Untergrund und auch nach mehr als zwei Jahren ist kein Ende in Sicht.
Anklam

Gerade einmal 167 Meter ist der Diebsteig in Anklam lang – eine reine Anliegerstraße, die zudem nur von einer Seite vom Autoverkehr befahren werden darf. Hinzu kommen dann noch mal rund 66 Meter Gartenweg – da dürfte der Straßenausbau keine große Aufgabe sein, könnte man denken. Doch inzwischen wird an dem schmalen Weg nun schon seit 2019 gebaut, gebaggert, umgeplant und gezweifelt.

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„Wir leben ja mittlerweile seit fast drei Jahren in Verhältnissen wie in einer Kommune, was die Grundstücksgrenzen angeht. Anders funktioniert es ja auch nicht”, sagt Anwohner Bernold Moede. Ihm ist der Galgenhumor zumindest noch nicht verloren gegangen.

Nur über fremde Grundstücke zum Auto

Richtig ist aber wohl auch, dass das gute Verhältnis unter den Anwohnern viele Probleme durch die Dauerbaustelle durchaus abfedert. „Ich muss über zwei fremde Grundstücke laufen, um zu meinem Auto zu gelangen. Das würde sonst wohl nicht jeder Nachbar über einen so langen Zeitraum mitmachen”, verdeutlicht ein anderer Anwohner.

Stadt und Bauleiter wissen um den Zustand und betonen ebenfalls, dass das Miteinander auch zwischen Bauleuten und Anwohner ziemlich gut funktioniere. Die Baustelle selbst bleibt aber wohl noch ein Sorgenkind. So können zur Fertigstellung der neuen Straße und dem weiteren Bauablauf aktuell kaum konkrete Aussagen getroffen werden.

Hoher Wasserstand verzögert Arbeiten

Die Problemlage vor Ort sei einfach zu vielfältig. So konnte erst ab Dienstag überhaupt wieder mit dem Bau begonnen werden, zuvor machte der hohe Wasserstand vor Ort keine Arbeiten möglich.

Dabei wird auf der Baustelle bereits mit einer dauerhaften Grundwasserabsenkung gearbeitet. Und das, obwohl das Baufeld schon so stellenweise sehr eng ist und auch immer wieder zahlreiche alte Leitungen bei den Baggerarbeiten zutage kommen.

Torfuntergrund benötigt spezielle Tragschicht

All das führt dazu, dass die Bauleute ihr Tagessoll mittlerweile auf drei Meter ansetzen. Was zunächst wenig klingt, sei aber schon ein hochgestecktes Ziel, verdeutlicht der Planer.

So ist auch der torfige Untergrund an sich nicht für den Straßenbau geeignet. Deshalb wird vor Ort mit einer gut halben Meter dicken Schotterschicht eingepackt in einen speziellen Baustoff als Tragschicht für die Rohrleitungen und den Straßenbau gearbeitet.

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