Phil Stegemann ist der neue Vorstandsvorsitzende des Kreisschülerrates des Landkreises Vorpommern-Greifswald.
Phil Stegemann ist der neue Vorstandsvorsitzende des Kreisschülerrates des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Johanna Duffe
Kreisschülerrat

Phil Stegemann ist die neue Stimme für die Schüler von Vorpommern-Greifswald

Zwischen Schulstress, Hobbys, Freunden und Familie kommt für Phil Stegemann nun auch noch die Verantwortung des Kreisschülersprechers eines ganzen Landkreises dazu. Warum macht er das?
Krien

Nach seinem Austauschjahr in England ging es für den 18-jährigen Phil Stegemann im neuen Schuljahr direkt in das Amt des Vorstandsvorsitzenden des Kreisschülerrates von Vorpommern-Greifswald. Für manche in seinem Alter käme diese zusätzliche Arbeit gar nicht erst infrage, aber der Schüler des Lilienthal-Gymnasiums Anklam nimmt diese Rolle mit Freude an.

Er ist die Stimme des gesamten Landkreises

Schon knapp sechs Wochen ist die Wahl des Vorsitzenden des Kreisschülerrates mittlerweile her. Zusammen mit vier weiteren Schülern und Schülerinnen aus dem Vorstand hatte sich Phil zur Wahl gestellt und war erfolgreich als neuer Vorsitzender hervorgegangen. Als Erstes empfand er vor allem Freude, aber dann, nach und nach, wurde dem Elft-Klässler bewusst, was für Aufgaben ihn ab diesem Zeitpunkt im Alltag begleiten werden. Immerhin repräsentiert er ab sofort mit dem Kreisschülerrat die Stimme aller Schüler aus dem gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald.

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Ungefähr zwei Stunden in der Woche widmet Phil nun der Organisation von nächsten Treffen, kümmert sich um bürokratische Aufgaben oder übernimmt die Kommunikation nach außen. Zusätzlich nimmt er seit Kurzem noch weitere Pflichten wahr, denn nach einigen Überlegungen wagte der Gymnasiast es sogar noch höher aufzusteigen und wurde Mitglied des Vorstandes des Landesschülerrats von Mecklenburg-Vorpommern. Damit hat er somit noch mehr zu tun. Aber zum Glück handelt es sich laut Phil bei dem Vorstand des Kreisschülerrates um eine aufgeschlossene, lustige Gruppe, mit der er gerne zusammenarbeitet. Die einzelnen Mitglieder teilen die Aufgaben gerecht untereinander auf, sodass nicht alles auf dem neuen Vorsitzenden lastet. Phil sagt, dass ihm durch das gut funktionierende Team und durch seine unterstützenden Eltern die Arbeit enorm erleichtert wird.

Trainiert Fußballer und probiert sich als DJ

Das ist sehr vorteilhaft, denn der Rest der Woche ist vollgepackt. Der 18-jährige Kriener engagiert sich ehrenamtlich beispielsweise in seinem Dorf und half sogar bei der Renovierung der alten Schule mit. Beim VFC Anklam, dem Vorpommerschen Fußballclub Anklam, steht er, seit er 11 Jahre alt ist, im Tor - mit zwei Trainingseinheiten wöchentlich und oft einem Spiel am Wochenende. Bevor er letztes Jahr zu seinem Austauschjahr nach England aufgebrochen war, ließ er sich außerdem zum Trainer ausbilden und trainiert, seit er zurück in Deutschland ist, mit den B-Junioren des VFC. Auch in der Trainerrolle fühlt Phil sich wohl und hat ein sicheres Gefühl im Umgang mit den 15- und 16-Jährigen, wenn er ein- bis zweimal wöchentlich mit ihnen trainiert.

Zusätzlich ist der Gymnasiast schon länger Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Krien und absolvierte bereits die Ausbildung zum Truppmann. Ganz klar nehmen damit noch weitere Lehrgänge und Einsätze Zeit in Anspruch. Als wäre das noch nicht genug, gibt der Kreisschülersprecher nebenbei zweimal in der Woche einer Siebtklässlerin Nachhilfeunterricht. Neuerdings will er sich nun auch als DJ für kleine und große Feiern versuchen und hat schon einige Aufträge in der Tasche. Wenn bei diesem vollgepackten Plan noch Luft ist, fährt er gerne auf seinem Moped durch die Gegend oder geht Angeln. Trotz alledem kommen Freundschaft und Familie nicht zu kurz. Dafür nutzt der vielbeschäftigte Teenager das Wochenende, indem er mit seinen Freunden feiert oder mit Familienmitgliedern etwas unternimmt.

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Für viele Gleichaltrige wäre diese Menge an Aktivitäten viel zu stressig, aber der Kriener bewältigt diese Herausforderung, wie er verrät, mit Struktur, Ehrgeiz und Spaß an der Sache. Das bedeutet für ihn auch Prioritätensetzung. „Dafür muss man dann auch mal einige Nachtschichten in Kauf nehmen. Dadurch werden andere Tage wiederum entspannter”, erklärt der junge Fußballtrainer. Seit er diesen neuen Posten als Vorsitzender innehat, kommt es dennoch zu Überschneidungen durch Termine, und das ein oder andere Fußballtraining muss ausfallen. Das mache ihm aber nichts aus, denn er habe Spaß in seiner neuen Rolle und lernt gleichzeitig viel Neues. Besonders gefiel es ihm, als er beim Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss des Landkreises dabei sein konnte. Der Schüler erhält außerdem einen Einblick in politische Vorgänge und kann wichtige Kontakte knüpfen. Letztendlich geht es ihm und seinem Team darum, etwas für die Schüler zu verändern.

Er ist sich sicher, dass er zusammen mit dem Kreisschülerrat viel erreichen kann. Zentrales Thema ist momentan die Digitalisierung an Schulen. Dabei geht es nicht unbedingt um mehr technische Geräte, sondern viel mehr um die „Verschmelzung von Technik und Schule”, verdeutlicht der Schüler. Die Corona-Pandemie hat nämlich gezeigt, dass noch einiges in diese Richtung getan werden muss, um Wissen ordentlich vermitteln zu können. Damit meint der Vorstand auch den Einzug der Digitalisierung in den Lehrplan. Also das Nutzen der Technik im Unterricht soll angepasst und der Umgang Lehrern und Schülern nähergebracht werden. Gerade nach dem Lockdown sei dieses Thema zu sehr in Vergessenheit geraten und bekomme durch den Vorstand wieder Gehör, so Phil Stegemann.

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„Ich will nicht nur Versprechungen machen, sondern auch handeln.”, sagt er entschlossen. Um das unter Beweis zu stellen hat er ab jetzt zwei Jahre Zeit. Auch angesichts des Abiturs ist der Vorsitzende sich sicher, dass er es schaffen wird, da er sich auf seine Teammitglieder verlassen kann. Der junge Kriener saft, er wisse, worauf er sich eingelassen habe. Für ihn sei es eine Herausforderung, die er gerne annimmt, um sich selbst gerecht zu werden, der Gesellschaft etwas zurückzugeben und mehr Harmonie zwischen den Schülern, Lehrern und Eltern herzustellen.

 

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