BRUTAL GETÖTET

Hund bei Anklam erschlagen, weil er Gänse riss?

Der Tod eines aufgehängten und erschlagenen Hundes hat nicht nur Tierfreunde erschüttert. Jetzt gab die Polizei neue Hintergründe bekannt.
Vor seinem Tod soll der erschlagene Labrador-Mischling bei Anklam Gänse gejagt haben.
Vor seinem Tod soll der erschlagene Labrador-Mischling bei Anklam Gänse gejagt haben. Deck/Hildenbrand/NK-Combo
Anklam.

Der Fall des auf brutale Weise getöteten Hundes aus dem Anklamer Land hat hohe Wellen geschlagen. Die Polizei hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, dass der Labrador-Mischling zunächst aufgehängt und dann mit einer Axt von einem Bekannten der Halterin erschlagen wurde. Nicht nur Hundefreunde waren entsetzt: Wer tut so etwas – und warum?

Mehr lesen: Hund bei Anklam mit Axt erschlagen

Kosten für Einschläferung zu hoch

Laut Polizei habe die Hundebesitzerin die hohen Kosten für eine Einschläferung als Grund für den entsetzlichen Weg, sich des Hundes zu entledigen, angegeben. Auf Nordkurier-Anfrage wurde jetzt ein weiteres Detail zu dem Fall bekannt:  Der Labrador-Mix soll zuvor Gänse gerissen haben. Musste er deshalb auf so brachiale Weise sterben?

Vor allem in den sozialen Netzwerken schlagen die Emotionen seit Bekanntwerden des Falles hoch. Die teils heftigen Kommentare werden auch von der Polizei wahrgenommen. Die wütenden Reaktionen sind verständlich, aber: Aufrufe zur Selbstjustiz können nicht geduldet werden, appelliert Kathrin Kleedehn von der Anklamer Polizeiinspektion an die Vernunft der Menschen.

Ermittlungen gegen Halterin laufen

Derzeit laufe ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, da der Hund anschließend im Garten vergraben und somit nicht gesetzeskonform entsorgt wurde. Des Weiteren ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Um die genaue Todesursache festzustellen, wurde der Tierkadaver zur Obduktion nach Rostock versandt. Das Ergebnis soll Ende dieser Woche vorliegen, kündigte die Polizei an.

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Kommentare (4)

da kann die Polizei ja wieder alle Kräfte bündeln, zusammenziehen und Sonderermittlungsgruppen bilden, um gegen Äußerungen in den sozialen Netzwerken vorgehen. Mal sehen, wie man wieder den kriminalistischen Schwerpunkt setzt, ggf. Staatsschutz, SEK, MEK, Hundertschaften einsetzt um gegen Äußerungen im Netz vorzugehen, weil ja im Ton vergriffen, offenbar hier in diesem Staat mittlerweile ein totales Schwerverbrechen darstellt. Sicher schlagen Emotionen hoch, und es vergreifen sich sicherlich auch einige im Ton, aber eine Anstiftung sehen zu wollen, naja, dazu gehört immer einer der sich anstiften lässt. Es stellt sich wieder die Frage, ob man den Ermittlungen zur Sachbeschädigung, (Tiere sind ja nach der Gesetzesdefinition ja leider "nur" Sachen), weniger intensiv betreibt, als das man wieder mit allen Mitteln und absolut über die Verhältnismässigkeit hinausschiessend mit mehr Intensivität gegen Äußerungen vorgehen will, anstatt Äußerungen die persönlich werden, oder im Ton vergriffen sind schlicht zu löschen und gut ist.

Werter W...T,

Nach §90 a BGB sind Tiere keine Sachen.

...aber auch zu Ende. ....[Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden]... demnach ist die Tötung eines Hundes leider "nur" Sachbeschädigung. Mir gefällt das auch nicht, ist aber leider die Sichtweise in der Rechtsprechung...

Nicht in der Lage, den Hund zu erziehen, dass Geflügel zu sichern und im Vorfeld nach einer passenden Hunderasse zu suchen und am Ende lässt das Tier auf so eine erbärmliche Art sein Leben- dieser Mensch sollte nie wieder einen Hund halten dürfen. Leider hat das Rechtssystem
darauf keinen Einfluss.
Jede Nacht wünsche ich dem Bekannten und der Halterin süße Träume von dem Hund.
Wie man so überfordert sein kann erschließt sich mir nicht.
Klar ist Selbstjustiz keine Lösung, trotzdem fragt man sich wie verroht einige Menschen sind.