Katharina Horn (Grüne) und Philipp Amthor (CDU) kandidieren im selben Wahlkreis für den Bundestag. Nun gibt es m&aum
Katharina Horn (Grüne) und Philipp Amthor (CDU) kandidieren im selben Wahlkreis für den Bundestag. Nun gibt es mächtig Ärger um beschädigte Plakate. Arne-Jeschal/Jens Büttner
Bundestags-Wahlkampf

Polizei erwischt Kandidatin der Grünen – CDU-Plakate beschädigt

Eine Kandidatin der Grünen in MV soll sich nachts an den Aufstellern der CDU-Konkurrenz vergangen haben. Die Polizei ermittelt, ihre Partei gerät unter Druck.
Greifswald

Plakate zerstört, beklebt, beschmiert – der Wahlkampf für Bundestag und Landtag spitzt sich zu. Nun ist eine Kandidatin der Grünen für den Bundestag in den Fokus der Polizei geraten. Nach Nordkurier-Informationen soll die Greifswalderin Katharina Horn mehrere Plakate der CDU-Konkurrenz mit Diffamierungen beklebt haben. Horn sitzt seit 2018 in der Greifswalder Bürgerschaft und ist Sprecherin der Grünen Jugend in Mecklenburg-Vorpommern. Bei der Bundestagswahl Ende September kandidiert sie im selben Wahlkreis wie Philipp Amthor (16 – Mecklenburgische Seenplatte I / Vorpommern-Greifswald II), außerdem steht sie auf Platz zwei der Landesliste ihrer Partei für den Bundestag.

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Von der Polizei erwischt

Nach Nordkurier-Informationen soll Horn mit einem weiteren Beschuldigten vergangene Woche mehrere Aufkleber mit der Aufschrift „Korrupt” auf Plakaten der CDU in Greifswald angebracht haben. Nun droht ihr eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass am Freitagabend zwei Personen von einer Polizeistreife beim Bekleben der Plakate gestellt wurden. Angaben zu Alter und Wohnort stimmen mit Horn überein. Dass es sich um die Grünen-Kandidatin handelt wollte die Polizei weder bestätigen noch dementieren – der Datenschutz.

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Amthor attackiert „linke Parteien”

Katharina Horn war für den Nordkurier am Mittwoch nicht erreichbar. Beim Landesverband der Grünen einigte man sich schließlich darauf, nicht den Kontakt zu Horn herzustellen, sondern den Landesvorsitzenden Ole Krüger reagieren zu lassen. Der gab sich juristisch spitzfindig: „Wir haben mit unserer Kandidatin Katharina Horn gesprochen. Sie hat keine Kenntnis von einer Anzeige.” Die Rückfrage allerdings, ob sie von dem Vorgang an sich wisse bzw. von der Polizei bei einer Sachbeschädigung erwischt wurde, wollte man bei den Grünen nicht beantworten.

Auf Nordkurier-Nachfrage bestätigte Amthor, der Kreisverband der CDU sei von der Polizei über den Vorgang informiert worden. Der CDU-Politiker reagierte entrüstet und nutzte die Gelegenheit zum General-Angriff auf die Konkurrenz. Das Ganze sei „kein Studentenstreich”, sondern ein „unglaublicher Vorgang und offenbart das absurde Demokratie- und Eigentumsverständnis linker Parteien.” Er forderte eine klare Reaktion des Landesverbandes der Grünen. „Wer mutwillige Sachbeschädigung für eine Petitesse hält, ist für den Bundestag offensichtlich nicht geeignet”, so Amthor weiter.

Lobbyvorwürfe gegen die CDU

Amthor, der laut aktueller Prognosen um seinen einst sichergeglaubten Sitz im Bundestag bangen muss, sieht sich als Opfer einer Kampagne. „Insgesamt gehört es leider zu den traurigen Tiefpunkten dieses Wahlkampfes, dass ein Mitbewerber seit Monaten mit Falschbehauptungen völlig haltlose Straftaten unterstellt.” Er dürfte damit auf den SPD-Kandidaten Erik von Malottki anspielen, der Amthor wegen seiner Lobby-Verflechtungen mit dem Unternehmen „Augustus Intelligence” kritisiert. Er hatte Aktienoptionen des Unternehmens „Augustus Intelligence” erhalten, diese aber nach Bekanntwerden des Vorgangs zurückgegeben. Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Korruption gegen ihn hatte die Staatsanwaltschaft Berlin nach wenigen Tagen eingestellt.

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