Peinliche Polizei-Panne

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Polizei fahndet nach eigener Munition auf Usedom

Der Polizei ist Muntion für eine Maschinenpistole abhanden gekommen.
Der Polizei ist Muntion für eine Maschinenpistole abhanden gekommen.
Paul Zinken / NK-Archiv

Auf Usedom sucht die Polizei derzeit mit Hochdruck nach einer Tasche mit Munition für die Maschinenpistole eines Polizeiautos. Die Beamten hatten diese wohl auf dem Dach des Fahrzeugs vergessen.

Noch während die Polizeibeamten des Polizeireviers Heringsdorf auf Usedom am Freitagmittag ihr Dienstfahrzeug startklar machten, kam der erste dringende Einsatz: Dabei brachen sie offenbar so eilig auf, dass ihnen ein folgenschwerer Fehler unterlief. Offenbar haben sie eine Tasche mit Munition für die Maschinenpistole im Fahrzeug auf dem Dach liegen gelassen. Diese ist nun verschwunden – die Polizei bat die Öffentlichkeit am Samstagnachmittag um Mithilfe bei der Suche.

Gesucht wird nun nach einer grünen Magazintasche aus Leder mit drei Kammern. Die Tasche hat silberne Druckknöpfe und folgenden Inhalt: drei Magazine aus Stahl mit jeweils 30 Patronen, Kaliber 9mm.

Wie es von der Polizei weiter hieß, müsse die Tasche am Freitag zwischen 12:36 Uhr und 19:35 Uhr vom Dach des Fahrzeugs gefallen sein. Es habe sich in diesem Zeitraum von Heringsdorf nach Ückeritz, Bansin und zurück nach Heringsdorf bewegt. Die Polizei hat die Strecke natürlich selbst schon abgesucht und die Tasche nicht gefunden.

Weiter heißt es in der Nachricht: „Aus diesem Grund wird der ehrliche Finder gebeten, den Fund sofort der Polizei zu melden oder die Magazintasche direkt bei einem Polizeirevier abzugeben.” Ob wegen des Verlusts der Tasche ein Ermittlungsverfahren gegen die Beamten eingeleitet wird, teilte die Polizei zunächst nicht mit.

Kommentare (4)

Ohne beträchtlichen Finderlohn auszusetzen, wird wohl wenig Aussicht bestehen, dass die Fundsache abgegeben wird. Wie hoch wäre denn überhaupt der dem Finder laut BGB zustehende Findertlohn in diesem Falle? Was kosten 90 Menschenleben, denn auf Schießscheiben schießt man wohl mit dieser Munition nicht.

Gerade weil es hier möglicherweise um gefährliche Gegenstände welche die öffentliche Sicherheit gefährden können geht, sollte ein ehrlicher Finder genau aus dem Schutz dieser die Tasche auch ohne Finderlohn abgeben. Alles andere ist moralisch, möglicherweise sogar strafrechtlich vorwerfbar. Weiterhin sollte auch dem ungebildetsten erwachsenen Menschen klar sein wie man sich verhält, wenn man Munition findet.

SNSLRJ_383704, heute ist Sonntag 11.30 Uhr. Seit dem Zeitpunkt des Verlusts sind ca.42 Stunden vergangen! Was ein EHRLICHER Finder machen sollte usw., was du da schreibst, ist klar. Ich nehme auch an, dass wir beide uns so verhalten würden in diesem Falle. Aber was, wenn der Finder ein armer Kerl ist, Hartz IV oder ...., oder.... oder....? Daher meine obige Empfehlung. Und von materiellem Anreiz wirst du sicher schon etwas gehört haben. Auch kein so armer Kerl- --Geld kann jeder verwenden. Es würde seinem " Ehrlichkeisbewusstsein" v i e l l e i c h t doch einen Anstoß geben. Wenn nicht, ist nur zu hoffen, dass keine anderen Ineressenten davon Mitteilung erhalten und ihm ein iinteressantes Angebot unterbreiten. Die Polizei sollte sich das überlegen und nicht so knickrig sein, weil es sich um eine gefährliche Verlustsache handelt. Krimis, wo böse Menschen agieren, guckst du wohl nicht? :-)

Das sehe ich anders. Ähnlich wie das rufen von Hilfe im Notfall eine Verpflichtung kraft Gesetz ist, sollte auch in Fällen wie diesem hier die Bürgerpflicht im Vordergrund stehen. Woher sie die Vermutung haben es könne sich um einen armen Kerl handeln weiß ich nicht. Jedoch könnte es sich auch um einen stinkreichen Geschäftsmann handeln der sich aus dem gebotenen Geld nichts macht.