13 Straftaten aus Vorpommern wurden noch einmal überprüft.
13 Straftaten aus Vorpommern wurden noch einmal überprüft. NK-Montage
Wie viele Menschen wurden in Mecklenburg-Vorpommern Opfer rechter Gewalt?
Wie viele Menschen wurden in Mecklenburg-Vorpommern Opfer rechter Gewalt? NK-Montage
NSU-Morde in MV

Rechte Morde auch in Vorpommern?

Im Zuge der Aufklärung der NSU-Taten wurden auch Fälle in Vorpommern noch einmal aufgerollt. Konkrete Verbindung kamen dabei nicht zutage aber durchaus rechtsextreme Hintergründe.
Anklam

Wie viele Menschen wurden in Mecklenburg-Vorpommern Opfer rechter Gewalt? Diese Frage wurde nicht zuletzt nach Bekanntwerden der Taten des sogenannten „nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) im Jahr 2011 noch einmal aufgeworfen. In den Folgejahren wurden zahlreiche Morde und Totschlags-Verfahren deshalb noch einmal geprüft.

Dabei kamen auch mehrere Taten aus der Region Vorpommern wieder auf den Tisch, wie jetzt eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Peter Ritter (Linke) an die Landesregierung ergab. Fünf Fälle aus dem heutigen Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden demnach bereits 2013 von den Ermittlern aus MV dem Bundeskriminalamt zur Prüfung gemeldet. Insgesamt waren es 13 Straftaten aus dem ganzen Landesbereich, die in diesem Zuge noch einmal beleuchtet wurden.

Fälle von 1996 bis 2001 wurden untersucht

Bei den Taten handelt es sich um Totschlags- oder Morddelikte, denen entweder bereits ein rechtsextremer Hintergrund als politisch-motivierte Kriminalität nachgewiesen werden konnte, oder zumindest Ansatzpunkte dazu nach dem bundesweiten Konzept zur Fallanalyse vorlagen.

Konkret geht es bei den Taten aus Vorpommern um Fälle aus den Jahren 1996 bis 2001. So zählen etwa zwei Totschlags-Verfahren dazu, bei denen in Greifswald im Juni und im November 2000 zwei Obdachlose durch massive Gewalt zu Tode kamen. In beiden Fällen waren jugendliche Täter beteiligt.

Ein damals 16-jähriger Täter, der im November zusammen mit einem weiteren 16-Jährigen und einem 21-Jährigen unter anderem mit einem 1,70 Meter langen Pfahl auf den Obdachlosen einschlug, soll zuvor Mitglied der rechtsextremen NPD gewesen sein. In beiden Fällen führte die Polizei den gesellschaftlichen Status der Opfer als Kriterium auf, weshalb die Fälle noch einmal auf ihre politische Motivation geprüft wurden.

Landesregierung Antwort auf NSU-Verstrickungen ist deutlich

Aus demselben Jahr stammt zudem ein Fall aus Ahlbeck. Auch dort wurde im Juli ein Obdachloser von jugendlichen Tätern erschlagen. Die vierte Tat in diesem Zusammenhang hat sich bereits im Juli 1996 ereignet. Damals wurde ein 34-jähriger Mann in Wolgast angegriffen und zu Tode geprügelt. Die Polizei zieht dabei das Bekanntwerden einer Sexualstraftat als mögliches Motiv für einen politischen Hintergrund heran.

Und dann ging es noch um eine Tat im April 2001 in Jarmen. Dort wurde ein Algerier tot aufgefunden, auf den ebenfalls zuvor mit massiver Gewalt eingewirkt wurde. Als Täter wurden drei junge Männer aus Greifswald ermittelt.

Ein Bezug der Taten zum NSU konnte allerdings in keinem der Fälle hergestellt werden, heißt es in der Antwort der Landesregierung. Zudem wurde lediglich der Obdachlosen-Mord vom November 2000 bei der weiteren Prüfung als rechtsmotiviert eingestuft.

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