Gut 45 Zuhörer waren im Anklamer Hof zum Vortrag und Diskussionsabend zusammengekommen.
Gut 45 Zuhörer waren im Anklamer Hof zum Vortrag und Diskussionsabend zusammengekommen. Anne-Marie Maaß
Friedrich-Ebert-Stiftung

Rege Diskussion über soziale Umbrüche in Anklam

„Strukturschwach und erfahrungsstark” - diese Attribute schreibt eine Studie auch den Vorpommern zu. Doch was sagen die Menschen vor Ort zu solchen Erkenntnissen?
Anklam

"Die Übergangenen” – so ist die noch recht neue Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung zu den großen sozialen Umbrüchen in strukturschwachen Regionen betitelt. Dazu zählt auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald, der eines von vier Forschungsgebieten war. Konkret wurden für die Untersuchungen Menschen aus Wolgast, Demmin, Pasewalk oder auch Torgelow befragt.

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In Anklam fand nun ein Diskussionsabend zu den Erkenntnissen der Wissenschaftler statt. Rund 45 Interessierte waren dabei zusammengekommen, um auch mit dem Podium - bestehend aus Mitautorin der Studie Johanna Siebert, Vorpommern-Staatssekretär Heiko Miraß (SPD), der Leiterin der Stadtbibliothek Torgelow Monika Birkenhauer und Annett Freier vom Anklamer Demokratieladen - zu diskutieren. Lassen sich mit den drei proklamierten „Gs” – Geld, Gestaltungsmacht und Gehör – wirklich alle Probleme lösen?

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Ist Vorpommern abgehängt?

Daran hatten so einige Zuhörer ihre Zweifel. Unter ihnen war auch Helmut Klüter, Geografie-Professor im Ruhestand aus Greifswald. Er wollte Vorpommern längst nicht als abgehängt tituliert sehen, zumal wenn es etwa um die Klimadebatte geht.

Große Wandlungsprozesse hätten sich speziell im ländlichen Raum hier schon abgespielt, sodass er infrage stellte, wie groß die anstehende Veränderung in Vorpommern überhaupt noch wären.

Gespräche auf Augenhöhe wichtig

Auch bei Punkten der Teilhabe gingen die Meinungen durchaus auseinander. So sah ein Großteil des Publikums die Vorpommern dort ebenfalls schon gut aufgestellt. „Wir sind aktiv”, urteilte etwa Anklams Bürgervorsteher Andreas Brüsch, der sich aber fürs Ehrenamt einfach mehr hauptamtliche Unterstützung wünschte.

Das Problem mit der Kommunikation brachte die Torgelower Bibliothekarin und selbst Befragte in der Studie, Monika Birkenhauer, auf den Punkt: Gespräche auf Augenhöhe machen manchmal schon den Unterschied aus.

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