SCHLECHTE FERIEN

Reise-Autorin schimpft über Urlaub auf Usedom

Auf Usedom Ferien zu machen, kommt für eine Online-Reisereporterin nach negativen Erlebnissen kein zweites Mal in Frage. Was hat sie gestört? Und was sagen die Usedomer?
Ahlbeck mit der Seebrücke ist bei Usedom-Urlaubern ein beliebter Anlaufpunkt.
Ahlbeck mit der Seebrücke ist bei Usedom-Urlaubern ein beliebter Anlaufpunkt. Stefan Sauer
Die Corona-Zeiten haben die Touristiker der Insel gebeutelt, aber als sie endlich wieder Gäste empfangen durften, wurde d
Die Corona-Zeiten haben die Touristiker der Insel gebeutelt, aber als sie endlich wieder Gäste empfangen durften, wurde das euphorisch gewürdigt. Stefan Sauer
An heißen Sommertagen bleibt wie hier am Strand bei Zinnowitz kaum ein Fleckchen frei. Das sorgt auf der Hauptverkehrsad
An heißen Sommertagen bleibt wie hier am Strand bei Zinnowitz kaum ein Fleckchen frei. Das sorgt auf der Hauptverkehrsader der Insel natürlich auch immer wieder für stockenden Verkehr und Staus. Stefan Sauer
Die schmucken Villen in den Kaiserbädern und die schönen Strände waren das einzig Positive, was eine Kritikern
Die schmucken Villen in den Kaiserbädern und die schönen Strände waren das einzig Positive, was eine Kritikern im Internet über die Insel Usedom und ihren Urlaub dort schreiben konnte. Claudia Pautz/UTG
Usedom ·

Unterm Strich war es für sie ein Reinfall. Redakteurin Angelika Pickardt macht auf der vom Axel-Springer-Verlag betriebenen Internetplattform Travelbook ihrem Ärger Luft. Ihr zweiter Urlaub auf der Insel Usedom sei auch der letzte, schreibt die Autorin für Urlaubs- und Reisethemen.

1. Unfreundliche Menschen

„Einer der Hauptgründe, warum mir die Lust auf Usedom vergangen ist: Ich bin leider vielen Menschen begegnet, die sehr unfreundlich waren. Ob der Kellner im Restaurant, der Verkäufer im Tabakwarenladen oder die Besitzerin der Imbissbude am Hundestrand – sehr viele waren pampig und machten auf mich den Eindruck, als hätten sie keine Lust auf Urlauber. Natürlich waren nicht alle Menschen unfreundlich, aber doch so viele, dass es bei mir einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat”, kritisiert Pickardt. Schränkt aber zumindest ein, dass sicher nicht alle Gäste auf dem Eiland so viele negative Erlebnisse hatten.

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2. Langweiliges oder teures Essen

Doch die Menschen allein seien es nicht gewesen, die ihr die Freude an den Ferien getrübt hätten: „Ebenfalls wenig begeistert hat mich die Gastronomie vor Ort – weder vom Angebot noch von den Preisen. Es gibt natürlich viel Fisch, was ich an sich toll finde, aber oftmals frittiert oder im Backteig. Dazu wahlweise Pommes oder Bratkartoffeln. Das mag am Anfang noch lecker sein, aber spätestens am dritten Tag habe ich mich nach gesünderen Alternativen gesehnt. Die findet man sicherlich auch in den gehobeneren Restaurants auf Usedom, aber dort sind die Preise dann nochmal höher, als es schon in vielen der einfacheren Lokale der Fall ist. Alles in allem war die Gastronomie einfach sehr touristisch”, beschreibt die Autorin ihre offenbar eher eingeschränkten kulinarischen Erfahrungen.

3. Schlechte Verkehrsanbindung

Fahren ist das Stichwort: Denn auch die Fahrt auf die Insel sei ein weiterer Grund, warum sie künftig lieber woanders Urlaub machen werde. Die Anbindung sei schlecht. „Von Berlin aus braucht man ins eigentlich nur 220 Kilometer entfernte Seebad Bansin mit dem Auto mehr als drei Stunden, wobei man mehr als die Hälfte der Zeit auf Bundesstraßen fährt. Zudem gibt es nur zwei Zufahrtsstraßen auf die Insel, und die sind vor allem im Sommer oft verstopft. Mit der Bahn ist man von Berlin aus mindestens viereinhalb Stunden unterwegs und muss mehrmals umsteigen. Zwar gibt es Pläne, die einstige Bahnstrecke Berlin-Usedom über eine neue Brücke bei Karnin wiederherzustellen, was die Fahrzeit um zwei Stunden verkürzen würde. Aber bis es tatsächlich so weit ist, dürften Jahre vergehen. Laut Berlins Tourismusbehörde sollen erst 2022 überhaupt Ergebnisse für eine Kosten-Nutzen-Rechnung vorliegen”, hat die genervte Urlauberin recherchiert.

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Tourismusverband hält dagegen

Diese Pauschal-Kritik lassen die Insulaner nicht auf sich sitzen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Frau während der ganzen Woche ihres Aufenthaltes auf der Insel so viele negative Begegnungen hatte, dass diese überwiegen und dass nichts Gutes zu berichten sei. Ich denke, es kommt auch darauf an, mit welcher Einstellung man anreist, und die Dame hatte ja bereits einen Aufenthalt bei uns in nicht so guter Erinnerung. Ich hoffe nicht, dass sie diesmal die Bestätigung dafür gesucht hat”, sagt Nadine Riethdorf auf Nordkurier-Nachfrage.

Die Vorsitzende des Tourismusverbandes Insel Usedom hält nichts von derartiger „General-Schelte”. „Was das Service-Personal betrifft, habe ich so viel Freude nach Corona erlebt, wieder arbeiten und für die Gäste da sein zu dürfen. Natürlich hat jeder mal einen schlechten Tag. Aber das sollten die Urlauber in den seltensten Fällen spüren.”

Zum Thema Essen findet die Vereinschefin die Kritik auch überzogen: „Wir sind ja als Insulaner auch Gäste in den Restaurants auf der eigenen Insel. Ich kann solche schlechten Erfahrungen, wie die Urlauberin sie schildert, nicht unterschreiben. Zudem weiß ich nicht, ob das der richtige Weg ist, seine so durchweg negativen Aussagen in einem Blog zu präsentieren. Ein Gespräch mit dem Personal oder in den Tourismusbüros sind doch auch ein Weg, seinem Ärger Luft zu machen. Vielleicht geht es da aber auch nur um die Anzahl von Leuten, die das lesen sollen”, gibt Nadine Riethdorf Kritik zurück.

In einem Punkt allerdings pflichtet sie der Berlinerin bei: „Die Situation mit der Infrastruktur stört uns ja auch. Die ist unbefriedigend. Aber so schnell kann man da trotz aller Bemühungen nichts machen. So etwas koste viel Geld und viel Zeit. Aber auch die Touristiker bleiben da dran. Und es ist ja auch nicht jeden Tag extremer Stau auf den Straßen. Aber ich kann den Ärger schon verstehen. Die meisten Menschen jedoch erleben bei uns einen schönen Urlaub und nehmen auch diese guten Eindrücke mit.” Vielleicht überlege es sich die tadelnde Touristin ja doch noch mal und gebe der Insel wieder mal eine Chance.

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Danach sieht es aktuell in ihrem Bericht nicht aus. Während es auch in diesem Jahr Tausende auf die Insel Usedom zieht und sicher nicht alle den Post von Travelbook lesen oder sich davon abschrecken lassen werden, hat Angelika Pickardt ein Fazit gezogen: „Wenn ich das nächste Mal Urlaub in Deutschland mache, dann sicher wieder an der Müritz oder am Scharmützelsee. Das ist näher, fühlt sich fast an wie am Meer – und die Menschen waren dort bisher immer durchweg freundlich.”

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Kommentare (9)

Gerne kann die Reisereporterin Inseln besuchen, die mehr als zwei Zufahrten haben. Bin gespannt, welche deutsche Inseln sie dann beehrt und lobpreist.

Axel Springer Verlag, dort sind Lügen ihr einziges Geschäftsmodell!
Ich habe den Beitrag von Frau Angelika Pickardt schon gestern gelesen.
Okay, die Unfreundlichkeit des Personals, kann man haben aber dazu gehören immer zwei Seiten... habe ich persönlich so noch nicht erlebt, aber so wie man in den Wald...
Die schlechte Anbindung, auch so eine Geschichte, ohne ICE Anbindung oder wenigstens einen BER ist jedes Reiseziel in Deutschland schon unten durch.
Eintöniges Essen, auch das kann man haben, wenn man nach Gutsherren Art denkt bei denen kann man für 5 Euro zumindest mal ein 6 Gänge Menü erwarten selbstverständlich serviert vom Sternekoch, das muss schon sein.
Man kann nur noch kotzen, wenn man so viel Schwachsinn geballt in einen Artikel liest.
Ich hoffe für Frau Angelika Pickardt, dass Sie in Zukunft einen großen Bogen um Usedom macht!

Ich habe mal den Bericht gelesen und habe so meine Zweifel, dass diese Frau überhaupt auf Usedom war! Schon die Anreise mit der Bahn, wo man mehrmals umsteigen muss, ist in meinen Augen dreist gelogen! Ich weiss ja nicht welche Verbindung die Frau genutzt hat, aber mit dem RE 3 sollte man direkt zum Zug nach Usedom kommen ohne zwischendurch umsteigen zu müssen! Es sei denn man steigt in Berlin in den RE 3 nach Schwedt, dann muss man natürlich spätestens in Angermünde nochmals umsteigen und eine Stunde warten! Ich schätze mal, der ganze Bericht basiert auf Hörensagen und wurde von ihr ausgeschmückt!

Ich glaube sie hat nicht über Usedom sondern Berlin geschrieben. Schön ist auch ihr reisserischer Satzbau "unfreundliche Bedienung im Restaurant, pampige Bedienung beim Tabakladen....aber es sind nicht alle unfreundlich"
Wenn nicht allw unfreundlich sind, wieso wird das dann als Grund angegeben?!
Von einer Spalterin und Hetzerin welche für die Propaganda-,Lügen- und Hetzmaschenerie Springer arbeiter, sollte in Sachen Unfreundlichkeit denn Ball ganz flach halten, am besten gleich die Luft aus selbigen gelassen. Überhaupt das die Springermaschinerie überhaupt noch existieren darf, trotz Hetze, Staatszersetzung, Lügen und etlichen anderen Skandalen, ist absolut unverständlich.

last euch von dem Geschmiere nicht ärgern.Das Schmierfink muss doch was schmieren auch wenn es gelogen ist.
Bin selbst 2bis 3 mal im Jahr auf Usededom,immer wieder schön.

Wir sind von Süddeutschland auf Usedom gezogen. Die Autorin hat exakt wiedergegeben wie wir Usedom erleben. In vielen Bereichen der Gastronomie erleben wir überhebliches und eingebildtes Personal und wir kommen uns als Störenfriede vor. Schön ist auch die Erwähnung des Imbissstand, völlig zutreffend. Im Gegensatz zu Süddeutschland sind die Preise fürs Essen total überzogen, wobei man die mindere Qualität erwähnen muss. Zur miesen Bahnverbindung muss man nichts mehr sagen.

Gerade Bewohner aus Süddeutschland müssen mit der Keule "überheblich" und "eingebildet" kommen...

Wenn es Ihnen in MV aus lächerlichen Gründen nicht gefällt, sollten Sie schnellstens ein Umzugsunternehmen mit Ihrer Rückkehr nach Süddeutschland beauftragen! Das Unternehmen freut sich über den Auftrag. Die Menschen in MV freuen sich, wenn Sie hier nicht mehr wohnen. Gute Reise! Zu Ihrem offensichtlich beschränkten Wissen und miesen Charakter muss man auch nichts mehr sagen.

Ich war gestern in Heringsdorf. Gut, dass es nur ein Tag war. Da steht man vor dem Karussell alleine und wartet vergeblich, dass die Inhaber (2 Personen) auf dich ausnahmsweise aufmerksam werden. Das Essen beim Italiener auf der Brücke in bester Lage schmeckt wie Tiefkühlkost bei Aldi.

Die Kommentare hier zeigen übrigens, dass die Autorin vollkommen Recht hat. Sowas wie "geh doch zurück nach Bayern" oder "Berlin ist noch schlechter", zeigt wie die Menschen auf Userdom ticken. Die Menschen sind anscheinend kritikresistent und wollen beim Service aus den DDR-Zeiten festhalten.

Na dann, hoffentlich werden die nervigen Touristen nach Corona wieder in freundlicheren Orten ihr Urlaub verbringen.

Ich war auch einmal auf Usedom und das unfreundliche Gebaren ist leider auch das erste an das ich mich nachhaltig erinnere. Nach den ersten 2 Tagen hat man diese abweisende Art schon fast erwartet, und nein, ich habe es weder provoziert, noch habe ich ein unfreundliches Wesen. Die meisten Kommentare hier, nun ja, die stehen dann wohl für sich.