AUSSTATTUNG

Rettungstechnik der Vorpommern-Feuerwehren ist oft reif für das Museum

274 Feuerwehrfahrzeuge in Vorpommern-Greifswald sind teils weit über 15 Jahre alt. Die 50 Millionen vom Land sind da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Beim jährlichen Kriener Oldtimertreffen geht das 53 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug der Gemeinde glatt als Liebhaberstü
Beim jährlichen Kriener Oldtimertreffen geht das 53 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug der Gemeinde glatt als Liebhaberstück durch. Anne-Marie Maaß
Anklam.

50 Millionen Euro will das Land in die freiwilligen Feuerwehren investieren. Geld, das dringend benötigt wird – vielerorts haben die Einsatzfahrzeuge bereits den Oldtimerstatus erreicht. Genau diese sollen nun vorrangig ersetzt werden – dazu wird ein Mindestalter von 15 Jahren angesetzt. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald trifft das immerhin für 274 von insgesamt 371 Feuerwehrfahrzeugen zu. Vor allem alte DDR-Fahrzeuge sollen nun ausrangiert werden.

Nicht für jede Gemeinde gibt es ein neues Fahrzeug

Aktuell stehen deshalb in vielen Gemeinden Sondersitzungen auf dem Plan. Sie müssen Abnahmeerklärungen für die Neufahrzeuge abgeben – zum ersten Mal werden diese nicht von den einzelnen Gemeinden, sondern zentral vom Land angeschafft und anschließend verteilt. So sollen vor allem für die Gemeinden günstigere Konditionen erreicht werden. Sie müssen somit nur 10 bis 30 Prozent der Kosten tragen. Bislang galt bei der Fahrzeugbeschaffung eine Drittelregelung zwischen Land, Kreis und Gemeinden.

Bei den großen Bedarfen sei aber auch bereits klar, für jede Gemeinde wird es kein neues Fahrzeug aus dem Landes-Programm geben, weiß auch Landrat Michael Sack (CDU). Bei der Abwägung müsse deshalb genau hingeschaut werden.“Wir werden gucken müssen, wo geht es um das einzige einsatzbereite Fahrzeug“, sagt er. Der Kreis gibt bei jedem gestellten Antrag eine Einschätzung ab. Generell begrüße er die Investition, sieht aber auch Fallstricke, so Sack.

Und dann auch noch zu kleine Feuerwehrgebäude

So gebe es künftig ein Problem bei den Feuerwehrgebäuden. Viele seien zwar aktuell für den alten LO noch groß genug. Ob allerdings auch ein Neufahrzeug ausreichend Platz findet, sei fraglich. Der Landrat befürchtet deshalb, dass ohne Voraussicht, schnell Folgekosten für die Gemeinden anstehen könnten. Darauf müsse geachtet werden, so Sack. Zudem hätten die DDR-Fahrzeuge gegenüber neueren Modellen auch einen technischen Vorteil – den Allrad-Antrieb. Die Geländegängigkeit gehe deshalb mit den neuen Fahrzeugen ein Stück weit verloren.

Das habe sich bereits bemerkbar gemacht, als viele Wehren in Vorpommern günstige gebrauchte Fahrzeuge aus anderen Bundesländern aufkauften oder in den 90-er Jahren von Partnerwehren übernehmen konnten. Das habe damals vielen Feuerwehren im Landkreis sehr geholfen. Doch auch diese Fahrzeuge haben mittlerweile ein Alter erreicht, mit dem ihnen allenfalls noch einen Platz in einem Feuerwehrmuseum zukommen sollte.

Derzeit sei gerade beim Thema Feuerwehr viel in Bewegung, so Michael Sack. Vor diesem Hintergrund müsse man auch sehen, wie der Vorschlag der CDU-Fraktion – einen Ersatzfahrzeug-Pool beim Landkreis anzuschaffen – umzusetzen ist.

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