Kinderrevue

Reuter-Ensemble verzaubert mit Hexen und Teufeln

Eine doppelte Premiere hat das Anklamer Fritz-Reuter-Ensemble am Wochenende mit seiner Kinderrevue „Hexenzauber“ bravourös gefeiert. Das Publikum war schier aus dem Häuschen.
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https://www.nordkurier.de/anklam/reuter-ensemble-verzaubert-mit-hexen-und-teufeln-2146000611.html Kerstin Fiedler-Wilhelm
Anklam

Sie sind wieder da! Und wie! Nach zwei Jahren Bühnenabstinenz verzauberten die „Fritzer“, wie die Anklamer das Fritz-Reuter-Ensemble (FRE) liebevoll nennen, ihr Publikum am Samstag gleich mit einer Doppelvorstellung der traditionellen Kinderrevue. Jeweils eine knappe Stunde sangen, tanzten, turnten und wuselten insgesamt 59 Hexen, Teufel, Menschenkinder, Bauarbeiter und sogar Computerviren über die Bühne des Anklamer Theaters.

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Hexen wollen zu alter Stärke finden

Die phantasievolle Geschichte aus der Feder des FRE-Urgesteins und Akrobatiktrainers Torsten Wiedemann erzählt von frustrierten Hexen, die sich über die mangelnde Aufmerksamkeit der Menschen beklagen, unter denen sie schon so lange – igitt – friedvoll leben. Sie können kaum noch hexen und haben sogar das Fliegen auf ihren Besen verlernt. Schließlich sind die Annehmlichkeiten der modernen Menschenwelt gar nicht so zu verachten. Ein Flugzeug zum Beispiel ist der Frisur doch viel zuträglicher.

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Aber wie zu alter Stärke finden, um die Menschen wie früher zu drangsalieren und in Angst und Schrecken zu versetzen? Der Altmeister Lucifer – schön gespielt und gesungen von Otto Gräntzel – soll es richten. Der Teufel ist mittlerweile selbst eher gemäßigt, hat die Zeit gefunden, viele kleine Teufelchen in die Welt zu setzen und erfüllt nun seine Vaterpflichten mit großer Freude. Aber auch wenn er das Ansinnen der Hexen nicht wirklich versteht, will er helfen.

Ein Virus soll Menschheit treffen

Ein lustiges Brainstorming führt schließlich zur Lösung: Nur ein Virus kann die Menschen wirklich treffen. Nein, stopp! Es geht mal nicht um Corona. Ein Computer-Virus soll alle elektrischen Geräte außer Betrieb setzen und die Menschenwelt ins Chaos stürzen. Die große Spielfreude war allen Akteuren deutlich anzumerken. Sie wurden dafür mit viel Applaus und Jubelrufen zwischen den Acts und am Schluss ihrer Revue bedacht. Neben der großen Unsicherheit, ob die Revue überhaupt stattfinden darf, hatte es kurz zuvor noch eine Schrecksekunde für das Ensemble gegeben: Eine der Hexen (Pia Lüder) war gestürzt und hatte sich am Bein verletzt. Ein Grund fürs Aufgeben sei das aber nicht für sie gewesen, versicherte Torsten Wiedemann. Ein paar Sätze wurden getauscht und Pia kurzerhand in einen Rollstuhl gesetzt, von dem aus sie dann doch spielen konnte.

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„Der Zauber seid ihr“, ließ sich Theatermann Wolfgang Bordel am Schluss auch nicht nehmen, den jungen Tänzern und Akrobaten zu versichern. Sichtlich gerührt hob er die Einmaligkeit eines solchen Ensembles im Land als „wirkliches Kleinod“ hervor. Unterstützung seitens des Theaters ist für Bordel und seine Kollegen, von denen selbst viele das FRE-Gen haben, Ehrensache. So nutzte Sebastian Haff „Haffi“, der mittlerweile Techniker am Friedrichstadtpalast in Berlin ist, seinen Urlaub, um für die herrliche Kulisse zu tüfteln und zu basteln und raffinierte Spezialeffekte mittels Technik und Licht auf die Bühne zu zaubern. Eines dieser kleinen Wunderwerke war eine leuchtende Zauberkugel, in die Mareike Scheil bei der Schlussmoderation schaute, um den Wunsch aller herauszulesen: Die geplanten Aufführungen sollten alle stattfinden können. Das sah das Publikum – viele stolze und unterstützende Eltern, Großeltern und Geschwister – ganz genauso. Der Start jedenfalls ist überaus gelungen.

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Weitere Aufführungen:

Am 28. November (15 Uhr) und 29. November (10.30 Uhr) in der Blechbüchse Zinnowitz. Weitere Aufführungen in Anklam finden Sie hier. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember um 15 Uhr, gibt es zum Finale im Theater Anklam die Weihnachtsrevue.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Anklam

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