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Riesen-Chor soll Kirche zum Beben bringen

Chorprobe zur Gospelmesse „Mass of Joy“ mit Kantorin Ruth-Margret Friedrich, die mit ihrer Begeisterung für den Gesang jeden mitreißt. Bisher sind 70 Sängerinnen und Sänger dabei. Doch es können ruhig noch ein wenig mehr sein. [KT_CREDIT] FOTO: Veronika Müller

VonVeronika MüllerFünfstimmige Harmonie in Anklam. Geht das? Bei der Streitlust, die normalerweise in politischen Kreisen herrscht? Natürlich! Kantorin ...

VonVeronika Müller

Fünfstimmige Harmonie in Anklam. Geht das? Bei der Streitlust, die normalerweise in politischen Kreisen herrscht? Natürlich! Kantorin Ruth-Margret Friedrich zeigt wie es geht: Sie formt fast 100 Sänger
zu einem harmonischen Ganzen.

Anklam.Noch sind sie „erst“ 70. Doch geht es nach dem Willen von Ruth-Margret Friedrich werden sie etwa 100 sein. Die Kantorin der Anklamer Sankt-Marien-Kirche hat mit ihren Sängern wieder Großes vor: Die Aufführung der Gospelmesse „Mass of Joy“ von Ralf Grössler. Ein
anspruchsvolles Stück für zwei Chöre, Solo und Orchester, das klassische Formen der Kirchenmusik mit Gregorianik und Gospel verbindet. Und es ist dreisprachig – englisch, latein und deutsch wird hier gesungen. „Darum ist das Stück nicht für kleine Kinder geeignet, aber sonst ist jede Altersgruppe und jede Stimmlage gefragt“, sagt die Chorleiterin, die seit knapp zwei Wochen mit den Gruppen probt. Die Akteure sind keine Profis. Es sind Menschen, die Freude am Gesang haben und immer wieder mal etwas Neues ausprobieren möchten. Und dies ist neu. Denn Gospel ist nicht gerade die Musikrichtung, die in den Kirchen unserer Region zu Hause ist. Aber Ruth-Margret Friedrich ist optimistisch, dass die Sänger dies mindestens genauso toll meistern werden, wie die Aufführung des Weihnachtsoratorium, mit der 90 Sänger die Marienkirche zum Klingen brachten.
„So eine Aufführung verlangt geradezu nach einer Fortsetzung“, macht die Kantorin klar, dass die Messlatte für die Premiere am 25. August recht hoch liegt. „Aber eine Gesangsausbildung ist nicht erforderlich, um in unserem Chor zu singen.“ Fakt jedoch ist, Noten sollten für die Sänger kein „Buch
mit sieben Siegeln“ sein. „Einige Kenntnisse auf diesem Gebiet wären schon hilfreich.“ Sangesfreudige können sich ganz unkompliziert bei den wöchentlichen Proben einfinden. Denn noch sind die Übungen in einem Stadium, in dem der Einstieg problemlos zu bewältigen
ist. Eines jedoch verwundert die Chorchefin doch ein wenig. „In einer Stadt, in der seit Jahrzehnten ein Knabenchor wirkt, muss es doch
tolle Männerstimmen geben. Wo verstecken die sich denn?“
Abgesehen davon, sind die Organisatoren des Konzerts nicht nur mit den Proben beschäftigt. Diese Veranstaltung erfordert mindestens genauso viel Engagement für die Organisation. Immerhin werden neben den Sängern ein klassisches Streichorchester, eine Big-Band und Solisten gebraucht. „Das sind insgesamt 30 Leute.“ Diese zu den entsprechenden Teams zusammenzustellen, ist kein Spaziergang. Doch Friedrich hat fachmännische Hilfe: Mike Hartwig, der Leiter des Knabenchores begleitet die Sänger nicht nur auf dem Klavier, sondern sorgt auch für Mitstreiter, die den Big-
Band-Sound in die Kirche bringen. Die Jazz-Solistin ist ebenfalls fest gebucht: Fans können sich auf Susi Koch aus Teterow freuen. Doch bis dahin ist es noch weit. Jetzt heißt es, tüchtig die Stimmen zu trainieren – damit im August dann die Kirche im Rausch der Harmonie erklingt.