Der sogenannte Neubau in Rubkow ist das einizige Gebäude in der Gemeinde, das im Notfall einer Drehleiter bedürfte.
Der sogenannte Neubau in Rubkow ist das einizige Gebäude in der Gemeinde, das im Notfall einer Drehleiter bedürfte. Matthias Diekhoff
Feuerwehr

Rubkow sagt Nein zum Drehleiter-Kauf für das Amt

Die Gemeinden im Amt Züssow sollen sich an der Finanzierung eines Drehleiter-Fahrzeugs beteiligen, das allen zur Verfügung steht. Die Idee kommt jedoch nicht überall gut an.
Rubkow

Alle Gemeinden im Amt Züssow haben Bedarf an einem sogenannten Hubrettungsfahrzeug, also einem Feuerwehrfahrzeug mit Drehleiter. So steht es zumindest in der Brandschutzbedarfsplanung.

Wohl kaum eine dieser Gemeinden hat aber das Geld, sich so eine Drehleiter anzuschaffen, die gerne 800 000 Euro oder auch mehr kosten kann. Daher haben sich in diesen Tagen einige Gemeinden im Amtsbereich mit dem Vorschlag zu beschäftigen, ob so ein Fahrzeug auch über das Amt angeschafft werden könnte.

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„Günstige” Sammelbestellung kostet immer noch 570 000 Euro

Wie es in der entsprechenden Beschlussvorlage heißt, hätte das Fahrtzeuge einen aktuellen Preis von „nur” rund 570 000 Euro, da es im Rahmen einer Kooperation der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mit einer Sammelbestellung angeschafft werden könnte.

Zudem bestünde die Möglichkeit von Zuschüssen aus der Brandschutzsteuer des Landkreises und der Sonderbedarfszuweisung des Landes mit einer maximalen Förderquote von 66 Prozent. Das restliche Geld für die Anschaffung und auch die Folgekosten sollen allerdings von den 13 amtsangehörigen Gemeinden aufgebracht werden.

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Zusätzliche Zahlungen ans Amt kaum zu leisten

Die Idee kommt allerdings nicht überall gut an. Die Rubkower Gemeindevertreter zum Beispiel haben das Ansinnen des Amtes bei ihrer jüngsten Sitzung abgelehnt. Das aus verschiedenen Grünen, wie Bürgermeister Holger Wendt berichtet. Da seien zum einen die zusätzlichen Zahlungen an das Amt, die sich die ohnehin schon klamme Gemeinde kaum leisten könne.

Zudem gäbe es mit dem sogenannten Neubau am Krenzower Damm in Rubkow in der gesamten Gemeinde nur ein Bauwerk, das im Notfall einer Drehleiter bedürfte. Und nicht zuletzt wäre das Fahrzeug der Anklamer Feuerwehr schneller in Rubkow, als das noch zu beschaffende, das in Karlsburg stationiert werden könnte, um eine größtmögliche Abdeckung im Amtsbereich zu erreichen.

Tatsächlich steht sogar in der Beschlussvorlage für die Rubkower Gemeindevertreter, dass die Drehleiter aus Anklam innerhalb von 15 Minuten zum Einsatz kommen könnte, die aus Karlsburg jedoch erst nach 17 Minuten. Laut Verwaltungsvorschrift zur Brandschutzbedarfsplanung soll ein Drehleiterfahrzeug als Rettungsgerät jedoch innerhalb von zehn Minuten „an möglichst jedem Ort im Amtsgebiet” verfügbar sein.

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Kooperation mit Anklam sinnvoller

Vermutlich gäbe es auch eine schnellere Verbinung zwischen Karlsburg und Rubkow über den Weg zwischen Steinfurth und Wahlendow, der zum Teil sogar den Status einer Kreistraße (K 18) hat. Die Strecke ist aber eigentlich nichts anderes, als ein stückweise nur schwer passierbarer Feldweg.

Und so heißt es schließlich auch in der Beschlussvorlage: „Sofern sich die Gemeinde Rubkow nicht für eine Drehleitergemeinschaft innerhalb des Amtes Züssow entscheidet, wird die Aufnahme einer Kooperation mit der Stadt Anklam empfohlen.”

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