UNFAIRER EU-WETTBEWERB?

Anklamer Zuckerfabrik beklagt Preiseinbruch

Im Vergleich zu 2017 ist der Zuckerpreis um etwa ein Drittel eingebrochen. Das bekommen auch die hiesigen Rübenanbauer und die Zuckerfabrik Anklam zu spüren, wie sie bei einem Besuch von Philipp Amthor deutlich machten.
Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (Mitte/grüner Helm) besuchte die Anklamer Zuckerfabrik.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (Mitte/grüner Helm) besuchte die Anklamer Zuckerfabrik. Matthias Diekhoff
Anklam.

Seit vor zwei Jahren die Zuckerquote abgeschafft wurde, hat sich die Lager der Rübenbauern und der Zuckerproduzenten Lage verschlechtert. Bestes Beispiel: die Anklamer Zuckerfabrik. Die besuchte jetzt CDU-Bundestagsabgeordneter Philipp Amthor.

Durch den Wegfall der Quoten und Mindestpreise sei der nun weltweite Wettbewerb nicht nur härter, sondern auch innerhalb der Europäischen Union (EU) unfairer geworden, sagt Thies Holtmeier, Vorsitzender des Anklamer Anbauerverbandes für Zuckerrüben. So seien zum Beispiel in Deutschland spezielle Insektenvernichtungsmittel verboten worden, für die es in andern EU-Staaten sogenannte Notfallzulassungen gebe. Auch seien unter anderem in Polen neue Pflanzenschutzmittel erlaubt, die in Deutschland nicht zugelassen seien. Und schließlich werde der Anbau von Zuckerrüben in anderen Ländern weitaus höher subventioniert als hierzulande.

Es war schon vorher nicht gut

Dennoch stünden die Rübenanbauer im Osten von Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg, die vom Anklamer Verband vertreten werden, gar nicht mal so schlecht da. Da die Preise auch schon vorher eher schlecht gewesen seien, sei der Fall nach der Abschaffung der Zuckerquote nicht so hoch gewesen wie in anderen Regionen, so Holtmeier.

Auch würden sich einige Landwirte inzwischen mit der Produktion von Öko-Zuckerrüben beschäftigen, mit denen ein wesentlich höherer Preis erzielt werden könnte. Allerdings stehe die Entwicklung von Technologien, die bei der Pflege der Rüben ohne Handarbeit auskommt, noch ganz am Anfang.

62 Millionen Euro werden investiert

Philipp Amthor, der die Anklamer Zuckerfabrik schon von Klassenausflügen aus seiner Schulzeit kennt, sagte zu, mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) über die Probleme der Rübenbauern und der Zuckerfabrik zu sprechen. Ihm sei durchaus bewusst, dass die Landwirtschaft in seinem Wahlkreis eine große Rolle spiele. Dass der Rübenanbau in der EU so unterschiedlich geregelt sei, sei zwar schwer zu vermitteln, allerdings warnte er davor, die bestehenden Vereinbarungen aufzukündigen.

Matthias Sauer, Geschäftsführer der Zuckerfabrik, brachte den Ernst der Lage auf den Punkt: „Ohne Rübenanbau keine Zuckerfabrik.” Und die hat noch viel vor, auch wenn es im Moment gerade nicht so rosig aussieht.

Die Menge der pro Jahr verarbeiteten Rüben soll weiterhin gesteigert werden ebenso wie die Effizienz, ohne dass es zusätzliche Auswirkungen auf die Umwelt hat. Dafür würden derzeit insgesamt rund 62 Millionen Euro in die Zuckerfabrik investiert.

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