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Diskussion in Anklamer Stadtvertretung

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Rückt der Neubau der Schwimmhalle näher?

Die alte Schwimmhalle könnte künftig etwa als Archiv für die städtischen Museen genutzt werden, so ein Vorschlag. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Die alte Schwimmhalle könnte künftig etwa als Archiv für die städtischen Museen genutzt werden, so ein Vorschlag. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.
Carsten Schönebeck

Eigentlich sollen die Stadtvertreter schon am Donnerstag im Hauptausschuss über einen Ersatzneubau für die Schwimmhalle entscheiden. Doch das geht einigen zu schnell: Gefordert wird eine Sondersitzung der Stadtvertretung – trotz Sommerpause.

Die Sitzung des Anklamer Hauptausschusses am Donnertag sollte auch die letzte Zusammenkunft der Stadtpolitiker vor der Sommerpause sein. Doch das dort auf einmal ein Grundsatzbeschluss für den Ersatzneubau einer Schwimmhalle im Anklamer Mittelfeld auf der Tagesordnung steht und ein Jahre andauerndes Projekt auf den Kopf gestellt wird, damit haben die Stadtvertreter so nicht gerechnet. Eingereicht wurde die Vorlage von der Stadtverwaltung.

Dementsprechend blasen CDU, SPD und Linke nun zu einer außerordentlichen Sitzung der Stadtvertretung – Sommerpause hin oder her. Solche weitreichenden Beschlüsse sollten von einer großen Mehrheit der Stadtvertreter gefasst werden, so die Begründung des Schreibens, das am Dienstag an Bürgervorsteher Andreas Brüsch (IfA) ging und von den Fraktionsvorsitzenden aller drei Parteien unterschrieben wurde.

Gute Gründe für einen Neubau

Zuletzt hatte Energieminister Christian Pegel (SPD) von Anklam gefordert, sich nun entweder klar für einen Neubau oder die Sanierung der alten Schwimmhalle zu entscheiden und das möglichst bis Anfang Juli. In der Vorlage der Stadtverwaltung, die am Donnerstag eigentlich im Hauptausschuss beraten werden soll, wird argumentiert, dass mittlerweile immer mehr Punkte für einen Neubau sprechen würden.

So könnten mit einer neuen Schwimmhalle die geforderten Energiewerte eingehalten werden. Zudem würde die neue Halle näher an den großen Wohngebieten und den städtischen Schulen liegen und wäre besser zu erreichen. Außerdem könnte die alte Halle während der Bauzeit noch uneingeschränkt für den Schwimm- und Schulsport weiter genutzt werden. Dem entgegen stehen allerdings höhere Kosten für den Neubau als für eine Sanierung der alten Halle. Diese Differenz würde sich auf rund eine Million Euro belaufen, allerdings stünden auch weitere Fördermittel aus dem Strukturfonds in Aussicht, heißt es vonseiten der Verwaltung.

Ein Kommentar zur Schwimmhalle
von Anne-Marie Maaß

Bloß keine Hauruck-Aktion

Eigentlich sollte der Ersatzneubau für die alte denkmalgeschützte Anklamer Schwimmhalle immer nur ein Rechenbeispiel sein. Lästig, aber notwendig, um die Fördermittel für die Sanierung zu bekommen. Eigentlich. Jetzt also die Kehrtwende und passend dazu ein altes Politik-Klischee: Vor der Sommerpause werden schnell und leise mal eben wichtige Zukunftsentscheidungen durchgedrückt. Die Anklamer Stadtvertreter sind gut beraten, wenn sie dieses Spiel nicht mitmachen. Die Sondersitzung der Stadtvertretung ist wichtig. Nur so kann ein deutliches Zeichen nach Schwerin gesendet werden, wie auch immer die Entscheidung ausfällt.

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