KREIS-FUßBALL

Saison beendet – VFC-Reserve kann aufsteigen

Nach dem Abbruch der Fußball-Saison greift die Quotientenregelung, wonach der VFC Anklam II das Recht zum Aufstieg erhält. Tragisch ist die Situation für einen anderen Verein.
Die Anklamer Kreisliga-Kicker gehen der Quotientenregel zufolge als Sieger ihrer Staffel hervor – und verfügen somi
Die Anklamer Kreisliga-Kicker gehen der Quotientenregel zufolge als Sieger ihrer Staffel hervor – und verfügen somit über das Recht zum Aufstieg. Stefan Justa/NK-Archiv
Vorpommern ·

„Staffelsieger“ oder gar „Meister“ darf sich die Anklamer Fußball-Reserve nach Abbruch dieser Corona-Fußball-Saison zwar nicht offiziell nennen, aber immerhin „Tabellenerster“. Und – aller Wahrscheinlichkeit nach: Aufsteiger!

Nachdem sowohl der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern (LFV) als auch der Fußball-Kreis Vorpommern-Greifswald die Saison aus Pandemie-Gründen vorzeitig abgebrochen hatten, kommt zur Ermittlung der Tabellenstände eine Quotientenregel zur Anwendung. Dazu werden in allen Altersklassen – von der Verbandsliga bis zum Kreis-Betrieb – jeweils die gesammelten Punkte durch die Anzahl der ausgetragenen Partien geteilt und ein Ranking hergestellt. In der Kreisliga Staffel II geht dieser Rechnung zufolge der VFC Anklam II als Sieger hervor – und verfügt somit über das Recht zum Aufstieg.

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Bilanz liest sich makellos

Sechs Ligaspiele haben die Kreisliga-Fußballer der zweiten Anklamer Männer-Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf bestritten, fünf davon konnten sie zu ihren Gunsten entscheiden, einmal spielten sie unentschieden. Das ergibt einen Quotienten von 2,67, keine andere Kreisliga-Mannschaft kann in Staffel II einen höheren vorweisen. Auch wenn der Aufstieg in die Kreisoberliga nicht das ausgegebene Ziel von VFC-Trainer Marco Hartmann war, wollte er mit seinem Team im Kampf um die vorderen Plätze mitmischen – nach Abbruch der Spielzeit steht man nun sogar an der Tabellenspitze.

Doch werden die ungeschlagenen Kicker aus der Peenestadt ihr erspieltes Recht auf den Aufstieg in die Kreisoberliga überhaupt wahrnehmen? „Ich denke, dass wir aufsteigen werden“, sagte VFC-Präsident Jörg Hasselmann am Mittwoch kurz und bündig. Der Gang in die Kreisoberliga sei bereits vor der Saison ein Thema gewesen. „Die Jungs hätten sich diesen Erfolg auch verdient“, sagte er. Aus Pandemie-Gründen müsste das allerdings erst noch intern mit dem Trainer und der Mannschaft besprochen werden. Spätestens am 13. Juni muss die Meldung der Aufsteiger aus den Kreisen beim Verband erfolgen.

„Für uns natürlich tragisch”

Ärgster Konkurrent um einen Aufstiegsplatz für den VFC II war der FC Einheit Strasburg. Dem Verein fehlt nach Anwendung der Quotientenregel eine Winzigkeit von 17 Hundertstel Zählern auf die Anklamer Reserve. „Für uns ist das natürlich tragisch“, reagierte Strasburgs Trainer Tom Wasserstrahl, der mit seiner Mannschaft gerne aufgestiegen wäre. „Ich verstehe nicht ganz, wie man eine Saison nach nur sechs Spieltagen bewerten kann.“ Den Anklamern sei man aber nicht böse – im Gegenteil: „Sie haben sich den Aufstieg verdient und gehören auch nicht in die Kreisliga. Am Ende haben wir uns den verpassten Aufstieg selbst zuzuschreiben.“ Ihren einzigen Punktverlust erlebten die Strasburger am dritten Spieltag – beim 0:3 in Anklam.

Die Fußballer der ersten Anklamer Männer-Mannschaft werden in der Endabrechnung Landesliga-Vierter. Vier Siege, ein Unentschieden, sowie zwei Niederlagen bedeuten einen Quotienten von 1,86. VFC-Präsident Hasselmann hält den vorzeitigen Saisonabbruch für richtig. „Ich habe damit gerechnet, eine Entscheidung musste ja getroffen werden. Was ich noch immer nicht nachvollziehen kann, ist, dass auch in dieser Situation noch immer keinerlei Training für Kinder und Jugendliche machbar ist. Es wäre sehr wichtig für unsere Jüngsten, dass sie vor der Sommerpause wieder Sport betreiben können.“

Keine sportlichen Absteiger in dieser „Saison”

Sieger der Landesliga Ost-Staffel wurde der SV Siedenbollentin. Der Verein ließ allerdings offen, ob er den Aufstieg in die Verbandsliga wahrnehmen wird. Die Männer des SV 90 Görmin schließen die Landesliga-Saison auf dem 9. Tabellenplatz ab (Quotient 0,71) – unter Normalbedingungen wäre das ein Abstiegsplatz gewesen. Sportliche Absteiger gibt es in dieser Saison aber nicht. Den Vereinen wird jedoch die Möglichkeit eingeräumt, sich freiwillig in die nächsttiefere Spielklasse einordnen zu lassen.

Die Kreisoberliga-Saison der Frauen beendete der SV Motor Eggesin (3,0) auf dem ersten Platz, die Spielerinnen des Pelsiner SV (1,50) wurden zweite. Bei den Männern landeten in der Kreisoberliga der SV Kröslin 1950 (3,0) und die SG Traktor Groß Kiesow (2,17) ganz vorn und dürfen somit in die Landesklasse hoch. Besonders knapp am Aufstiegsrecht vorbeigeschrammt sind die Fußballer des SV Murchin/Rubkow, die gleichfalls über einen Quotienten von 2,17 verfügen, allerdings das schlechtere Torverhältnis aufweisen. Die Gewinner der Kreisliga – der FC Rot-Weiß Wolgast II (Staffel I) und der SV Blankensee 49 (Staffel III) – erwarben neben dem VFC Anklam II (Staffel II) das Recht zum Aufstieg gen Kreisoberliga.

Von der vorzeitigen Beendigung ausgenommen sind dem LFV zufolge die Landespokalwettbewerbe der Herren und Damen. Die Pokalsieger sollen nach Möglichkeit weiterhin sportlich ermittelt werden, unter Umständen auch über das offizielle Saisonende hinaus. Gleiches gelte für die Kreispokalwettbewerbe der Erwachsenen.

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