Philipp Amthor Ultras

Satire Fan-Seite für CDU-Politiker Philipp Amthor

Als jüngster Bundestagsabgeordneter der CDU hat Philipp Amthor bereits eine besondere Stellung. Auch in den sozialen Medien ist er ein Thema. Und er hat sogar eine eigene Fan-Seite bei Facebook: die „Philipp Amthor Ultras“.
Karsten Riemer Karsten Riemer
Philipp Amthor im Stil von Che Guevara - das selbst erstellte Symbolbid der "Philipp Amthor Ultras".
Philipp Amthor im Stil von Che Guevara – das selbst erstellte Symbolbid der „Philipp Amthor Ultras”. www.facebook.com/amthor.ultras/
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Anklam.

Das Internet ist der größte Wissensspeicher unserer Zeit. Zu ziemlich jedem Thema lassen sich innerhalb kürzester Zeit Informationen abrufen. Aber auch Witziges findet sich im Überfluss. Spätestens mit dem Siegeszug der sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter sind auch die sogenannten Memes auf dem Vormarsch. Das sind Bilder, kurze Videos oder Textausschnitte, die sich im Internet verbreiten. In den meisten Fällen haben sie einen humorvollen Charakter. Sind sie auch oft satirischer Natur, finden die Memes auch bei Fans von Schauspielern, Musikern oder auch Politikern Verwendung.

Mit der Facebook-Seite „Philipp Amthor Ultras“ wurde auch dem 25-jährigen Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor (CDU) die Ehre so einer Fanseite zu teil. Dass die Bezeichnung „Ultras“ Assoziationen mit fanatischen Fußballfans hervorrufen könnte, ist allerdings nicht beabsichtigt. „Das ist nur ein Gag, Fanclub war uns zu langweilig“, so die Amthor-Fans.

Die Köpfe dahinter möchten anonym bleiben

Seit Mai 2018 ist die Seite in dem sozialen Netzwerk zu finden und veröffentlicht seit August in regelmäßigen Abständen Bilder und Videos von Amthor. Wirken die Beiträge auf den ersten Blick auch wie Satire, steckt doch eine ganz andere Idee dahinter, verraten die Administratoren. „Das ist keine reine Satire, es geht um die Person und den Stil von Philipp Amthor“, so die Seiteninhaber.

Auch wenn die Seite sich wachsender Beliebtheit erfreut, wollen die Köpfe dahinter nach Möglichkeit anonym bleiben. „Der Star soll schließlich Philipp sein“, begründen sie ihre Entscheidung. Einzig, dass sie ungefähr gleichaltrig mit dem Abgeordneten sind und aus der Nähe von Bremen beziehungsweise Hamburg kommen, geben sie als Informationen über sich heraus. Mit Amthors Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I – Vorpommern-Greifswald II haben sie also wenig zu tun. Auch persönlich kennengelernt haben sie den Abgeordneten noch nicht.

Seitenbetreiber finden seinen medialen Auftritt cool

Eine gewisse Faszination strahlt er dennoch auf die Seitenbetreiber aus. „Das ist einfach ein junger Mensch, der komplett anders ist“, geben die Administratoren an. Vor allem durch die mediale Präsenz macht der junge Bundestagsabgeordnete auf sich aufmerksam. Unter anderem in Fernsehsendungen, die auch für die Seitenbetreiber relevant sind. „Er hat mehrere gute Reden gehalten in Bezug auf die AfD“, so die Köpfe hinter der Seite. „Und das ist cool, das muss man fördern“, fügen sie an.

Sich selbst sehen die Betreiber politisch eher im linken Spektrum. „Wählen würde ihn von uns vermutlich niemand“, heißt es von den Ultras. Es gehe daher nicht um eine inhaltliche Unterstützung seines politischen Handelns. „Die Idee ist es, einen Hype um die Person zu generieren, ähnlich wie bei Martin Schulz damals.“

Philipp Amthor: „Man sollte in der Politik auch über sich lachen können“

Dass die Unterstützung für einen CDUler in einem eher linken Freundeskreis für Augenrollen sorgen könnte, wollten die Seitenbetreiber nicht bestätigen. „Wir sind nicht so hyperpolitisch“, erklären sie. „Unsere Freunde verstehen schon, aus welchen Gründen wir das machen.“

Auch der Bundestagsabgeordnete selbst wird gelegentlich auf die Seite angesprochen. Er sieht die „Philipp Amthor Ultras“ wohlwollend. „Man sollte in der Politik auch über sich lachen können“, so Amthor gegenüber dem Nordkurier. „Ich finde das kreativ“, fügte er an.

Philipp Amthor wäre bereit für ein Interview

Erste Pläne für die Zukunft der Seite gibt es auch schon. Ein Interview mit dem Abgeordneten ist eine der Ideen. „Warum nicht statt des typischen Sommerinterviews mal eins im Winter?“, scherzten die Seitenbetreiber. Dafür muss allerdings zunächst der Kontakt zwischen Amthor und seinen Fans stehen.

„Das ist momentan noch ein Ausharren, wer sich zuerst meldet“, sagen sie. Philipp Amthor selbst ist demgegenüber sehr offen. „Eine Interviewanfrage würde ich sehr wohlwollend prüfen“, sagt er. Einer weiteren Unterstützung des Abgeordneten durch die Ultras steht also nichts im Wege.