ANKLAMER PROBLEM-EICHE

Schaden-Fotos sollen Kreis umstimmen

Der Landtagsabgeordnet Matthias Manthei will sich um das Baumproblem im Gellendiner Weg in Anklam kümmern. Das städtische Bauamt bestreitet indes Versäumnisse.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Die Eiche stört die Anwohner im Gellendiner Weg und den geplanten Neubau der Straße. Noch gibt es jedoch keine F&au
Die Eiche stört die Anwohner im Gellendiner Weg und den geplanten Neubau der Straße. Noch gibt es jedoch keine Fällgenehmigung. Karsten Riemer
Matthias Manthei will sich für das Fällen der Eiche einsetzen.
Matthias Manthei will sich für das Fällen der Eiche einsetzen. Karsten Riemer
Anklam.

Auch Regen und graues Novemberwetter konnten Landtagsabgeordneten Matthias Manthei (CDU) nicht davon abhalten, sich am Montag selbst ein Bild von der Eiche im Gellendiner Weg machen. Die stört vor allem die direkten Anwohner maßgeblich, immerhin reichen die Wurzeln zum Teil bis in ihre Keller hinein, wie Fotos belegen.

Außerdem könnte der Baum auch für die Stadt teuer werden – allein die Wurzelbrücke, die beim anstehenden Neubau der Straße eingerichtet werden müsste, kostet rund 20 000 Euro extra. Zudem würde die Straße an dieser Stelle durch den neuen Bürgersteig stark verengt werden.

Manthei bestätigt das alles in seiner Ansicht: Die Stadt müsse nun schnell handeln und die vom Landkreis geforderten Unterlagen für die Fällgenehmigung schleunigst nachreichen. Nach einer Anfrage bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises hatte er bereits in der vergangenen Woche der Stadtverwaltung angekreidet, sie hätte bislang nicht ihre Auflagen erfüllt und stattdessen versucht, das Problem auf die Bürger abzuwälzen.

Bauamt widerspricht Manthei

Katharina Häusler vom Anklamer Bauamt, zuständig für den Bereich Tiefbau, widerspricht dieser Darstellung. Demnach sei bereits in der Planungsphase der Baumaßnahmen im Gellendiner Weg das Problem mit dem Baum offenkundig geworden. Anstatt langen Schriftverkehr zu führen, habe man sich auf einen Vor-Ort-Termin mit der Naturschutzbehörde geeinigt. Auch entsprechende Ausgleichspflanzungen wurden angeboten, sagt sie.

Doch die zuständige Mitarbeiterin des Kreises habe dem Ansinnen, den Baum wegzunehmen, gleich eine deutliche Abfuhr erteilt. „Für uns gilt mündlich wie schriftlich, deshalb haben wir anschließend zunächst keinen Antrag für eine Fällung eingereicht“, erklärt Häusler. Nach der öffentlichen Veranstaltung zum zweiten Bauabschnitt kam dann jedoch seitens des Landkreises das Signal, doch noch einmal eine schriftliche Fällgenehmigung einzureichen. „Das haben wir dann auch gemacht. Die Forderungen, nun auch noch Bildmaterial nachzureichen, wurden erst am 18. Oktober ergänzt“, so Häusler.

Anwohnerfotos sind erwünscht

Sie habe sich deshalb nun um Bildaufnahmen von Kamera-Fahrten der Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GkU) in deren Rohrleitungen bemüht. Diese stammen zwar aus dem Jahr 2003, würden damals aber schon deutliche Schäden durch die Baumwurzeln aufzeigen. Weitere, aktuellere Aufnahmen etwa aus den Kellern von Anwohner nehme das Bauamt gerne entgegen und werde diese dann ebenfalls an den Landkreis weiterreichen. Dass Fotos von Anwohnern von der Stadt nicht gewollt seien, verneint Häusler.

Doch auch am Vorgehen von Matthias Manthei übt sie Kritik. „Wir haben von dem Termin im Gellendiner Weg nichts gewusst, sonst wäre ich dabei gewesen. Ich habe sogar noch versucht, Herrn Manthei hinterher zu telefonieren. Gerne hätte er sich bei uns auf den aktuellen Stand der Maßnahme aus Sicht der Stadt bringen lassen können“, bietet die Bauamtsmitarbeiterin an.

Matthias Manthei hat bereits angekündigt, die entsprechenden Bilder von den Baumwurzeln beim Landkreis einzureichen. Für die Anlieger gibt es indes wahrscheinlich nur ein Ziel – Hauptsache, der störende Baum kommt weg.

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