Wolfssichtungen können an das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie oder unter info@wolf-mv.de gemeldet wer
Wolfssichtungen können an das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie oder unter [email protected] gemeldet werden. Boris Roessler
Die Schafe von Dörte Wolfgramm-Stühmeyer grasen eigentlich auf dem Hügel der ehemaligen Deponie nahe der Greifswalder Innenstadt und des Hafens. Auf dem eigentlich umzäunten Gelände tötete der Wolf mehrere Schafe.
Die Schafe von Dörte Wolfgramm-Stühmeyer grasen eigentlich auf dem Hügel der ehemaligen Deponie nahe der Greifswalder Innenstadt und des Hafens. Auf dem eigentlich umzäunten Gelände tötete der Wolf mehrere Schafe. NK-Archiv/Focke
Wölfe in MV

Schafherde von Wolf bei Greifswald angegriffen

Gesichtet wurden Wölfe bereits öfter in der Umgebung von Greifswald. Doch nun wurde am Rand der Stadt erstmals eine Schafherde von einem oder mehreren Wölfen angegriffen.
Greifswald

Wie die Bewirtschafterin der ehemaligen Deponie entlang der Ladebower Chaussee, Dörte Wolfgramm-Stühmeyer, mitteilte, wurde ihre Herde schon zwei Mal von den Tieren heimgesucht: „Das erste Schaf wurde in der Nacht vom 20. zum 21. Januar gerissen, den zweiten Vorfall gab es in der Nacht vom 22. zum 23. Januar, bei dem vier Schafe getötet und weitere fünf Tiere schwer verletzt wurden. Eines davon musste aufgrund seiner Verletzungen später durch den Tierarzt erlöst werden.“

Besitzerin dachte erst an streunende Hunde

„Ich hatte zunächst den Verdacht, dass streunende Hunde die Herde überfallen haben könnten, weil die Deponie genau zwischen Greifswald und Neuenkirchen liegt.“, so Dörte Wolfgramm-Stühmeyer, die ihre Herde auf städtischem Land grasen lässt. Sicherheitshalber habe sie die Wolfshotline beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) kontaktiert, das einen Rissgutachter entsandte. Dieser entnahm entsprechende DNA-Proben – seit gestern liegt nun die Auswertung vor: Es handelt sich tatsächlich um einen Wolf.

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Die Landwirtin hat die Schafe nun vom Deponieberg geholt und im Stall in Sicherheit gebracht. Viele von ihnen sind hochtragend. „Ich kann noch nicht sagen, was möglicherweise noch an Sekundärschäden zu beklagen ist.“ Sie kann nun einen Antrag auf Entschädigung beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) stellen. Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder zeigte sich betroffen von dem Vorfall. „Meine Mitarbeitenden und ich sind mit Dörte Wolfgramm-Stühmeyer in engem Kontakt. Wir werden sie unterstützen, damit ihre Herde weiter auf dem städtischen Berg weiden kann.“ Mit Hilfe der ABS soll als erste Sicherungsmaßnahme der Zaun repariert werden. Weitere Schutzvorkehrungen werden derzeit besprochen und in den nächsten Wochen umgesetzt. „Die zunehmende Besiedlung unserer Gegend durch den streng geschützten Wolf stellt uns vor Herausforderungen, die wir zusammen mit den Landesbehörden kontinuierlich angehen müssen.“, so der Oberbürgermeister.

Halter müssen Zäune wolfssicher machen

Allgemein gilt die Empfehlung für Halter von Haus- und Nutztieren, wolfssichere Zäune und Herdenschutzhunde anzuschaffen. Stadtförster Bent Knoll hat inzwischen regelmäßig Kontakt mit Wölfen. „Im vorigen Jahr waren zwei Wölfe in der Region, inzwischen sind es erheblich mehr. Ein Rudel mit acht bis neun Tieren lebt westlich von Greifswald und ist in der Region von Jarmshagen, Steffenshagen, Jeser und Gristow unterwegs, hinzu kommen einzelne Tiere östlich und südlich von Greifswald bei Hanshagen und Potthagen.“ Auch Spaziergänger in den Wäldern rund um Greifswald berichten inzwischen regelmäßig von Wolfssichtungen.

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„Die Tiere sind nicht scheu, sogar neugierig, aber ich habe noch nicht gehört, dass sie Kontakt zum Menschen hatten.“ Bent Knoll geht nicht davon aus, dass sich die Tiere in der Stadt ansiedeln: „Die Tiere bestreifen ein großes Territorium, sie laufen vielleicht mal durch die Stadt, aber Interesse am Menschen haben sie nicht. Nichtsdestotrotz sollten sich Menschen bei einer Begegnung mit dem Tier ruhig verhalten und Abstand wahren. Vorsicht ist immer angebracht.“ Wölfe ernähren sich hauptsächlich von Wild im Wald. „Die Wilddichte ist hoch, es gibt für sie eigentlich reichlich Nahrung.“, so seine Einschätzung.

Wolfssichtungen oder vermutete Wolfsrisse an Haus- und Nutztieren können an das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie oder unter [email protected] an das vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern beauftragte Wolfsmanagement unter wissenschaftlicher Begleitung der TU Dresden an Dr. Norman Stier gemeldet werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Unterstützung für Ausgaben zum Schutz vor Schäden durch den Wolf zu beantragen.

Weitere Informationen gibt es auf der Wolf-Themenseite des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie.

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