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Schaulustige behindern Rettungseinsatz

Unzählige Schaulustige behindern den Rettungseinsatz und machten Selfies vor dem Rettungshubschrauber.
Unzählige Schaulustige behindern den Rettungseinsatz und machten Selfies vor dem Rettungshubschrauber.
Tilo Wallrodt

Ein Mann stürzte in Wolgast von einem Balkon im dritten Stock. Er erlag am Mittwoch seinen schweren Verletzungen. Beim Hubschrauber-Rettungseinsatz spielten sich unfassbare Szenen ab.

Dramatische Ereignisse am Dienstagabend in Wolgast Nord: Nachdem ein Mann in der Maxim-Gorki-Straße von einem Balkon im dritten Stock stürzte, behinderten Schaulustige die Arbeit der Rettungskräfte.

Der Mann stürzte gegen 20.45 Uhr vom Balkon, Anwohner fanden den schwer verletzten Mann und alarmierten den Rettungsdienst. Auf Grund der schweren Verletzungen wurde ein Rettungshubschrauber hinzugezogen, der gegen 21.25 Uhr auf einer Freiflache zwischen Maxim-Gorki-Straße und Baustraße landete.

Dann die unfassbaren Szenen: Während der schwer verletzte Mann im Rettungswagen behandelt wurde und in den Hubschrauber übernommen werden sollte, belagerten unzählige Schaulustige aller Altersklassen den Hubschrauber unmittelbar nach der Landung. Sie machten Selfies vor und Gruppenfotos auf dem Hubschrauber. Pilot und Notarzt hatten Schwerstarbeit zu erledigen, jede Minute im Rettungseinsatz zählte.

Erst mit Unterstützung der Polizei konnte der belagerte Hubschrauber von den Katastrophentouristen befreit werden. Bei der Umsetzung vom Rettungswagen in den Helikopter mussten Angehörige und Sanitäter Decken benutzen, um den Verletzten vor Blicken und Handyaufnahmen zu schützen.

Gegen 21.56 Uhr konnte der Rettungshubschrauber Christoph 48 ungehindert starten, zu der genauen Unglücksursache können derzeit noch keine genauen Angaben gemacht werden. Die Polizei ermittelt. Während der Landung war die Robert-Koch Straße für etwa 20 Minuten voll gesperrt.

Am Mittwochvormittag erlagt der Gestürzte seinen Verletzungen.