Sanierung
Schloss Broock: Jetzt schauen alle genau hin

Monika Klinkenberg begrüßte die Gäste in der Alt Telliner Storchenbar. Der Architekt Stefan Klinkenberg erwarb gemeinsam mit seiner Frau 2017 das Broocker Schlossgelände.
Monika Klinkenberg begrüßte die Gäste in der Alt Telliner Storchenbar. Der Architekt Stefan Klinkenberg erwarb gemeinsam mit seiner Frau 2017 das Broocker Schlossgelände.
Ulrike Rosenstädt

Wenn das Projektteam Schloss Broock zur Infoveranstaltung einlädt, dann bleibt im großen Alt Telliner Saal kein Stuhl unbesetzt. Das war auch dieses Mal so. Alle wollten wissen, wie geht‘s weiter?

Ein Abend zu Schloss Broock in der Storchenbar. Das hat etwas. Die Stimmung nährt sich aus Hoffnung und Neugier. Das war diesmal noch deutlicher zu spüren als vor knapp einem Jahr. Ging es für die Eigentümer der Schlossanlage, Monika und Stefan Klinkenberg, 2018 noch darum, Bedenken aus dem Weg zu räumen, um erst einmal Platz für grundsätzliches Vertrauen unter den Anwohner der Region zu schaffen, konnten die Berliner diesmal schon spüren, dass viele Bewohner aus dem Tollensetal den Aufbau des Schlosses begrüßen.

Erster Teil der Notsicherung erfolgreich

Das könnte sehr gut daran liegen, dass Teil eins der Notsicherung bereits in weiten Teilen abgeschlossen ist. Wie der Nordkurier berichtete, schützt ein Notdach nun das historische Anwesen. Sobald die Temperaturen in den nächsten Wochen Maurer- und Betonarbeiten zulassen, werden über der Eingangshalle Geschossdecken eingezogen, die den Außenmauern des Mitteltrakts Stabilität geben.

Technische Details untermauerte Stefan Klinkenberg mit Zahlen: „Rund 970 000 Euro sind in die erste Phase der Notsicherungsarbeiten geflossen. Dabei kamen jeweils 360 000 Euro von Land und Bund sowie 20 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.“ Den „Rest“ der Summe brachten Klinkenbergs aus Eigenmitteln auf. Die Höhe der Förderung, die alle am Projekt aktiv Beteiligten zwischenzeitlich aufatmen ließ, ist sicher auch dem Umstand zu verdanken, dass das Schloss Broock als Denkmal von nationaler Bedeutung eingestuft wurde.

Betrieb könnte ab 2022 starten

Der Vortrag am Freitagabend machte allerdings auch deutlich, dass Mitarbeiter des Denkmalschutzes sehr genau hinschauen, was wie am Schloss Broock baulich verändert wird. „Es geht um Detailfragen“, sagte Klinkenberg. Aktuelle Einwände des Denkmalschutzes zielen auf den Erhalt der Balken. Während die Bauherren an manchen Stellen schwer marode wirkende Holzteile komplett austauschen würden, erhebt der Denkmalschutz Einspruch und prüft, ob sie nicht doch erhaltenswert sind.

Klinkenberg reihte, unkommentiert, Information an Information: „Bis wir mit der Phase zwei der Notsicherung beginnen können, müssen wir mit der Denkmalpflege nachverhandeln. Eine neue Begutachtung erfordert es, neue, veränderte Bau- und Förderanträge zu stellen“, erklärte er.

Dieses Jahr wird weiter gemauert

All das brauche Zeit. Schon jetzt sei klar, dass sich Anträge verzögern. Dennoch soll es in diesem Jahr mit Mauerarbeiten weitergehen. 2020 stehen Um- und Ausbaumaßnahmen von Schloss und Nebengebäuden auf dem Plan, ab 2022 könnte der Betrieb in Teilbereichen des Schlosses beginnen. Der Enthusiasmus derer, die Schloss Broock retten wollen, scheint ungebrochen.

Projektleiter Christian Schmidt kündigte an, mit Unterstützung freiwilliger Helfer aus der Region, auch 2019 regelmäßig ein Spendencafé für und in Broock zu öffnen. Veranstaltungen wie Kunst:Offen, Mittsommerremise, Tag des offenen Denkmals sollen die Öffentlichkeit aus nah und fern für das Bauprojekt interessieren.

Einladung zum Osterfeuer

Die nächste Möglichkeit, vor Ort Einblick in das Projekt zu nehmen, gibt es schon in wenigen Wochen, nämlich am 20. April, wenn die Klinkenbergs bei Osterfeuer und Musik gerne wieder für Gespräche zur Verfügung stehen.