BREITBANDAUSBAU IN VORPOMMERN-GREIFSWALD

Schnelles Internet kommt nur langsam voran

In den nächsten Tagen und Wochen könnten die ersten Aufträge für den Breitbandausbau in der Region unter Dach und Fach gebracht werden. Wer wann genau einen schnellen Anschluss bekommt, kann allerdings noch niemand sagen.
Matthias Diekhoff Matthias Diekhoff
Hunderte Kilometer Glasfaserkabel müssen verlegt werden, wenn der Breitbandausbau in der Region tatsächlich losgehen sollte.
Hunderte Kilometer Glasfaserkabel müssen verlegt werden, wenn der Breitbandausbau in der Region tatsächlich losgehen sollte. Peter Kneffel
Anklam.

Während der Breitbandausbau im benachbarten Landkreis Vorpommern-Rügen bereits angelaufen ist, mehren sich in der hiesigen Region bereits Zweifel, ob es überhaupt noch mal was wird, mit dem richtig schnellen Internet. Tatsächlich kann bis heute niemand sagen, wann die ersten Bagger anrollen, um die dafür notwendigen Hunderte von Kilometern Glasfaserkabel zu verlegen. Und so gab es bei der Sitzung des Kreistages am Montag in Pasewalk unter dem Tagesordnungspunkt „Information der Landrätin zum Stand des Breitbandausbaus im Landkreis“ lediglich den Verweis auf einen Brief, in dem den Mitgliedern des Kreistages auf dreieinhalb Seiten erklärt wird, warum das alles so lange dauert und wie kompliziert das Verfahren ist.

Das auch vor dem Hintergrund, dass offenbar der Eindruck entstanden ist, dass der Landkreis generell für den Ausbau des Breitbandnetzes (hier geht es zum Digitalisierungskompass 2018) zuständig sei, erklärte die scheidende Landrätin Barbara Syrbe (Linke). Dem sei nicht so. Der Landkreis müsse lediglich dafür sorgen, dass die Fördergelder des Bundes an die Unternehmen ausgereicht werden, die den Ausbau tatsächlich umsetzen. Wer dann wann genau einen Glasfaseranschluss erhält, könne nicht gesagt werden. Verbunden allerdings mit der Hoffnung, dass es „nun endlich, endlich losgeht“.

Speziellen Ausschuss wird es nicht geben

Und es scheint tatsächlich etwas Bewegung in der Sache zu geben. So kündigte Dieter Reichstein von der Kreisverwaltung an, dass in den nächsten Tagen und Wochen die ersten Auftragsvergaben für zumindest drei der insgesamt 15 Projektgebiete im Landkreis unter Dach und Fach gebracht werden könnten. Dabei handelt es sich vor allem um Gebiete nördlich und entlang der Peene bis einschließlich Gützkow. Welche Haushalte genau mehr oder weniger bald einen schnellen Internetanschluss bekommen, könne schon jetzt auf der Internet-Seite des Landkreises überprüft werden.

Eine Beschlussvorlage von Seiten der FDP, einen speziellen Ausschuss für Digitalisierung und Breitbandausbau einzusetzen, um die Angelegenheit voranzutreiben, wurde während der Kreistagssitzung wieder zurückgezogen, da sich dafür offenbar keine Mehrheit finden ließ. Nun könnte dann aber bei der nächsten Sitzung beschlossen werden, dass der Name des Wirtschaftsausschusses um die Begriffe Breitbandausbau und Digitalisierung erweitert wird. Ein Kompromiss, mit dem er zwar leben könne, sagte David Wulff von der FDP-Fraktion. Allerdings zeigte er sich auch enttäuscht darüber, dass das Thema Breitbandausbau den anderen Mitgliedern des Kreistages offenbar nicht wichtig genug ist, um einen Ausschuss zu bilden, der etwas mehr Dampf machen könnte.

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