Gemeinsam mit einigen Lehrern und dem Schulsozialarbeiter schauten sich die rund 95 Elftklässler des Lilienthal-Gymnasium
Gemeinsam mit einigen Lehrern und dem Schulsozialarbeiter schauten sich die rund 95 Elftklässler des Lilienthal-Gymnasiums im Anklamer Kino den Film „Donbass” an. Mareike Klinkenberg
Unterricht im Kino

Schüler setzen sich mit Ukraine-Konflikt auseinander

Einen Kinobesuch, der zum Nachdenken anregte, erlebten die elften Klassen des Anklamer Gymnasiums.
Anklam

Gemeinsam mit einigen ihrer Lehrer machten die Schüler der 11. Klassen des Lilienthal-Gymnasiums nach der langen Zeit des Corona-Ausnahmezustandes einen weiteren Schritt in zurück in die Normalität. Zu einem „normalen” Schuljahr gehörte bislang auch immer ein gemeinsamer Kinobesuch – und der fand am Donnerstag statt.

In Sachen Ideen und Finanzierung gab es maßgebliche Unterstützung vom Anklamer Friedenszentrum und den Partnern für Demokratie in der Stadt, betont Schulleiter Matthias Ruta und natürlich vom Kino-Center Anklam und dem Team rund um Kinobetreiber Matthias Karstädt, der auch den Film vom Verleiher besorgte.

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Schwere Kost auf der Leinwand

Über die Leinwand flimmerte der Film „Donbass“ von Sergei Loznitsa, aus dem Jahr 2018, der beeindruckend den Konflikt in der Ostukraine thematisiert. Der momentane Krieg in der gesamten Ukraine spiele natürlich auch in schulischen Diskussionen eine wiederkehrende Rolle und so sollen die Eindrücke dieses Dramas dann auch in den nächsten Tagen im Geschichts- oder Sozialkundeunterricht reflektiert werden, so Ruta.

Und das wird auch nötig sein, denn viele Schüler ließ die zum Teil grotesk wirkende Aneinanderreihung von Episoden und Themen wie Gewalt, Kriegsgeschehen, Willkür und Korruption eher irritiert zurück. Schülersprecher Dag Braatz kann für sich das Genre des Films und die angewandte Ironie spontan nur schwer einordnen: „Das ist ein Film und eine Thematik, mit der man sich beschäftigen muss”, sagt er direkt nach dem Film.

Trailer zum Film "Donbass" von Sergei Loznitsa (2018, Youtube):

Tragik der Kriegswirklichkeit

Sein Mitschüler Marius Denda, der auch Mitglied im Anklamer Schülerparlament ist, war zunächst auf eine Dokumentation eingestellt, doch schon die ersten inszenierten Filmmomente widerlegten diese Annahme. Auch Denda ist gespannt auf die anschließenden Diskussionen in den Klassen, ihn hätten in jedem Fall die Tragik der Kriegswirklichkeit und die dargestellte Rolle der Medien vor Ort besonders beeindruckt.

Schulsozialarbeiter Jens Bordel ist sicher, dass dieser Kinobesuch bei vielen Schülern nachhallen wird. „Auch Irritation löst Denkanstöße aus”, fasst er zusammen und auf genau diese Denkanstöße in Zusammenhang mit dem aktuellen Ukraine-Konflikt hatten es die Pädagogen abgesehen.

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