Spagat zwischen Vorpommern und Spanien
Schule unterstützt schwer kranken Jungen

Er ist erwachsen geworden, der tapfere Levis Münzberg, der seit seinem achten Lebensmonat an einer unheilbaren Lungenkrankheit leidet. Derzeit hält er sich in Spanien auf. Doch nicht um Ferien zu machen, sondern um Kraft zu tanken. Mittels dem Programm Skype wird er regelmäßig von Lehrern der Regionalen Schule Loitz per Videotelefonie unterrichtet.
Via Skype wird Levis regelmäßig von Lehrern der Regionalen Schule Loitz per Videotelefonie unterrichtet.
Ulrike Rosenstädt

Immer dann, wenn in Vorpommern der Wind eisig um die Ecke fegt, muss Levis die Koffer packen – um einige Wochen im milden spanischen Klima besser atmen zu können. Der 13-jährige Alt Telliner leidet an einer lebensbedrohlichen Krankheit.

Levis ist ein Kämpfer, er bietet seiner unheilbaren Krankheit, der Idiopathischen Lungenfibrose, die Stirn. Kraft geben ihm dabei seine Familie, vor allem seine Mutter Blanka, die immer an seiner Seite ist. Doch auch von seinen Lehrern aus der Regionalen Schule Loitz erhält er große Unterstützung.

Wenn Levis sich in Spanien aufhält, weil es ihm dort bei milderem Klima besser geht, unterrichten ihn seine Lehrer über das Internet mit einem Videotelefonie-Programm. Dann kann er lernen und dabei sogar einige Momente ohne sein Sauerstoff-Gerät sein.

Wenn dabei die Internetverbindung nicht so gut ist, verlangt dass manchmal mehr Geduld, als Zeit vorhanden ist. Denn die 45 Unterrichtsminuten vergehen wie im Flug. „Dennoch sind wir sehr froh, dass uns hier im Süden Spaniens, in der Region Puntas de Calnegre, Mitarbeiter einer Jugendherberge die Möglichkeit geben, ihre Räume für den Unterricht per Internet zu nutzen”, erzählte Blanka Münzberg in einem Telefonat mit dem Nordkurier.

Levis Schicksal berührt viele Menschen in der vorpommerschen Heimat schon seit einigen Jahren. Der Junge, der mit seiner Familie in der Gemeinde Alt Tellin lebt, besuchte zunächst die kleine Grundschule auf dem Lande in Görmin. Inzwischen gehört er zu den Sechstklässlern in Loitz. Seine Deutschlehrerin Jana Enderlein, die uns bei der Internet-Stunde mit dabei sein ließ, lobt die schnelle Auffassungsgabe ihres Schülers.

Hoffen auf mehr Wärme

Leider geht es Levis momentan nicht ganz so gut, wie in den Vorjahren bei seinen Aufenthalten in Spanien. Seine Mutter Blanka erklärt warum: „Es ist einfach zu kalt. Über einen längeren Zeitraum waren hier nur um die 14 Grad und es weht auch ein scharfer Ostwind.“ Auch deshalb steht noch nicht genau fest, wann der 13-Jährige wieder in seiner Klasse im vorpommerschen Loitz sitzen wird.

„Wir hoffen auf mehr Wärme, damit Levis noch etwas Kraft tanken und gestärkt in den Alltag in Deutschland starten kann“, sagte seine Mutter. In der Zwischenzeit sorgt sie dafür, dass Levis im Alltag im spanischen Puntas de Calnegre so oft wie nur möglich Englisch spricht und dass er viel am Meer sitzen und Bücher lesen kann. Viele kleine Schritte, auf dem Weg zu einem großen Ziel: Levis ein Leben zu ermöglichen, in dem das Sauerstoffgerät für einige kurze Momente am Tag auch mal abgesetzt werden kann.

Mehr Informationen zu der Krankheit, unter der Levis leidet, sind auf der Webseite www.ipfcharter.org zu finden.