CORONA-KRISE

Schutzausrüstung wird im Kreis pro Bett verteilt

Erste Engpässe bei den Hygiene-Artikeln sollen inzwischen überwunden sein. Doch durch die Tragepflichten im Alltag und andere Verordnungen steigt der Bedarf an Mund-Nasen-Masken, Schutzkitteln, Handschuhen und Desinfektion auch im Kreis.
Innenminister Lorenz Caffier (CDU) präsentierte in den vergangenen Wochen stolz neue Lieferungen an das zentrale Material
Innenminister Lorenz Caffier (CDU) präsentierte in den vergangenen Wochen stolz neue Lieferungen an das zentrale Materiallager des Landes für Schutzausrüstung. Auch die Kreise lagern dort Bestände ein. Jens Büttner
Dietger Wille (CDU), der Leiter des Verwaltungsstabes im Kreis, setzt sich seit Wochen nicht nur mit der Organisation der Verw
Dietger Wille (CDU), der Leiter des Verwaltungsstabes im Kreis, setzt sich seit Wochen nicht nur mit der Organisation der Verwaltung in Zeiten der Corona-Krise auseinander, er bestellt auch Mund-Nasen-Masken. Schulz, Philipp
Greifswald.

Das Gefühl, einen Kaffeefilter in der Hand zu halten spreche nicht für Qualität. Zumindest, wenn man Dietger Wille (CDU) glaubt. Der Leiter des Verwaltungsstabes im Kreis setzt sich seit Wochen nicht nur mit der Organisation der Verwaltung in Zeiten der Corona-Krise auseinander, er bestellt auch Mund-Nasen-Masken, für den medizinischen Betrieb, für den Nahverkehr und andere benötigte Hygieneartikel.

Vor wenigen Wochen erst löste der Kreis eine Bestellung für FFP2-Masken aus. 100.000 Stück für rund 400.000 Euro. Seit es Corona gibt, ist das fast ein Schnäppchen. „Wir haben auch Angebote für bis zu 19 Euro pro Stück erhalten“, erinnert sich Wille. Doch auch der Preis kann trügen. Erst seien die Masken beim Versand hängengeblieben, dann fehlte ein Zertifikat. Am Ende hätten die vermeidlichen FFP2-Masken auch noch den Eindruck erweckt, dass sie eher zum Kaffeeaufbrühen da sind. Das Ende vom Lied: Der Kreis hat die Bestellung storniert. Von diesen Geschichten haben Wille und Landrat Michael Sack (ebenfalls CDU) viele auf Lager. Nur dass eine Lieferung gestohlen worden sei, wie es zwischenzeitlich aus dem Landratsamt hieß, wäre noch nicht vorgekommen. „Die dollsten Preise, immer sofort lieferbar und immer beste Qualität“, fasst Sack ironisch die Angebote zusammen, die täglich per Mail kommen.

Für Grundversorgung sei man nicht zuständig

Doch seit vergangener Woche kann der Kreis Entwarnung geben. „Wir haben gewartet, bis wir eine Menge an Schutzausrüstung liefern konnten, bei der wir nicht selbst das Gefühl haben, die Pflegeeinrichtungen zu veräppeln“, erklärt Wille, warum der Kreis angefragte Schutzausrüstung erst so spät geliefert habe. Mit 50 oder 60 Masken pro Einrichtung könne schließlich keiner was anfangen.

Seit einigen Tagen laufen die Ketten jedoch gut, bestätigt auch Landrat Sack. Stetig kämen neue Lieferungen vom Land an den Kreis. Auch eigenständig bestellte Lieferungen würden gut angekommen. Trotzdem stellt er klar: „Wir sind nicht der Grundversorger für Schutzausrüstungen in Pflegeheimen und ambulanten Einrichtungen.“ Bei niedergelassenen Ärzten schon gar nicht. „Diese werden von der Kassenärztlichen Vereinigung versorgt,“ so Sack. Pflegeheime wiederum sind selbst für die Versorgung mit Schutzausrüstung verantwortlich. Anders sei das natürlich beim Eigenbetrieb Rettungsdienst, für den wiederum der Kreis zuständig ist und bei Masken aus Stoff, wie sie gerade in den Bussen des Nahverkehrs verkauft werden. Über 23.000 dieser Masken konnte der Kreis in Vietnam bestellen.

Anzahl der Betten als Verteilerschlüssel

Sonst versteht man sich im Landratsamt eher als eine Rückfallebene, die erst einspringt, wenn konkret Not am Mann oder der Frau ist. Etwa bei den Pflegeheimen in Ahlbeck und Tutow, wo Corona bei Dutzenden Menschen, Personal und Patienten, ausgebrochen war. Statt also mit der Gießkanne die vorrätige Schutzausrüstung zu verteilen, hält der Kreis lieber Reserven zurück und verteilt nach einem eigenen Schlüssel.

„Wir haben Rückmeldungen von Pflegeheimen bekommen, bei denen die Spanne sehr groß war. Während einige Einrichtungen keine Ausrüstung brauchten, gab es auch welche, die sehr große Bedarfszahlen angegeben hatten,“ erläutert Dietger Wille. Deswegen habe sich der Verwaltungsstab entschieden, jedem etwas Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen, auch wenn das weniger Material als zunächst beantragt ist. Dabei sei die Anzahl der Betten als Verteilerschlüssel zurate gezogen worden. So sei eine faire Verteilung sichergestellt worden.

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Kommentare (1)

Dann möchte ich doch einmal als Steuerzahlender Bürger wissen was mit den vielen Masken die Herr Caffier so werbewiksam in empfang genommen hat Passiert ist.
Sie wurden ja wohl mit Steuergeldern angeschafft und bezahlt, ergo gehören sie dem Deutschem Volk und sind kein mittel das sich welche Person auch immer damit Werbewirksamm in Szene setzt.
Nein wie immer wird der kleine Bürger im Regen stehen gelassen, mit so hilfreichen Kommentaren wie dann Näht euch welche.

Zitat:
"Wir sind nicht der Grundversorger für Schutzausrüstungen in Pflegeheimen und ambulanten Einrichtungen.“ Bei niedergelassenen Ärzten schon gar nicht. „Diese werden von der Kassenärztlichen Vereinigung versorgt,“ so Sack. Pflegeheime wiederum sind selbst für die Versorgung mit Schutzausrüstung verantwortlich."

Alle werden im Regen stehen gelassen auch die so geschätzten Frontliner und doch zahlt der Steuerzahler diese Masken.
Die Regierung hat uns dazu verdonnert, selbst Strafen bei nichtbeachtung wurden sofort eingeführt.
Aber wo der Bürger welche her bekommt ist ihnen recht egal.

So ist die gesammte Politik in Deutschland geworden, realitätsfremd und sehr weit entfernt von dem was das Volk wirklich bewegt oder interessiert.
Hauptsache ich hab meinen schönen Posten, behalte ihn lange und falle das Treppchen rauf und nicht runter.

Da soll der Bürger noch irgend jemand wählen?
Es gibt in keiner einzigen Partei in unserem Lande jemanden der dies verdient hätte.