Insgesamt acht Hunde musste die Tierrettung Greifswald nach einem Todesfall in Boldekow am Donnerstag in Obhut nehmen. Die Tie
Insgesamt acht Hunde musste die Tierrettung Greifswald nach einem Todesfall in Boldekow am Donnerstag in Obhut nehmen. Die Tiere waren teilweise in einem schlechten Zustand, wurden medizinisch versorgt und auf Pflegestellen verteilt. ZVG / Tierrettung
Klaus Kraft (rechts) und seine Mitstreiter von der Tierrettung Greifswald haben in Boldekow acht Hunde zunächst in Obhut
Klaus Kraft (rechts) und seine Mitstreiter von der Tierrettung Greifswald haben in Boldekow acht Hunde zunächst in Obhut genommen und dann an Pflegestellen gegeben. Mareike Klinkenberg
Hunde in Not

Schwerer Einsatz für die Tierretter in Vorpommern

In Boldekow bot sich den Tierrettern ein dramatisches Bild. Nach einem plötzlichen Todesfall sollten sie dort acht Hunde in ihre Obhut übernehmen.
Boldekow

Am Donnerstag sind die Helfer um Klaus Kraft von der Tierrettung Greifswald zu einem besonders schweren Einsatz nach Boldekow gerufen worden. Nach einem plötzlichen Todesfall sollten sie dort insgesamt acht Hunde in ihre Obhut nehmen, weil sich das hinterbliebene Familienmitglied nicht mehr um die Vierbeiner kümmern kann, wie es hieß. Dass hinter jedem Tierschicksal auch immer menschliches Leid steht, wurde den Tierrettern in diesem Fall wieder deutlich vor Augen geführt, sagt Klaus Kraft mit Blick auf die Gegebenheiten, die sich ihm dort boten.

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Falsch verstandene Tierliebe?

Sein Fokus galt jedoch dem achtköpfigen Hunderudel, das er in dem Haus vorfand. Die Tiere, die von der Besitzerfamilie laut eigenen Angaben wohl aus südlichen Ländern „gerettet” worden sind, waren mittlerweile nicht mehr ausreichend versorgt und teilweise in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Kraft schätzt die Situation als falsch verstandene Tierliebe ein, die den Menschen gemeinsam mit anderen Sorgen mit der Zeit über den Kopf gewachsen ist. Deshalb schaltete er nach dem Hilferuf für die Hunde zur Unterstützung außerdem das Ordnungsamt, das Veterinäramt und den sozialpsychologischen Dienst des Landkreises ein.

Auf Pflegestellen verteilt

Die Tierretter konnten glücklicherweise alle acht Hunde noch am Donnerstag aus dem Haushalt holen, medizinisch versorgen und bis zum Abend auf verschiedene Pflegestellen im ganzen Kreisgebiet und darüber hinaus verteilen. „Die Hunde müssen jetzt erst mal zur Ruhe kommen. Sie wurden vom Tierarzt begutachtet, zum Teil geschoren, von Parasiten befreit, zudem werden die Krallen geschnitten”, berichtet Klaus Kraft. Der Hundeexperte schätzt das Alter der Tiere auf 2 bis 12 Jahren ein. Allesamt sind sie sehr lieb und auf den Menschen fixiert. Einer der kleineren Gefährten sei ihm direkt in die Arme gesprungen, nach dem Motto „Nimm mich mit, ich will hier nicht bleiben!”, so Kraft. Ein Tier habe wahrscheinlich eine Schilddrüsenerkrankung, aber auf den ersten Blick könnten sie alle mit ein bisschen Liebe und Pflege wieder aufgepäppelt werden.

Spenden willkommen

Deshalb geht es am Ende dieses dramatischen Einsatzes nun auch wieder darum, für jeden dieser Hunde ein neues Zuhause zu finden. Wer einen der Hunde adoptieren will, kann sich deshalb gerne mit der Tierrettung per Mail oder über die sozialen Medien in Verbindung setzen. Die Tierretter sind aber auch für Spenden dankbar, die auch in diesem Fall den Teil der Kosten für die acht Hunde abdecken, die nicht vom Vorbesitzer oder den Ämtern übernommen werden können.

www.tierrettung-greifswald.de/

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