Allein durch die Größe und die Tiefe des Beckens muss eigentlich klar gewesen sein, dass Wasser und Heizkosten im V
Allein durch die Größe und die Tiefe des Beckens muss eigentlich klar gewesen sein, dass Wasser und Heizkosten im Vergleich zur deutlich kleineren alten Hallen steigen. Lange wurde trotzdem von einer möglichen Haushaltskonsolidierung für die Stadt gesprochen. Mareike Klinkenberg
Preise steigen

Schwimmen wird im neuen Anklamer Hansebad teurer

Eigentlich sollten mit der neuen Schwimmhalle auch Kosten gespart werden. Die Betriebskosten steigen aber – das sollen auch die Schwimmer bezahlen.
Anklam

Währende die Bauarbeiten in den letzten Zügen liegen und die feierliche Eröffnung der neuen Anklamer Schwimmhalle am 26. November Tag für Tag näher kommt, rückt in der Stadtpolitik derzeit wieder die Geldfrage in den Fokus. Allerdings stehen nicht die Baukosten zur Debatte, sondern die Betriebskosten. Fest steht demnach schon seit geraumer Zeit, günstiger wird die neue Halle in absoluten Zahlen für die Stadt wohl keineswegs. Größere Flächen, mehr Technik und höhere Anforderungen als in der alten Bestandshalle schlagen da ordentlich zu Buche.

Rückschau: Erste Einblicke in die neue Schwimmhalle

Keine öffentlichen Zahlen

Von möglichen Einsparungen, wie sie noch vor dem Baustart in den hitzigen Diskussionen in der Stadtvertretung aufgeführt wurden, ist längst keine Rede mehr. Genaue Zahlen wurden bislang jedoch nicht öffentlich genannt.

Die Stadtverwaltung hat allerdings bereits mit den Anklamer Peenerobben als betreibender Verein in den vergangenen Wochen den Betreibervertrag neu ausgehandelt. Der Entwurf muss durch den Verein noch abgenickt werden. Die Gespräche dazu schätzt Peenerobbenchef André Stegemann jedoch als konstruktiv ein. „Wir haben ja bislang nur Richt- und Schätzwerte – wie teuer die neue Halle am Ende wirklich wird, das können wir wohl erst nach einem Jahr sicher beziffern”, sagt er.

25 Prozent teurer?

Der Bürgermeister kündigt indes ein enges Monitoring der Kosten in den ersten Monaten an. Der Verein solle so nicht auf möglichen Mehrkosten sitzen bleiben, machte er jüngst vor den Stadtvertretern klar. Sicher scheint allerdings auch, nur über einen womöglich steigenden städtischen Zuschuss soll diese Summe nicht aufgefangen werden. In einer neuen Halle mit mehr Komfort müssen auch die Schwimmer künftig tiefer in die Tasche greifen, machte Bürgermeister Michael Galander dazu deutlich.

Die Peenerobben kalkulieren zunächst mit einer „moderaten Preisanhebung” von rund 25 Prozent – im Schnitt wird das Schwimmen für die Nutzer so etwa einen Euro teurer. „Wir rechnen ganz klar in allen Medien mit Mehrkosten von Strom, Wasser bis zur Heizung”, sagt Stegemann. Diese Verteuerung hätte es bei den aktuell explodierenden Preisen allerdings in Teilen wohl auch in der alten Halle gegeben. Zudem seien die Peenerobben in der Region vergleichsweise immer noch recht günstig unterwegs, was auch die hohe Nachfrage zeigt.

Trotz Nachfrage, keine volle Auslastung möglich

„Immer mehr Schulen speziell von der Insel Usedom fragen bei uns an, auch der Einzugsradius von Kita-Gruppen wird immer größer. Zudem haben wir erste Seniorengruppen, die Interesse an der neuen Schwimmhalle zeigen”, erklärt der Vereinschef. Über einen neuen Hallenplan soll allerdings erst später entschieden werden.

Zumal die neue Halle in den ersten Monaten zumindest nach derzeitigem Stand kaum voll ausgelastet werden kann – Probleme bereitet hier die Corona-Schulverordnung. „Wir hätten Kapazitäten für rund 120 Kinder gleichzeitig in der Halle, dürfen aber jeweils nur eine Schule einlassen, das kostet natürlich unglaublich viel Zeit und Auslastung”, erläutert Stegemann. Ob es für diese Umstände einen möglichen Ausgleich geben kann, will der Verein noch klären.

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