SPATENSTICH STEHT AN

Schwimmhallen-Drama kurz vor dem Ende

Am Mittwoch soll der erste Spatenstich für die neue Anklamer Schwimmhalle stattfinden. Stadt und Landespolitiker werden dann Einigkeit symbolisieren, die in den vergangenen Jahren gleich mehrmals auf der Kippe stand und das Projekt fast scheitern ließ.
Bereits im August kommenden Jahres soll die neue Halle in Betrieb genommen werden.
Bereits im August kommenden Jahres soll die neue Halle in Betrieb genommen werden. Architektenbüro Slangen & Koenis
Das Baustellenschild steht schon mal.
Das Baustellenschild steht schon mal. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Der erste Spatenstich für die neue Schwimmhalle in Anklam soll in dieser Woche den Baustart nicht nur symbolisch darstellen, vielmehr sollen die Arbeiten auf der Fläche am Eichenweg auch bald konkret beginnen. Die Zeitvorgabe ist nach wie vor ambitioniert. Im August 2021 wollen die Schwimmer bereits ihr neues Becken in Betrieb nehmen.

Hilferuf der Schwimmer

Dass es dazu kommt, haben einige schon nicht mehr glauben können. Noch immer reibt sich wohl mancher Beobachter die Augen und staunt, wie die Stadt Anklam das Projekt trotz erheblichem Gegenwind auch aus der Landesregierung durchgedrückt bekam. Die Bilder vom Spatenstich werden wohl harmonisch ausfallen, doch gingen immer wieder Wellen der Entrüstung und gegenseitiger Vorwürfe voraus.

Dabei ist das Thema Schwimmhalle in Anklam eigentlich ein Dauerbrenner der vergangenen Jahre. Immer wieder setzte die alte Technik aus. Ein Hilferuf der Schwimmer gelangte bereits 2016 bis nach Schwerin – und erreichte zunächst Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der persönlich im Hallenkeller stand und Hilfe versprach. 4,5 Millionen Euro für die Sanierung der alten Halle waren ebenfalls kein Pappenstiel. Investiert wurden sie jedoch nie.

Sanierung oder Neubau – was kostet mehr?

Nach der mündlichen Zusage begannen die Reibereien und gegenseitigen Schuldzuweisungen. Während Caffier wetterte, dass die Stadt die geforderten Unterlagen nicht zusammenbekomme, ärgerte man sich im Anklamer Rathaus über die Förderpraktiken des Landes. Die Fronten vor allem zwischen Bürgermeister Michael Galander und dem Innenminister verhärteten sich.

2018 kam dann plötzlich eine neue Schwimmhalle ins Spiel. Erst nur fiktiv als Kostenvergleich vom Landesförderinstitut angedacht, dann ganz schnell zum Favoriten ernannt, sorgte das Thema auch bei den Ministern in Schwerin für unterschiedliche Ansichten.

Klare Kante bringt Durchbruch

Während Energieminister Christian Pegel (SPD) dem Neubau offen gegenüberstand und Fördermillionen zusicherte, scherte Innenminister Lorenz Caffier nun vollends aus. Das Drama nahm seinen Lauf, bei der Stadtvertretersitzung mit Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) kam es zum Eklat. Im Ringen um den Neubau sorgte dann wohl vor allem die klare Kante der Anklamer Stadtvertretung für den Durchbruch. Mancher drohte damals sogar damit, das Ehrenamt im gotischen Giebelhaus hinzuschmeißen, sollte das Hin und Her der Landesregierung nicht in einem vertretbaren Ergebnis für die Schwimmer enden.

Stadt und Land vereinbarten „Dreiklang“

Im Herbst 2018 folgte dann der viel zitierte Anklamer Dreiklang: Schulneubau, die neue Schwimmhalle und das Ikareum als Vereinbarung zwischen Stadt und Landespolitik. Die Willensbekundung blieb bestehen, die darin festgehaltenen Zahlen nicht. So sind es nun keine 7,5 Millionen Euro, sondern gut 11 Millionen Euro, die in den Neubau fließen werden. Eine späte Bestätigung für den Innenminister, der von jeher anzweifelte, dass eine neue Schwimmhalle unter 10 Millionen Euro machbar sei – und damit sei ein Neubau zu groß für Anklam mit der aktuellen Haushaltslage. Seinen Kabinettskollegen Pegel scheint das wenig zu stören. Er fördert den Bau zu 90  Prozent.

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