„Die ist ja bescheuert!”

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Sellering beleidigt Demonstrantin

Ministerpräsident Erwin Sellering (rechts) diskutierte am Sonnabend mit Demonstranten in Wolgast über die Schließung der Kinder- und Geburtenstation in Wolgast. Er brach das Gespräch allerdings entnervt ab mit den Worten: "Mir reicht's. Die ist ja bescheuert. Ich hab keine Lust mehr."
Ministerpräsident Erwin Sellering (rechts) diskutierte am Sonnabend mit Demonstranten in Wolgast über die Schließung der Kinder- und Geburtenstation in Wolgast. Er brach das Gespräch allerdings entnervt ab mit den Worten: „Mir reicht's. Die ist ja bescheuert. Ich hab keine Lust mehr.”
Kai Ottenbreit

Bei einem Gespräch mit Demonstranten in Wolgast hatte Ministerpräsident Erwin Sellering sich offensichtlich für einen kurzen Moment nicht mehr ganz im Griff. Er bezeichnete eine Demonstrantin als bescheuert und brach die Diskussion entnervt ab. Nach einer Nordkurier-Anfrage hat sich Sellering mittlerweile für seinen Ausfall entschuldigt.

Im Sozialen Netzwerk Facebook kursiert ein Video, in dem Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) dabei zu sehen ist, wie er ein Gespräch mit einer Demonstrantin genervt mit den Worten abbricht: „Mir reichts. Die ist bescheuert. Ich hab' keine Lust mehr.”

Dieser unwirsche Ausbruch war auf eine Diskussion gefolgt, bei der Demonstranten den Umgang der Landesregierung mit der inzwischen seit gut einem Jahr geschlossenen Kinder- und Geburtenstation des Kreiskrankenhauses in Wolgast kritisierten. Sie mahnten an, dass nichts geschehe, um die medizinische Versorgung von Kindern und Schwangeren in der Region Wolgast/Insel Usedom endlich wieder ins Lot zu bringen.

Mittlerweile hat sich Erwin Sellering nach einer Nordkurier-Anfrage für seinen Ausfall entschuldigt. Allerdings tat er seinen Ärger nochmals kund: "Ich habe gemeinsam mit dem Wirtschaftsminister (Harry Glawe, CDU, Anm. d. Red.) Ende letzten Jahres ein konstruktives Gespräch mit der Bürgerinitiative bei mir in der Staatskanzlei geführt. Dabei ist vereinbart worden, dass Minister Glawe ein Konzept erarbeitet, dass den Wünschen der BI entgegenkommt. Inzwischen hat es eine weitgehende Verständigung gegeben. Vor diesem Hintergrund ist für mich unverständlich, dass die Demonstranten uns mangelnde Gesprächsbereitschaft vorwerfen und wieder die ganz alten Forderungen stellen, als würde es den gefundenen Kompromiss nicht geben. Bei aller Verärgerung hätte ich natürlich diesen Begriff nicht gebrauchen sollen. Ich entschuldige mich für meine Wortwahl."

Facebook-Nutzer kritisieren Sellering

Nun kann natürlich auch ein Ministerpräsident mal die Nerven verlieren. Aber die Nutzerkommentare zu dem Facebook-Video sprechen für sich: „An diesem kurzen Beitrag ist deutlich zu erkennen, wie groß der Spalt zwischen Landesregierung und Bürgerinitiative ist. Peinlich der Ministerpräsident, unvorbereitet und desinteressiert....”, schrieb Facebook-Nutzer Martin Krüger. „Sowas kann sich ein Politiker nicht erlauben”, tat auch Facebook-Nutzerin Manja Trotzky kund.

Erwin Sellering war eigentlich nach Wolgast gekommen, um an der Eröffnung eines SPD-Wahlkreisbüros teilzunehmen. Die Gelegenheit hatten Demonstranten genutzt, um vor dem Büro für eine Wiedereröffnung der Kinder- und Geburtenstation zu werben.

Das Video gibt es hier zu sehen. 

Kommentare (9)

Das zeigt wiedermal, wie die von Volk gewählten , ganz gleich ob auf Länderebene oder Bundesebene, wirklich uber das Volk denken. Die wollen nicht das es dem Volk gut geht , die haben sich wählen lassen, damit sie sich skrupellos aus dem Steuersack bedienen können. Schreibt doch mal was zwischen dem Herrn Sellering und der Frau gesprochen wurde und wie es zu der Entgleisung dieses Herrn kam. Aber sowas wird nie geschrieben. Das ist unvollständige Berichterstattung.

Politik ist das Eine und die Wirklichkeit das Andere. Ich mein, das hat ein Politiker nicht so ganz drauf, wenn die Untertanen - äh, ich mein die Bevölkerung - die politische Wirklichkeit nicht so akzeptieren, wie sie es sollen. Schaut mal, im politischen Olymp schwebt uns Erwin - und verflucht sei, wer ihn da aufweckt ...

Der Sellering hat in seiner Entschuldigung die inhaltlichen Hintergründe genannt. Die Frauen träumten davon, dass Sellering meinte, die Frauen würden nicht seit zwei Jahren kämpfen bzw. die Landesregierung sei seit zwei Jahren nicht über den Vorgang mit der BI in Kontakt. Der Videofilmer bestätigte zudem Sellering inhaltlich. Vermutlich glaubte Sellering, er habe Leute vor sich, die gebildete Kommunikation aushalten (man hört zu und tauscht Positionen aus). Dies war mit den drei Frauen und dem verdeckten Mann hinter Sellering nicht möglich.

zu verstehen muss man halt bei der WASG gewesen sein..gelle KD

Nur weil jemand lauter schreien kann als sein Gegenüber, hat er / sie nicht zwangsläufig recht. Abgesehen davon hätte der MP nicht derart die Contenance verlieren dürfen.

Ein Videoclip der die gesamte Unterhaltung zeigt. Von Andreas Roesler. K.D. Erst anschauen dann reden...

Das Video hatten wir von Anfang an unter unserem Bericht verlinkt, damit unsere Leser es eben erst sehen können und sich selbst eine Meinung bilden können. Und darauf bezieht sich Herr Doerre auch in seinem Kommentar.

ist uebrigens auch in FB bei "Schmusedoms News" in 1a Bild u.Tonqualitaet zu sehen !

kann ich nun garnicht verstehen. Sie haben doch die groesste Entbindungsstation Deutschlands. Die B 111 von der Insel bis Greifswald! Abenteuer und Survivelaction inbegriffen bei Problemfaellen, im Winter oder bei Stau oder kaputtem Auto. Mit nichts zufrieden diese Wohlstandsmenschen. Ende des sarkastischen Beitrages.