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Sind diese mysteriösen Kästen die neuen Blitzer?

Manche Autofahrer wunderten sich über die seltsamen schwarzen Kästen an der B197 bei Stretense. Eine Blitzerfalle der neuesten Generation?
Diese seltsamen Boxen an der B 197 bei Stretense haben für Rätselraten gesorgt.
Diese seltsamen Boxen an der B 197 bei Stretense haben für Rätselraten gesorgt. Dennis Bacher
Stretense ·

Zwei schwarze Kästen links und rechts der B 197 ließen zuletzt wohl manchen Autofahrer bei Stretense vorsichtshalber auf die Bremse treten. Denn diese konnten durchaus den Eindruck erwecken, dass auf Höhe der Bushaltestelle die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer gemessen wurde.

Und tatsächlich handelte es sich bei den Boxen um Radarzählgeräte, wie Tom Arenhövel vom Straßenbauamt Neustrelitz erklärte. „Mithilfe der Kästen wird erfasst, wie viele Autos und Lkw die Radarstelle in einem gewissen Zeitraum passieren.“ Veranlasst wurde die Zählung allerdings nicht von der Behörde selbst, sondern vom Landkreis Vorpommern-Greifswald. „Ziel war es, das tatsächliche Verkehrsverhalten in diesem Bereich zu ermitteln“, sagte Detlef Buske von der Verkehrsstelle auf Nordkurier-Nachfrage. Dabei können die kleinen Boxen noch viel mehr, als die Anzahl der Fahrzeuge erfassen. „Sie registrieren auch die Geschwindigkeit“, so Buske. „Die Aufnahmen dienen ausschließlich zu statistischen Zwecken.“ Das Nummernschild werde nicht festgehalten.

Die Kästen sind wieder abgebaut

Derartige Messungen werden Detlef Buske zufolge regelmäßig in der Region durchgeführt. Nicht nur auf Bundes-, sondern auch auf Land- und Kreisstraßen. Ermittelt werden soll das „tatsächliche Geschwindigkeitsniveau“, ohne dabei auf Radarfallen zurückzugreifen. Anhand der Ergebnisse könne später ermittelt werden, ob beispielsweise eine dauerhafte Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vonnöten sei.

Nach einer Woche im Einsatz erfolgte nun der Abbau der beiden Zählgeräte bei Stretense. Die Ergebnisse werden in den nächsten Wochen erwartet und dürften dann auch für die Stadt Anklam von großem Interesse sein. Denn der Bereich gilt schon lange als gefährlich. Um zur örtlichen Bushaltestelle zu gelangen, muss die Bundesstraße überquert werden.

Hier ist (noch) eine Geschwindigkeit von 100 km/h erlaubt

Für den Stretenser Ortsvorsteher und CDU-Stadtvertreter Marco Schulz sind damit vor allem Schulkinder einem hohen Risiko ausgesetzt, schließlich dürfen Autos an dieser Stelle mit 100 km/h fahren. „Wir fordern seit Jahren eine Senkung der Höchstgeschwindigkeit und würden diese durchaus begrüßen“, sagte Schulz. Ein Antrag der Stadt, die Geschwindigkeit an dieser Stelle wenigstens auf 70 km/h zu begrenzen, wurde im vergangenen Jahr noch abgelehnt. Mit den Ergebnissen aus den schwarzen Kästen könnte nun allerdings wieder etwas Wind in die Angelegenheit kommen.

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