MILLIONENGRAB

Sind Hafen und Flugplatz in Anklam noch zu retten?

Hafen und Flugplatz in Anklam schreiben Jahr für Jahr Verluste – und die Stadt muss zahlen. Die Zukunft der beiden kommunalen Unternehmen wurde nun im Ausschuss für Finanzen debattiert. Zumindest für den Peene-Anleger gibt es einen Interessenten, der den Betrieb im kommenden Jahr übernehmen könnte.
Die Liquidierung der beiden städtischen GmbHs ist eigentlich beschlossene Sache. Dennoch stellte die Anklamer CDU zwei An
Die Liquidierung der beiden Städtischen GmbHs ist eigentlich beschlossene Sache. Dennoch stellte die Anklamer CDU zwei Anträge um einen Aufschub zu erwirken. Einer der beiden wird voraussichtlich seinen Weg bis in die Stadtvertretersitzung finden. Nk-Archiv
Flugplatz Anklam
Sind Kernaufgaben des Flugplatzes im Zuge der Abwicklung gefährdet? NK-Archiv
Anklam.

Kurz bevor die Abwicklung der Betriebsgesellschaften des Anklamer Flugplatzes und des Binnenhafens mit dem Jahresende beginnen soll, hat die städtische CDU versucht, den Prozess zu verhindern. Dem Beschluss zur Liquidierung, den die Stadtvertreter bereits im Dezember des vergangenen Jahres fassten, standen im Finanzausschuss zwei Anträge der Christdemokraten gegenüber. Auch wenn dieser nur eine beratende Funktion hat, wurde in der Sitzung am Montag heftig diskutiert. Für den Hafen scheint die Liquidierung jedoch nun endgültig beschlossene Sache zu sein.

„Es gibt keine Konzepte für die Gesellschaften und viele offene Fragen“, so CDU-Fraktionschef Steffen Göritz. Daher seien die Anträge vorsorglich eingebracht worden. Dadurch könne man Zeit gewinnen, um nach Konzepten zu suchen. Folgekosten einer Liquidierung seien aktuell nicht absehbar.

Der Grund für die Abwicklung der beiden stadteigenen GmbHs ist das jahrelange wirtschaftliche Defizit. „Über die Jahre sind in den beiden Gesellschaften Millionen versickert“, stellte Anklams Bürgermeister Michael Galander (IfA) am Montag klar. Der einzige Weg weitere Kosten zu minimieren sei demnach die Liquidierung und notfalls ein Betrieb als nachgeordnete Einrichtungen der Stadt, sollte es bis Ende 2020 keine neuen Betreiberformen geben. Als Rückschritt bezeichnete es der Bürgermeister, wenn die Anträge der Christdemokraten in der Stadtvertretung eine Mehrheit fänden. Dadurch würde in erster Linie Zeit verloren gehen. Auch um die Kernaufgaben beider Gesellschaften, wie die Schiffsentladung oder den Flugverkehr, müsse sich keine Sorgen gemacht werden. Diese würden so oder so weitergeführt.

Für den Hafen gibt es zumindest eine Idee

Zumindest was den Betrieb des Hafens angeht, brachte Galander dann auch ein mögliches Konzept ins Spiel. Aktuell sehe es danach aus, als wenn der Hafen Vierow den Anklamer Anleger übernehmen würde. Dadurch wäre auch die Kostenfrage geklärt. Ein Umstand, der den Fraktionsvorsitzenden Göritz dazu veranlasste, die entsprechende Beschlussvorlage im Finanzausschuss zurückzuziehen. Eine Abstimmung über die Verschiebung der Hafenabwicklung ist damit vom Tisch.

Anders sieht es allerdings beim Flugplatz aus. Die Sorgen um Haftungsfragen bei größeren Schäden und der Verlust der Lizenzen blieben bei der CDU auch am Montag präsent. Selbst wiederholte Versicherungen des Bürgermeisters, dass die Kernaufgaben des Flugplatzes auch im Zuge der Abwicklung nicht gefährdet seien, änderten daran nichts. Die Beschlussvorlage kam somit zur Abstimmung, wurde jedoch mit sechs Gegenstimmen (bei drei Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen) abgelehnt.

Endgültig über das Schicksal des Flugplatzes entscheiden, muss nun aber die Stadtvertretung bei der Sitzung in der kommenden Woche.

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