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Mit Opas Auto

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So fuhr der Zehnjährige durch Vorpommern

Von Leopoldshagen nach Ueckermünde: Diese Strecke hat ein zehnjähriger Junge mit dem Auto seines Opas zurückgelegt.
Von Leopoldshagen nach Ueckermünde: Diese Strecke hat ein zehnjähriger Junge mit dem Auto seines Opas zurückgelegt.
Karte: Fred Zädow / Bild: Christopher Niemann

Mit dem Auto von Leopoldshagen nach Ueckermünde: Eigentlich nichts besonderes, aber wenn der Fahrer erst zehn Jahre alt ist, sorgt das für mächtig Wirbel. Nun ist klar, wie der Junge das Fahren gelernt hat.

Was genau da passiert ist in der Nacht zum Mittwoch, das muss noch geklärt werden. Eines aber steht fest: In dieser Nacht war ein zehnjähriger aus Leopoldshagen mit dem Auto seines Großvaters auf Tour.

Der Knabe hat dazu die Schlüssel des Chevrolet klammheimlich an sich genommen und ist – zunächst offenbar unbemerkt – mitten in der Nacht losgefahren. „Das Autofahrern habe ich durchs Zuschauen gelernt“, hat der Junge nach seiner nächtlichen Spritztour den Beamten erzählt.

Unfall in Ueckermünde

Das allein aber hat aus dem Knaben noch keinen perfekten Autofahrer gemacht. Zwar hat der Junge mit dem mehr als 100 PS starken Wagen die etwa 16 Kilometer von Leopoldshagen bis nach Ueckermünde geschafft und dabei auch offenbar ohne Schwierigkeiten die Straßenbaustelle in Grambin gemeistert.


(Zum Vergrößern der Karte bitte anklicken.)

Allerdings ist er in der Belliner Straße in Ueckermünde öfter mit den Rädern gegen den Bordstein gefahren. Und im Ueckermünder Haffring hat der Junge dann den Mercedes eines 65-Jährigen gerammt. Verletzt worden ist bei der Karambolage niemand.

Nach dem Crash in Ueckermünde ist Ben dann wieder in Richtung Leopoldshagen gefahren. Offenbar in auffälliger Schlangenlinie. „Das mit dem Spurhalten verstehe ich noch nicht“, sagte der Junge. Mehrere Autofahrer hatten den Chevrolet dabei beobachtet und vermutet, dass ein Alkoholfahrer auf Tour sei. Deshalb gab es mehrere Anrufe bei der Polizei in Ueckermünde. Die Beamten von der Nachtschicht gingen den Hinweisen nach und konnten den Knaben schließlich in Grambin aus dem Verkehr ziehen.

Polizeisprecher: „fuhr vorschriftsmäßig rechts ran”

Polizeisprecher Axel Falkenberg: „Der Junge dachte, nicht die Polizei, sondern sein Opa sei hinter ihm her, machte während der Fahrt die Warnblinkanlage an. Als er von den Kollegen per Lautsprecher zum Anhalten aufgefordert wurde, blinkte er rechts und fuhr vorschriftsmäßig rechts ran.“ Kurz danach Aufatmen beim Großvater. Der hatte sich große Sorgen gemacht und am Ortseingang von Leopoldshagen nach seinem Enkel und dem Auto Ausschau gehalten, nachdem er zuvor die Polizei über die nächtliche Abenteuerreise von Ben informiert hatte.

Polizeisprecher Falkenberg abschließend: „Mir ist kein Fall in der Region bekannt, bei dem ein jüngeres Kind am Steuer saß.“

Kommentare (2)

Daumen hoch für den Opa, weil er so gut fährt, dass glücklicherweise der Junge ein gutes Vorbild hatte! Und dass Liebe in dem Alter von 10 Jahren schon so stark sein kann- staun! :-)

Da soillte man auf die Kinder nicht schimpfen!! Ich werte das als eine Protestdemonstration gegen die heutigen Straßenverhältnisse für Kinder, obwohl die Kinder davon nichts wissen (können)! In dem Alter konnten Kinder vor 50 Jahren auf der Straße noch körperlich sich in Spielen austoben, Fangen, Verstecken, Ballspiele usw. spielen. Heute verhindert der Autoverkehr und geparkte Autos alles. :-( Aber jammern, dass die Kinder so dick sin d!! :-(