Meter für Meter wurde der Schlauch, aus dem anschließend durch eine Wärmereaktion ein festes Rohr wurde, in de
Meter für Meter wurde der Schlauch, aus dem anschließend durch eine Wärmereaktion ein festes Rohr wurde, in den Untergrund gelassen. Am Ende des Verfahrens wurde so innerhalb weniger Tage die Verrohrung auf einer Strecke von 378 Metern saniert. Mareike Klinkenberg
Dirk Wald von der GKU Anklam und Thilo Coch, Bauleiter der Teltower Rohrsanierungsfirma hatten die Baustelle im Blick.
Dirk Wald von der GKU Anklam und Thilo Coch, Bauleiter der Teltower Rohrsanierungsfirma hatten die Baustelle im Blick. Mareike Klinkenberg
Super-Technik

So werden Rohre im Schnellverfahren erneuert

So schnell, wie die Baustelle da war, ist sie auch wieder weg. In den vergangenen zwei Tagen wurde in der Pasewalker Allee auf einer Länge von 378 Metern ein Rohr für die Regenentwässerung saniert und das ganz ohne zu buddeln.
Anklam

Ganz ohne nervige Straßensperrung und Umleitungen saniert der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Anklam gemeinsam mit einer Rohrsanierungsfirma aus dem brandenburgischen Teltow im Moment einen Regenwasserkanal in der Pasewalker Allee. Bagger und offene Gräben sucht man auf dieser Baustelle jedoch vergebens. Denn das Ganze passiert in einem unterirdischen Verfahren. In den vergangenen zwei Tagen wurde so auf 378 Metern Länge im Abschnitt zwischen dem Kleinbahnweg und der Ossietzkystraße ein rund 90 Jahre alter Rohrstrang aus der Gründungszeit der angrenzenden Siedlung wieder hergerichtet.

Bei Erneuerung kommt Roboter zum Einsatz

Thilo Coch, Bauleiter bei der Firma Aarsleff, die sich unter anderem auf grabenlose Kanalsanierung spezialisiert hat, ist das Verfahren an sich nichts Besonderes oder Neues. Nicht alltäglich an dieser Baustelle in der Hansestadt sei jedoch, die Länge des Rohrs, das hier in einem Zug erneuert wird. „Da müssen schon viele Parameter stimmen, um so eine Strecke am Stück zu sanieren”, erläutert Coch. In den einzelnen Arbeitsschritten würde das betreffende Rohr genaustens begutachtet und vermessen. Daraufhin hat ein Tochterunternehmen aus Ilmenau passgenau einen Kunstschlauch angefertigt, der über einen der Regenschächte vor Ort in das vorhandene Rohr eingeführt wurde, erläutert der Fachmann den ausgeklügelten Prozess in einfachen Worten.

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Der Schlauch aus Nadelfilz ist mit einem besonderen Kunstharz getränkt. Erst wenn er komplett in das alte Rohr eingezogen ist, wird das Reaktionsharz mithilfe von warmen Wasser ausgehärtet und fügt sich als neues stabiles Kunststoffrohr dann haargenau in das vorhandene Rohr. Für all das hatte die Rohrsanierungsfirma nicht mehr als zwei Tage angesetzt. Schon am Dienstag ist der Trupp wieder abgerückt. Bis zum Ende der Woche würden durch andere Kollegen dann nur noch die Restarbeiten durchgeführt. Dabei soll unter anderem ein ferngesteuerter Roboter die einzelnen Regenzuläufe in das neue Kunststoffrohr auffräsen, später noch werden die Kontrollschächte saniert.

Für Anwohner und Einwohner ein Pluspunkt

Für Dirk Wald von der Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GKU) in Anklam sei vor allem die Zeit- und Kostenersparnis ein wichtiges Argument für spezielle Technologie gewesen. Aber natürlich ist es auch ein gewaltiger Pluspunkt nicht den kompletten Gehweg im Bereich der alten Alleebäume aufnehmen zu müssen und Teile der Straße für einen längeren Zeitraum abzusperren. Für Anwohner und Autofahrer hielten sich die Einschränkungen deshalb in Grenzen, so Wald. Insgesamt investiert der Zweckverband, laut Wald, in dem betreffenden Abschnitt an der Pasewalker Allee mehrere hunderttausend Euro für die Sanierung der gesamten Schmutz- und Niederschlagsentwässerung. Das nun sanierte Rohr sei dabei nur einer von mehreren Bauabschnitten gewesen.

 

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