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Spatenstich für Testlabor von Continental in Anklam

Hier baut Continental das Taraxacum Lab, um zu erforschen, wie aus russischem Löwenzahn Autoreifen hergestellt werden können.
Hier baut Continental das Taraxacum Lab, um zu erforschen, wie aus russischem Löwenzahn Autoreifen hergestellt werden können.
Carsten Schoenebeck

Baustart in Anklam: Reifenhersteller Continental hat zusammen mit Wirtschaftsminister Harry Glawe zum Spaten gegriffen. Das Testlabor könnte der Anfang einer Erfolgsgeschichte werden.

Bis jetzt hat der Reifenhersteller Continental seine Ankündigungen in Anklam eingehalten. Bis zum Herbst 2017 sollte der Baustart für das Testlabor auf dem Gelände am Anklamer Lilienthalring über die Bühne gehen. Am Montag erfolgte im Beisein des Wirtschaftsministers für Mecklenburg-Vorpommern, Harry Glawe (CDU), der erste Spatenstich.

Künftig soll dann dort geforscht werden, wie aus russischem Löwenzahn Autoreifen hergestellt werden können. In ferne Zukunft wäre sogar ein Reifenwerk in Anklam denkbar. Das Forschungsprojekt allein soll dabei schon rund 35 Millionen Euro kosten. Rund ein Drittel davon finanziert sich über Fördermittel des Landes.

Anklam kommt Continental entgegen

Und auch Anklam unterstützt die Firmenansiedlung trotz knapper Gemeindekasse. So wurde das Gelände, auf dem der Spatenstich erfolgen soll, erst im Frühjahr an Continental zu äußerst günstigen Bedingungen verkauft. Der Preis für die rund 30.000 Quadratmeter große Gewerbefläche: ein symbolischer Euro und Anklam trägt zusätzlich einen Großteil der Erschließungskosten. Der übliche Quadratmeterpreis würde eigentlich bei rund 3,70 Euro liegen.

Doch diese großzügige Förderung soll sich irgendwann auch wieder refinanzieren. In Anklam hofft man auf einen richtigen Coup. So sollen im Testlabor zwar zunächst nur bis zu 25 Mitarbeiter forschen, bei der Entstehung eines möglichen Werkes, das dann in Anklam Autoreifen aus Löwenzahn produziert, spricht man jedoch von bis zu 150 Arbeitsplätzen, die dadurch langfristig in Anklam geschaffen werden könnten.

Nach Angaben von Continental wurde auf kleinen Versuchsflächen um Anklam bereits Russischer Löwenzahn angebaut. Die Flächen sollen sukzessive von derzeit 15 auf 800 Hektar ausgeweitet werden. Vor mehr als einem Jahr hatte Continental seine Investitionspläne in Anklam bekannt gegeben. Nach dem lateinischen Namen des Löwenzahn Taraxacum heißt das Forschungslabor Taraxacum Lab.