Wahlauswertung

SPD auch in Anklam und dem Umland stark

Deutliche Siege für die SPD zur Landtagswahl. Woher deren neue Vormachtstellung kommt, zeigt sich auch mit Blick auf die ehemals starken „CDU-Gemeinden“ im Umland.
So wie hier im Anklamer Volkshaus begann ab 18 Uhr die Auszählung in den Wahllokalen der Region.
So wie hier im Anklamer Volkshaus begann ab 18 Uhr die Auszählung in den Wahllokalen der Region. Anne-Marie Maaß
Gut ein Drittel der wahlberechtigten Anklamer nutzten die Möglichkeit der Briefwahl: Da galt es in diesem Jahr besonders
Gut ein Drittel der wahlberechtigten Anklamer nutzten die Möglichkeit der Briefwahl: Da galt es in diesem Jahr besonders viele Briefumschläge aufzuschlitzen. Anne-Marie Maaß
Anklam

Schlitzen, was das Zeug hält, hieß es am Sonntagabend ab 18 Uhr in vielen Briefwahlbezirken. So viele Wähler wie noch nie hatten auf den direkten Urnengang verzichtet und ihre Wahlunterlagen per Post angefordert. In Anklam kam der Anteil der Briefwähler auf rund ein Drittel der abgegebenen 6.468 Stimmzettel bei der Bundestagswahl und 6.430 Wähler bei der Landtagswahl.

Hohe Wahlbeteiligung in Anklam

Dementsprechend hatte die Stadt schon vorab aufgerüstet und gleich fünf Briefwahlbezirke eröffnet – auch im Amt Anklam-Land wurde in entsprechender Form reagiert und die Anzahl auf zwei erhöht. Was sich mit Blick auf die Zahlen zeigt: In Anklam war die Wahlbeteiligung mit rund 62,2 Prozent bei der Landtagswahl in der Region mit am höchsten. Gerade Gemeinden, in denen die CDU dagegen bislang stark aufschlug, zeigten eher schwache Wahlbeteiligungen.

So nutzten etwa nur 41,1 Prozent der Wähler in Ducherow die Chance zur Stimmabgabe. Zudem sicherten sich selbst in Ducherow die Sozialdemokraten mit 36,1 Prozent dann noch die meisten Stimmen. Weit abgeschlagen dagegen die CDU mit gerade einmal 13,2 Prozent.

Wobei mit Blick auf die vielen Briefwähler in den Gemeinden der Ämter Anklam-Land und Züssow eingeschränkt werden muss, dass die Briefwähler nicht ihrem Heimatort, sondern übergeordneten Briefwahlbezirken zugeordnet wurden, was die Aussagekraft für einzelne Gemeinden durchaus verzerren kann.

CDU mit deutlichen Einbußen

Auffällig bleibt jedoch, dass die CDU in der Region ihre Vormachtstellung deutlich eingebüßt hat. Sie rangiert in nahezu allen Gemeinden hinter SPD und AfD. Letztgenannte konnten sich etwa in Blesewitz (36,3 %), Sarnow (35,9%) oder Schmatzin (31,5%) sogar ganz an die Spitze setzen.

Was zudem ins Auge fällt, ist der starke Rückgang bei den Wählerstimmen für die rechtsextreme NPD, die nur noch in einzelnen Gemeinden die Fünf-Prozent-Hürde erreicht hat, im gesamten Wahlkreis 29 mit nur zwei Prozent der erreichten Wählerstimmen jedoch stark eingebrochen ist.

Auch die Linke war in nahezu allen Gemeinden schwach vertreten und erreichte nur in Ausnahmen wie in Groß Polzin (14,4 %) ein zweistelliges Ergebnis. Oftmals hätte es anderenorts etwa in Postlow (3,7%) dagegen noch nicht einmal für den Parlamentseinzug gereicht.

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