30-JAHRE-JUBILÄUM

SPD-Feier in Anklam mit offenen Zukunftsfragen

Zum 30-jährigen Bestehen der SPD in Anklam hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung ins Theater der Hansestadt eingeladen. Prominenter Festtagsredner war ein ehemaliger Bundestagspräsident.
Moderne Kommunikation: Nach der Auszeichnung für seine 30-jährige Mitgliedschaft in der SPD gab es für Uwe Schu
Moderne Kommunikation: Nach der Auszeichnung für seine 30-jährige Mitgliedschaft in der SPD gab es für Uwe Schultz (3. v. l.) nicht nur eine Ehrennadel, sondern auch ein Selfie. Anne-Marie Maaß
Wolfgang Thierse hielt die Festrede.
Wolfgang Thierse hielt die Festrede. Anne-Marie Maaß
Uwe Schultz erinnerte an die Gründung der SPD in Anklam.
Uwe Schultz erinnerte an die Gründung der SPD in Anklam. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Als er im Autoradio auf dem Weg zurück nach Anklam im Herbst 1989 von der Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP, 1990 mit der SPD in der Bundesrepublik vereinigt) hörte, war für Uwe Schultz gleich klar: „Da machst du mit!“ Im Dezember des gleichen Jahres war es dann auch in Anklam so weit – mit rund 40 Interessierten wurde die Grundlage der Sozialdemokratie in Anklam gesetzt. Uwe Schultz ist bis heute ein glühender Verfechter der SPD und in der Anklamer Stadtpolitik Zugpferd seiner Partei – auch noch nach 30 Jahren.

Ex-Bundespräsident ist für Festrede aus Berlin angereist

Am Ort der Gründung wurde nun das Jubiläum der Partei begangen. Eigens angereist aus Berlin war dazu auch Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident a.D. . Bei seiner Festrede im Anklamer Theater warf er auch einen kritischen Blick auf seine Partei. Die SPD müsse es schaffen, auch in der globalisierten Welt Solidarität und Sicherheit zu ihren Themen zu machen, um sich zu behaupten, stellte Thierse klar. Gleichzeitig müsse die Partei selbstbewusst auf ihre Erfolge verweisen und sich nicht in innerparteilichen Kämpfen verzetteln, um ihren Anspruch als Volkspartei nicht zu verlieren.

„Spiel aus Leichtsinn, Abenteurertum – und vielleicht aus geheimer Stratgie”

Dazu gelte es auch einen genauen Blick auf die Menschen zu werfen, die aktuell ihre Hoffnungen in die AfD setzen, fordert Thierse. Zudem fand er für die politischen Geschehnisse in Thüringen deutliche Worte. Fassungslos und erschrocken habe er die Wahl des FDP-Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich verfolgt. Diese nannte er „den Sündenfall der CDU und FDP – ausgerechnet mit der Höcke-AfD“. Er werte die Geschehnisse als „Spiel aus Leichtsinn, Abenteurertum und vielleicht aus geheimer Strategie“, so Thierse.

Für die SPD stellt sich derweil nicht nur in Thüringen die Frage, wie die Partei vor allem in den ländlichen Regionen ihre Wähler, aber auch junge Aktive gewinnen kann. Ein Punkt, der viele Gäste umtreibt – zumal der Altersdurchschnitt am Donnerstag deutlich über 60 Jahren lag.

Julian Barlen, Generalsekretär der SPD in Mecklenburg-Vorpommern, wertete das Fernbleiben der jungen Leute von solchen Veranstaltungen jedoch nicht nur als ausgenommen schlechtes Zeichen. „Wir haben gerade im Land bei der SPD viele junge Leute, die Verantwortung übernehmen. Sie erreichen das junge Klientel auf ganz unterschiedlichen Wegen und Plattformen“, zeigte er sich überzeugt.

Christopher Denda als neu gewählter SPD-Stadtvertreter kann da mit seinen 30 Jahren als ein Lichtblick gelten. Immerhin wurde er geboren, als Uwe Schultz sein politisches Engagement in der SPD begann. Aktuell ist Schultz das älteste Mitglied der gesamten Anklamer Stadtvertretung.

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