Steht im Zentrum der Kritik: Landrat Michael Sack (CDU).
Steht im Zentrum der Kritik: Landrat Michael Sack (CDU). ZVG
Geschönte Coronazahlen

SPD-Mann geht juristisch gegen CDU-Landrat Michael Sack vor

Seit einer Woche wartet Kreistagsmitglied Erik von Malottki eigenen Angaben zufolge auf Akteneinsicht, was die geschönten Coronazahlen in Vorpommern-Greifswald betrifft. Jetzt schaltete er einen Anwalt ein.
Greifswald

Im Streit um verschleppte Meldungen von Coronainfektionen im Landkreis Vorpommern-Greifswald geht die SPD juristisch gegen Landrat Michael Sack (CDU) vor. Kreistagsmitglied Erik von Malottki (SPD) sagte dem Nordkurier, der Landrat habe bis heute nicht auf seinen Antrag auf Akteneinsicht reagiert. Er sehe sich daher gezwungen, über seinen Anwalt den Rechtsweg zu beschreiten, um die Rechte des Kreistags im Sinne der Kommunalverfassung durchzusetzen.

Mehr lesen: Landrat Sacks geschönte Inzidenz - viele offene Fragen

Schriftverkehr zwischen Landkreis und Lagus

Von Malottki hatte vor einer Woche gemäß Kommunalverfassung Akteneinsicht beantragt. Konkret gehe es ihm um den Schriftverkehr zwischen dem Landkreis und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) ab Februar 2021. Darüber hinaus will Malottki, der in diesem Jahr für den Bundestag kandidiert, zeitnah auch den entsprechenden Schriftverkehr mit dem Gesundheitsministerium sowie die schriftlichen Anweisungen an die Beschäftigten der Kontaktnachverfolgung einsehen.

Die Grünen warfen dem Landkreis vor, seit Mitte Februar geschönte Coronazahlen gemeldet zu haben, wodurch die Inzidenz sank und Öffnungsmaßnahmen eingeleitet werden konnten. Landrat Michael Sack, der auch Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Herbst und damit Herausforderer von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ist, bestätigte vergangene Woche die falschen Zahlen. Er führte das auf eine zu genaue Abarbeitung der einzelnen Meldefälle zurück.

zur Homepage