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SPD soll zum heimlichen AfD-Boykott aufgerufen haben

Peter Drechsler aus Wolgast berichtete von einem Apell eines Schweriner Regierungsmitgliedes an die Dehoga, der AfD keine Plattform zu bieten.
Peter Drechsler aus Wolgast berichtete von einem Apell eines Schweriner Regierungsmitgliedes an die Dehoga, der AfD keine Plattform zu bieten.
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Die guten Umfragewerte der AfD lassen die ersten Regierenden in Schwerin offenbar panisch werden. So soll ein SPD-Mann aus Sellerings Regierung an Gastronomen appelliert haben, die AfD nicht in ihre Häuser zu lassen.

Angesichts der guten aktuellen Umfragewerte der AfD in Mecklenburg-Vorpommern scheint manch einem Vertreter aus Erwin Sellerings Regierungsmannschaft der Angstschweiß von der Stirn zu tropfen. Laut Peter Drechsler, Regionalvorsitzender des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Vorpommern-Greifswald, soll ein sozialdemokratisches Mitglied der Regierung bei einem Gespräch an Dehoga-Mitglieder appelliert haben, "der AfD keine Plattform zu bieten". Eine kaum verhohlene Aufforderung also, der AfD keine Räumlichkeiten zur Nutzung zur Verfügung zu stellen.

Der Appell passt ins aktuelle Bild. Zunehmend hat die AfD Schwierigkeiten, Räume für ihre Veranstaltungen anzumieten. Die Greifswalder Ortsgruppe musste deswegen schon in das Umland der Boddenstadt ausweichen. Die Absage der Demminer Tennishalle, in der die AfD ihren Parteitag abhalten wollte, ist erst wenige Tage her.

AfD-Landeschef Matthias Manthei spricht von einem Skandal. "Das ist ganz eindeutig Machtmissbrauch. Statt die Probleme im Land zu lösen, wird hier mit unfairen Mitteln gegen politische Mitbewerber vorgegangen", so der Greifswalder Verwaltungsrichter.

Deutliche Dementis

Innerhalb der Führungsriege der Sozialdemokratie im Land gibt man sich zu diesem Thema auf Nordkurier-Nachfrage arglos. "Der Ministerpräsident hat diese Äußerungen nicht gemacht, er kennt sie auch nicht", lässt Erwin Sellering seinen Regierungssprecher ausrichten. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mitglied der Landesregierung so etwas gesagt hat", erklärt Minister Christian Pegel, der als Kronprinz von Erwin Sellering gilt.

Die SPD mache keinen Negativ-Wahlkampf und von einer Angst vor der AfD wolle man schon gar nichts wissen. "Für uns ist das eine Herausforderung, denn auch vor der aktuellen Umfrage haben wir bereits um die Stärke der AfD gewusst", erklärt SPD-Landesgeschäftsführer Marcus Unbenannt.

Kommentare (4)

Ralf Stegner (SPD) schrieb am 8.Mai auf Twitter.Man muss Positionen und Personal von Rechtspopulisten attackieren.Das spricht glaube ich schon für die Geisteshaltung die zur Zeit vorherrscht bei unseren angeblich demokratischen vorzeige Politiker.

Gut gebrüllt, OTTO08. Aber eben nur gebrüllt. In der Demokratie wie auch in allen anderen Gesellschaftsformen ist der Machtmarkt hart umkämpft. Positionen und dessen Personal attackieren deuten Sie als physische Gewalt. Wenn man bedenkt, dass einige AfD-Politiker ebenso hart mit dem Mundwerk die Demokratie attackieren ist der Twitter von Ralf Stegner (SPD) lauwarmer Tee.

Hat er/sie nun oder hat er/sie nicht? Wenn ja, dann hat der Herr vom DEHOHA doch bestimmt auch einen Namen zu bieten. So viele SPD-Regierungsmitglieder gibt es in MV ja nun auch wieder nicht.

Wie immer nichts kapiert KarstenDoerre.Eine Partei wie die SPD die sich angeblich Gewaltfreiheit auf die Fahne schreibt kommt anscheinend mit Argumenten nicht mehr weiter. Andersdenkende Meinungen werden nicht toleriert und alte Seilschaften aktiviert um die DDR 2.0 am Leben zu erhalten. Wahlergebnisse werden mit Füßen getreten.Obwohl die Hälfte aller Wahlberechtigten schon nicht mehr wählen geht und damit schon die größte Protestgruppe bildet.Die Abkehr von den Altparteien ist in jeder Bevölkerungsschicht spürbar.Ein großer Teil der Wähler schaut sich nach alternativen um und das ist auch legitim.Trotzdem sollte es fair bleiben.Das sollte selbst einer verstehen der sich für die WASG einsetzt.