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Millionenschaden

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Staatsanwaltschaft klagt Bioschweine-Trickser aus MV an

Wegen Biobetrugs mit Schweinen muss sich ein Landwirt aus Leopoldshagen verantworten.
Wegen Biobetrugs mit Schweinen muss sich ein Landwirt aus Leopoldshagen verantworten.
Lilifox-Fotolia.com

Jetzt ist es klar: Ein Landwirt aus Leopoldshagen muss sich wegen erwerbsmäßigen Betrugs verantworten. Es geht um einen Schaden von 1,1 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft in Schwerin hat Anklage gegen einen 36-jährigen Landwirt aus Leopoldshagen im Landkreis Vorpommern-Greifswald erhoben. Das teilte Behördensprecher Stefan Urbanek am Donnerstag mit.

Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2011 und 2013 konventionell gezüchtete Schweine als Bioschweine verkauft und sich damit etwa 1,1 Millionen Euro mehr an Verkaufserlös erschlichen zu haben. Nach Angaben der Schweriner Behörde sind in 98 Fällen etwa 8500 Schweine auf diese Weise an Schlachthöfe verkauft worden. Dem Landwirt droht jetzt wegen erwerbsmäßigen Betrugs eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Erschlichenes Geld soll eingezogen werden

Die Anklage gegen den 69 Jahre alten Vater des 36-Jährigen sei indes eingestellt worden. Ihm sei eine vorsätzliche Beteiligung an dem Betrug nicht nachzuweisen gewesen. Weil laut Staatsanwaltschaft aber ein Großteil der 1,1 Millionen Euro über das Konto des Vaters gelaufen sei, gehe es in der Hauptverhandlung darum, eine sogenannte Einbeziehungsbeteiligung zu veranlassen. Heißt: Das erschlichene Geld soll eingezogen werden, dafür muss der Vater ebenfalls bei der Hauptverhandlung erscheinen.

Der Fall wird vor dem Schweriner Landgericht verhandelt. Einen Termin für die Verhandlung gibt es aber noch nicht.

Der Fall der Bauern war an die Öffentlichkeit gekommen, nachdem sich ein anderer Landwirt aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald im Mai 2015 an den Nordkurier gewandt hatte, weil er befürchtete, der damals schon seit Monaten schwelende Fall könnte vertuscht werden. Er hatte selbst geschäftliche Beziehungen mit den Beschuldigten.