„Grünes“ Gewerbegebiet
Stadt fördert Klimaschutz in Anklam

Die Experten wollen auch untersuchen, wie sich die ansässigen Unternehmen in dem Gebiet im Sinne des Klimaschutzes besser vernetzen können. 
Die Experten wollen auch untersuchen, wie sich die ansässigen Unternehmen in dem Gebiet im Sinne des Klimaschutzes besser vernetzen können.
Anne-Marie Maaß

Anklam gilt als eine von drei Städten in Mecklenburg-Vorpommern, die derzeit als Untersuchungsgebiet für grüne Gewerbegebiete zählt. Experten sollen nun herausfinden, was sich rund um die Anklamer Zuckerfabrik verbessern lässt.

Stoffbilanzen, CO²-Ausstoß, Energiekreisläufe, all das soll in den kommenden Monaten im Anklamer Gewerbegebiet rund um die Zuckerfabrik von Experten aus Trier genauestens unter die Lupe genommen werden. Das Ganze hat ein Ziel: Das Industrie- und Gewerbegebiet soll bestenfalls als klimafreundlich zertifiziert werden. Anklam gilt derzeit als eine von drei Pilotstädten in Mecklenburg-Vorpommern, die sich auf den Weg gemacht haben, um sich um das Zertifikat „Grünes Gewerbegebiet“ zu bewerben. Im vergangenen Sommer wurde das Projekt erstmalig vorgestellt (der Nordkurier berichtete).

Industrie und Klimaschutz werden meist ja eher als Gegensatz verstanden. Nach wie vor sei es natürlich so, dass die Industrie im Allgemeinen als Hauptverursacher für den Kohlenstoffdioxidausstoß gilt, sagt Anklams Klimaschutzmanagerin Juliane Brust-Möbius. Gerade deshalb soll unter Anleitung von den Experten herausgefunden werden, wie die Unternehmen in dem Gebiet sich beispielsweise besser vernetzen können. Das steigert zum einen die Energieeffizienz und fördert Synergien, die sich dann auch betriebswirtschaftlich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt machen können.

Es geht auch um Fördergelder

Darüber hinaus geht es auch darum, den anliegenden Unternehmen und Betrieben Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie etwa Förderprogramme für sich nutzen können, um beispielsweise von Fördergeldern zu profitieren. Im März soll es dazu noch einmal eine Info-Veranstaltung geben. Der größte Betrieb in dem Gebiet, die Anklamer Zuckerfabrik, geht bereits forsch voran: Dort wurde im Zuge der Modernisierung des Standorts bereits das Ziel ins Auge gefasst, eine klimaneutrale Fabrik zu werden.

Die Anklamer Stadtpolitik hat zuletzt einen wichtigen Schritt getan, um dafür Planungssicherheit zu schaffen: Im Zuge eines B-Plan-Verfahrens soll das Gebiet östlich des Bahnübergangs künftig als Industrie- und Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Eine konkrete Planung diesbezüglich fehlte bislang. Nun wurde der Bürgermeister von den Stadtvertretern beauftragt, den städtebaulichen Vertrag zu unterzeichnen, der unter anderem die Kostenverteilung regelt. So soll die Erstellung des B-Plans zu 75 Prozent von der Zuckerfabrik bezahlt werden. Die Stadt selbst hat rund 65 000 Euro im Haushalt veranschlagt.