MARTINSUMZUG IN ANKLAM

Stadt oder Polizei: Wer muss für die Sicherheit sorgen?

Leuchtende Laternen und Kinderaugen: Auch in diesem Jahr soll es zu Ehren des heiligen Sankt Martin mit einem Umzug quer durch die Anklamer Innenstadt gehen. Doch zwischen Polizei und Stadt gibt es Redebedarf, wer den Umzug absichern muss.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Der Umzug soll in diesem Jahr an der evangelischen Kirche beginnen und dann nach einem Stopp auf dem Markt durch die Steinstraße weiter zur katholischen Kirche gehen.
Der Umzug soll in diesem Jahr an der evangelischen Kirche beginnen und dann nach einem Stopp auf dem Markt durch die Steinstraße weiter zur katholischen Kirche gehen. Maaß/Archiv
Anklam.

Nachdem der Sankt Martinsumzug in Anklam im vergangenen Jahr aus organisatorischen Gründen ausfallen musste, soll die Tradition in diesem Jahr wieder fortgesetzt werden. Die katholische und die evangelische Kirchengemeinde planen am Abend des 11. November einen großen Umzug durch die Stadt. So weit, so gut. Doch derzeit streiten sich noch die Stadt als zuständige Ordnungsbehörde und die Polizei darüber, wie eine solche Veranstaltung abzusichern ist – und vor allem von wem.

Bürgermeister Michael Galander lässt keinen Zweifel daran, dass er diese Aufgabe bei der Polizei sieht. Deren Beamte hätten den Umzug auch in den vergangenen Jahren immer mit zwei Streifenwagen flankiert und so für die Sicherheit während des Umzuges gesorgt, lautet sein Argument. Gerade bei einer derartigen öffentlichen Veranstaltung könne er nun nicht verstehen, warum gerade die Polizei dafür nicht mehr zuständig sein soll. „Am Ende zieht der Martinsumzug direkt vorbei am Polizeirevier in der Friedländer Straße. Dabei ist der Martinsumzug ein Termin, bei dem die Polizei als Freund und Helfer Präsens zeigen kann“, sagt Galander.

Polizei hat bei Absperrungen andere Ausstrahlung

Das streitet Michael Karth, der Leiter des Polizeihauptreviers Anklam, auch gar nicht ab. Doch laut Verwaltungsvorschrift von Oktober 2015 müsse eben die Stadt als zuständige Ordnungsbehörde für die entsprechende Sperrung der Straßen während des Umzuges Sorge tragen und zusammen mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde diese Auflagen im Zweifel an den Veranstalter weitergeben. „Es spricht nichts dagegen, dass wir den Umzug trotzdem mit polizeilicher Präsenz begleiten“, erklärt Michael Kath, Leiter des Polizeihauptreviers in Anklam.

Für Galander ein Unding. Der Aufwand, die komplette Innenstadt vorab absperren zu lassen und die Aufstellung der Warnbaken vielleicht noch bei einer Fachfirma in Auftrag zu geben, stehe in keinem Verhältnis. „Zudem stelle ich infrage, dass während eines Umzuges von 200 Leuten, darunter überwiegend Kinder, Eltern und Mitglieder der Kirchengemeinde, ehrenamtliche Ordner in die Verantwortung genommen werden sollen, den Straßenverkehr zu regeln. Zumal die Jahre zuvor gezeigt haben, dass ein Polizist mit seiner Kelle eine ganz andere Ausstrahlung hat“, sagt er.

In anderen Städten kein Problem?

Und auch seine Ratshausmitarbeiter sieht er nicht in der Lage, am Sonntagabend in die Bresche zu springen. „Das müssten wir der Kirchengemeinde zudem auch per Haushaltsrecht in Rechnung stellen, sonst reden wir wieder über zusätzliche freiwillige Ausgaben, die die Stadt erbringt“, erklärt der Bürgermeister. In anderen Städten, wie Greifswald, sei aber der Einsatz des städtischen Bauhofs bei solchen Veranstaltungen kein Problem, bringt Polizist Michael Kath wiederum als Gegenargument vor.

Und dazwischen sitzen immer noch die Kirchengemeinden. „Wir sind optimistisch, dass sich zwischen Politik und Polizei doch noch eine Lösung finden lässt, wie in Zukunft mit dem Sankt Martinsumzug umzugehen ist“, wünscht sich jedenfalls Peter Binder, der Geschäftsführer der evangelischen Gemeinde.

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Kommentare (2)

... kommen die Probleme. Für einen Lampionumzug von ca. 150 Meter Länge muss Anklam gesperrt werden, sämtliche Kreuzungen mit Betonpfeilern geschützt und Hubschrauber kreisen über dem Staatsakt.

Wenn die Kirche Veranstaltungen organisiert ,wenn man das Veranstaltung nennen kann, soll sie gefälligst auch die Kosten für die Absicherung tragen. Es kann ja wohl nicht sein ,das der allgemeine Steuerzahler für die Kirche blechen muss.