ANKLAMER STADTBRUCH

Stadtbruch-Geld wird noch 2018 überwiesen

Jetzt ist der Vertrag unterzeichnet: Die Stadt Anklam hat den Anklamer Stadtbruch an die Nabu-Stiftung verkauft, darüber informierte Bürgermeister Michael Galander am Rande der vergangenen Stadtvertretung. Doch eigentlich wollte da auch noch der Finanzausschuss mitreden.
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Die Flächen im Anklamer Stadtbruch sollen allein 2,9 Millionen Euro in die Stadtkasse spülen. Das Geld soll wohl noch 2018 gezahlt werden. 
Die Flächen im Anklamer Stadtbruch sollen allein 2,9 Millionen Euro in die Stadtkasse spülen. Das Geld soll wohl noch 2018 gezahlt werden. Anne-Marie Maaß
Anklam.

Ein warmer Geldregen könnte noch in diesem Jahr auf dem Konto der Stadt Anklam eingehen. In der vergangenen Woche wurden jedenfalls die drei Verträge über den Verkauf der Flächen im Anklamer Stadtbruch, auf der Insel Schadefähre und nahe Bugewitz unterzeichnet.

Im August hatte die Anklamer Stadtvertretung die Veräußerung an die Nabu-Stiftung beschlossen. Insgesamt sollen so rund 3,5 Millionen Euro für neue Investitionen eingenommen werden. Für das größte Areal im Anklamer Stadtbruch sollen allein 2,9 Millionen Euro gezahlt werden. Bürgermeister Michael Galander geht davon aus, dass dieses Geld noch in diesem Jahr an die Stadt überwiesen wird.

Kaufvertrag sollte vor Unterzeichnung nicht gesehen

Somit scheint auch dieses Thema vorerst erledigt. Doch im Anklamer Finanzausschuss sorgt der nun erfolgte Notartermin für einen bitteren Beigeschmack. Bei der Beratung des Gremiums zum Flächenverkauf hatte der Bürgermeister selbst, auf Anfrage von Stadtvertreter Friedrich Baumgärtner, in Aussicht gestellt, dass der Kaufvertrag vor der Unterzeichnung dort noch einmal auf den Tisch kommen könnte. Das ist nun nicht geschehen. Für den Ausschussvorsitzenden Bernd Wieczorkowski (CDU) ist dies eine vertane Chance.

„Sicher hätten wir, um uns darauf berufen zu können, das Ganze in einen Beschluss fassen müssen“, sagt er. Dennoch hätte die Verwaltung als Zeichen der Zusammenarbeit den Kaufvertrag zumindest als Informationsvorlage im Dezember in den nicht öffentlichen Teil der Finanzausschuss-Sitzung einbringen können. An der Entscheidung der Stadtvertretung wäre ja sowieso nichts mehr zu rütteln gewesen, das stehe Demokraten auch nicht gut zu Gesicht, so Wieczorkowski. Die Stadtvertreter sollten den jetzigen Verlauf trotzdem für künftige Entscheidungen im Hinterkopf behalten.

Baumgärtner ist vom Bürgermerister enttäuscht

Auch Friedrich Baumgärtner (fraktionslos) zeigt sich von dem Vorgehen des Bürgermeisters enttäuscht. „Das geht eigentlich nicht“, sagt er. Für ihn gelte nach wie vor nicht nur das geschriebene, sondern auch das gesprochene Wort und im Zweifel auch ein Nicken als Zustimmung. Gleichwohl ist er für den Verkauf der Flächen. Dies sei wichtig, um in Anklam Investitionen für die Zukunft wie den Bau des Schulcampus realisieren zu können, und gut angelegtes Geld.

Bürgermeister Michael Galander (IfA) sieht sich indes keiner Schuld bewusst. Dadurch, dass es keine direkte Auflage in der Beschlussfassung gab, könne er keinen Fehler erkennen. Zudem sei es auch nicht üblich, den Finanzausschuss nach einem Beschluss der Stadtvertretung in die weiteren Vertragsabsprachen miteinzubeziehen.

zur Homepage