ANKLAMS ANTWORT ZUR SCHWIMMHALLE

Stadtvertreter unterzeichnen offenen Brief an Landesregierung

Wenn sich die großen Fraktionen in der Anklamer Stadtvertretung zusammenraufen und unter ein gemeinsames Schreiben ihre Unterschrift setzen, ist es meistens ernst. Doch kann das beim Thema Schwimmhalle noch etwas bringen?
Anne-Marie Maaß Anne-Marie Maaß
Von links: Bürgervorsteher Andreas Brüsch (IfA), Christian Schröder (IfA), Steffen Göritz (CDU) und Monika Zeretzke (Linke) sind beim Thema Schwimmhalle einer Meinung – das kommt nicht so oft vor.
Von links: Bürgervorsteher Andreas Brüsch (IfA), Christian Schröder (IfA), Steffen Göritz (CDU) und Monika Zeretzke (Linke) sind beim Thema Schwimmhalle einer Meinung – das kommt nicht so oft vor. Anne-Marie Maaß
Anklam.

So streitlustig die Anklamer Stadtvertreter auch sind: Bei den großen Zukunftsprojekten wollen die Fraktionen weiterhin an einem Strang ziehen. Das bekräftigten am Donnerstag die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Linke, IfA und CDU mit einem gemeinsam unterzeichneten Schreiben von Bürgervorsteher Andreas Brüsch (IfA) an die Landesregierung.

Ifa-Bürgervorsteher dachte an Rücktritt

Auch, wenn es ihm persönlich zugegebenermaßen schwergefallen sei, in dem Anschreiben sachlich und moderat zu bleiben, müsse das Hauptaugenmerk der Stadtvertreter nun darauf liegen, gemeinsam mit der Landesregierung beim Thema Schwimmhalle und Ikareum im Gespräch zu bleiben, so Brüsch. Er selbst hatte nach der vergangenen Stadtvertretersitzung sogar an einen Rücktritt gedacht, wie er erst in der vergangenen Woche gegenüber dem Nordkurier äußerte. Allerdings sehe er es auch als seine Aufgabe an, in dem Streit zwischen Stadt und Landesregierung um die Schwimmhalle vermittelnd einzuwirken. Es tue keiner Seite gut, sich weiterhin in einem Gegeneinander zu verstricken, sagte er. „Wir dürfen nicht alle Brücken abreißen lassen“, mahnte Andreas Brüsch nach der gestrigen Hauptausschusssitzung in Anklam.

Mit dem Brief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), Energieminister Christian Pegel (SPD), Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) wollen die Anklamer ein Gesprächsangebot unterbreiten und verdeutlichen erneut, dass es aus ihrer Sicht gute Gründe gab und gibt, warum sie sich für einen Ersatzneubau der Schwimmhalle entschieden haben.

Absicherung des Schwimmunterrichts

Immerhin gehe es um die Absicherung des Schwimmunterrichts, weit über die Stadtgrenzen Anklams hinaus, so die Unterzeichner des Briefes. So würde die Anklamer Schwimmhalle derzeit wöchentlich von 1100 Kindern genutzt. Möglichkeiten, diese Kapazitäten während einer anderthalbjährigen Schließung während der Renovierung der alten Halle auszugleichen, sehen auch die betroffenen Schwimmvereine der Stadt derzeit in der Region nicht. Doch ob diese Argumente der Anklamer noch etwas an der Haltung der Landespolitik, die zuletzt immer wieder auf eine Sanierung pochte, ändert?

Noch Anfang Oktober, so hatte es Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann erst Anfang der Woche betont, hoffe er als Beauftragter der Landesregierung einen Kompromiss für alle Beteiligten finden zu können. Wie dieser am Ende aus seiner Sicht aussehen könnte, dazu äußerte er sich allerdings noch nicht.

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