„FRESSPAVILLON”

Stadtvertreter wettert über McDonald’s in Anklam

Uwe Schultz kann auf einen Burger und Pommes an der Anklamer Ortsumgehung getrost verzichten. Er bringt gleich mehrere Kritikpunkte an der Ansiedlung des Fastfood-Restaurants.
McDonalds will an der Anklamer Umgehungsstraße bis zum Dezember eine Filiale eröffnen. Der Konzern hat mit seinem B
McDonalds will an der Anklamer Umgehungsstraße bis zum Dezember eine Filiale eröffnen. Der Konzern hat mit seinem Bauprojekt in der Anklamer Stadtvertretung durchaus Kritiker. NK-Montage/J. Woitas; M. Klinkenberg
SPD-Stadtvertreter Uwe Schultz stellt sich klar gegen die Ansiedlung des Fastfood-Konzerns.
SPD-Stadtvertreter Uwe Schultz stellt sich klar gegen die Ansiedlung des Fastfood-Konzerns. Anne-Marie Maaß/NK-Archiv
Die geplante Baufläche wurde gerodet und begradigt. Generell existiere bislang für den McDonald’s-Bau seit dem 6. September erst einmal nur eine Teilbaugenehmigung.
Die geplante Baufläche wurde gerodet und begradigt. Generell existiere bislang für den McDonald’s-Bau seit dem 6. September erst einmal nur eine Teilbaugenehmigung. Mareike Klinkenberg
Anklam ·

Während mancher Anklamer vielleicht schon den ersten Besuch im neugebauten McDonald’s an der Anklamer Umgehungsstraße im Dezember plant, hat der Konzern mit seinem Bauprojekt in der Anklamer Stadtvertretung nach wie vor Kritiker.

„Brauchen wir diesen Fresspavillon, ist die Ernährung noch nicht ungesund genug”, fragt etwa provokant SPD-Fraktionschef Uwe Schultz. Dass sich die Stadt zudem noch finanziell am Kreisverkehrsbau in der Demminer Landstraße beteiligt, ist ihm ebenfalls ein Dorn im Auge. Ein internationaler Großkonzern habe aus seiner Sicht einen solchen Zuschuss nicht nötig.

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Kreisverkehrsbau nutzt auch McDonald's

Die Stadt Anklam hatte eingewilligt, sich am Kreisverkehrsbau zu beteiligen, den der Fast-Food-Riese als Bedingung für seine Ansiedlung in Anklam gestellt hatte. Anklams Bürgermeister Michael Galander setzt zu dem Thema eine andere Lesart an: Der Kreisverkehrbau sei aus seiner Sicht eine Infrastrukturmaßnahme der Stadt, an der sich das Unternehmen als direkter Nutznießer beteilige, so seine Argumentation.

Doch dies sind bei Weitem nicht die einzigen Kritikpunkte von Uwe Schultz. Die Rodung und Beräumung des Bauareals geht ihm aus Naturschutzgründen gegen den Strich. Von einer „Umweltschweinerei”, wie es der Anklamer bezeichnet, will der Landkreis als zuständige Genehmigungsbehörde jedoch nichts wissen.

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„Mit der Baugenehmigung wurde auch die Naturschutzgenehmigung der unteren Naturschutzbehörde zur Fällung der Gehölze erteilt. Grundlage der Entscheidung war die Bestandsaufnahme, Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen, welche von einem Planungsbüro vorgenommen und von der unteren Naturschutzbehörde geprüft wurden. Für die Umsetzung des Bauvorhabens war die Beseitigung des Gehölzbestandes unvermeidbar. Dieser Eingriff wurde nach naturschutzfachlichen Kriterien bewertet. Die Beseitigung der Gehölze ist durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege umfassend zu ersetzen.”

„Außerdem ist die Versiegelung von Bodenflächen für Restaurant, Nebenflächen und Erschließung durch Naturschutzmaßnahmen zu kompensieren, weil sich das Bauvorhaben im baurechtlichen Außenbereich befindet”, heißt es vom Landkreis dazu auf Anfrage des Nordkurier.

Dabei sei es eben auch zulässig, sogenannte Ökopunkte zu erwerben, um bereits umgesetzte und von der unteren Naturschutzbehörde anerkannte Naturschutzmaßnahmen zu refinanzieren. Dieser Vorgang müsse vom Bauherren spätestens acht Wochen nach Erteilung der Bauerlaubnis nachgewiesen werden, heißt es dazu vom Landkreis. Darüber hinaus steht für die geplante Errichtung einer 40 Meter hohen Werbepylone noch die Prüfung aus. Auch hier komme es zu einem Eingriff in das Landschaftsbild. „Die Bewertung dieser Beeinträchtigung und die entsprechende Ableitung von Kompensationsmaßnahmen steht noch aus”, so der Landkreis.

McDonald's muss Schallschutzwand errichten

Geklärt scheint dagegen die Frage nach Schallschutzmaßnahmen für die direkte Nachbarschaft des McDonalds. Auch hier sei ein Gutachten für die vom Betrieb ausgehenden Schallemissionen erstellt worden. Dabei seien die Betriebszeiten zur Tages- und Nachtzeit berücksichtigt worden. Deshalb müsse nun auch eine Schallschutzwand durch den Bauträger errichtet werden. Weitere Schallschutzmaßnahmen fließen zudem als Auflage in die Baugenehmigung ein. Die Kosten liegen beim Bauherrn.

Generell existiere bislang für den McDonald’s-Bau seit dem 6. September erst einmal nur eine Teilbaugenehmigung. In dieser wurden auch die erwähnten Naturschutzgenehmigungen festgehalten. Der gesamte Bauantrag finde sich aktuell noch beim Landkreis in der Prüfung, heißt es von der Behörde.

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Kommentare (6)

Es dürfte klar sein, dass ein Mitsiebziger ohnehin nicht unbedingt die MacD. Zielgruppe repräsentiert. Wofür er offenbar aber ganz trefflich steht, ist die Gruppe der alten Meckerer, die der Meinung sind, alle anderen müssen das auch nicht hab, was ihnen nicht gefällt.
Er soll seinen Honig rühren und nun langsam mal Ruhe geben.

Ist unsere Politik nicht schon genug männlich, alt und weiß?

Ich wollte auch mal neorassistischen Dreck ala nille5 und Konsorten von mir geben. 🤣🤣🤣

Art Stadtvertreter stellt jedenfalls sicher, dass auch in Zukunft trotz fünf schicker Fassaden und eines neuen Hotels niemand daran zweifelt: Anklam ist und bleibt ein piefiges Nest.

Da sagt einer seine Meinung zur Ansiedlung eines US Konzerns in Anklam und muss dann lesen, dass er wegen seines Alters eh nicht Zielgruppe sei und deswegen ruhig sein soll. Und in den weiteren Kommentaren wird das Thema Alt gegen Jung nochmal geschürt. Man darf wohl gespannt sein, welche Zielgruppe noch zu bestimmten Themen ruhig sein soll.
Aber was solls.... die 200.000 Euro die hier unter dem Deckmäntelchen Strukturmaßnahme aus der Steuerzahlerkasse ausgegeben werden sind dem US Konzern willkommen. Ob der Fastfood Laden in Anklam gebraucht wird ist eine andere Frage. Aber das sollen die Leute entscheiden die da zukünftig ihr Essen abholen. Es ist ja bekannt, dass sich die Produkte lange halten. Daher darf es egal sein wer sich damit vollstopft.
Die Frage nach einer Entschädigung für die benachbarten Unternehmen die seit Beginn der Bauarbeiten viel weniger Kunden haben wäre angebracht. Vielleicht sollte man den US Konzern zur Kasse bitten.
Die Frage wer hier durch die Ansiedlung einen Vorteil hat könnte man auch beantworten.

Wie üblich soll auch hier eine andere Meinung nun nicht gelten - nämlich meine.
Wenn ich dann allerdings was vom bösen „US-Konzern“ lese, dann weiß ich Bescheid.
Schönen Dienstag.

Bei Ihnen wird man den Eindruck nicht los, dass Sie gerne ihre ganz eigenen Wahrheiten machen. Je nach Wind und Wetter trollieren sie den Beitrag. Von bösem US Konzern ist in keinem Beitrag etwas zu lesen. Noch nicht einmal ansatzweise steht da etwas, dass Ihr Beitrag nicht gelten soll.
Ich würde es gut finden wenn Ihre Einlassungen zur Sache im Artikel ständen statt falscher Meinungsmache.